Feedback: «Das Fliegen ist eh schon zu günstig»

TRAVEL INSIDE-Leser Sascha Stamm ist anderer Meinung als Beat Frey und seiner Idee für einen freien Mittelsitz in der Eco.
Leser-Zuschrift als Feedback.

Sascha Stamm, Branchen-Angestellter:

«Diesem Input kann ich ja so gar nichts abgewinnen. In Zeiten von Klimaschutz und Corona muss sich die Branche sicherlich neu erfinden. Als Angestellter in dieser Branche, bin ich auch nicht dafür, dass Jobs verloren gehen, doch sollten wir uns auch nicht unter unserer Würde verkaufen. Sicherlich war der Betrag von CHF 100 nur symbolisch gemeint. Das Fliegen ist eh schon zu günstig und mit solchen Sachen kann man die Konsumenten nur vor den Kopf stossen. Der Preis müsste wesentlich höher angesetzt werden, rein aus Klimaschutzgründen.

Zudem finde ich es grenz wertig Leute nicht mitfliegen zu lassen, obwohl noch Platz ist. Meiner Meinung nach könnte man den freien Platz auch anderweitig nutzen. Lieferungen für Entwicklungshilfe, Musikinstrumente, Ausschaffungsflüge (wobei sehr schwierig vertretbar so oder so), Schutzmasken oder sonstige Versorgungsflüge, um nur einige Beispiele zu nennen.

Meine Horrorvorstellung würde uns in die 90er zurück katapultieren: halb leere Flieger buhlen um die wenigen Passagiere. Klar wollen wir reisen, die Welt entdecken und am Strand liegen. Doch schmeckt der Cuba Libre im Wissen drum, für wenig Geld mit minimalem Aufpreis und dem Komfort, die Welt schleichend weiter zu drangsalieren und das Ökosystem zu zertrümmern? Ich finde nicht. Doch entscheide ich nicht mit. Aber keine Angst, die Folgen werde auch ich mittragen (müssen).

Ich finde es einen idealen Zeitpunkt, endlich mal anständige und vertretbare Preise zu verlangen. Um eine Flugsteuer kommen wir nicht rum. Denn die Schäden von alle dem bezahlt die Generation danach! Geld allein wird dieser auch nicht helfen! Know how ist ebenso wichtig und dieses braucht oft Jahre bis es erarbeitet wurde. Aus dieser Seite betrachtet muss ich sagen: Geld für mehr Beinfreiheit ist OK, doch sollte ein beachtlicher Teil aus diesen Einnahmen in den Klimaschutz gehen.

Ein weiterer, sehr nahe liegender Punkt wäre auch ein kleineres Flugzeug. Wenige Plätze und gute Auslastung. Dass die Airlines ein solches auf Abruf nicht bereit haben, leuchtet ein. Viele Grüsse an eure gesamte Redaktion, lese euch immer sehr gerne.»

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Beat Frey, Vielflieger, Wollerau:

«Jetzt wo die Swiss und Edelweiss Air ihre Flüge wieder hochfahren und so schnell wie möglich ihre Kurz- und Mittelstreckenflüge füllen möchten, wieso verkaufen die beiden Airlines nicht den Mittelsitzplatz der 3-Reihen, zum Beispiel für CHF 100 an die buchenden Passagiere der Fenster- und Gangsitze.

Viele würden das wohl sehr gerne zahlen wenn sie sich dadurch sicher fühlen. Und in der kommenden Ferienzeit sind ja sowieso meist Paare unterwegs und wer will zur Zeit in einem vollen Economy-Abteil sitzen?

Das könnte für die Swiss und Edelweiss eine super PR sein, zu einem Zeitpunkt wo man viel Negatives über unsere Carrier liest. Das würde auch von anderen Fluggesellschaften Europas gelesen und hätte sicher Nachahmer. Also ein Schritt für Swiss und Edelweiss der weniger kostet als andere Werbevehikel.»