Feedback: «Kapazitätserweiterungen sind gar nicht möglich»

TI-Leser und ex-Chefpilot Swissair und Balair Klaus Lichtenstein zu den geplanten Pistenverlängerungen am Flughafen Zürich.

Klaus Lichtenstein, via E-Mail:

«Als ‘Fachmann Luftfahrt’ (Chefpilot Swissair und Balair) hier meine sachlichen Argumente für die Pistenverlängerungen.

  •  Ausbau ist eine Empfehlung der SUST für weniger Pistenkreuzungen!
  • Kapazitätserweiterungen sind gar nicht möglich, da keine neuen Pisten gebaut werden!
  • Die Kosten übernimmt der Flughafen!
Piste 28

Landung: Die Verlängerung hilft damit die Landung schwerer Flugzeuge bei kontaminierter Piste (Wasser, Schnee usw. ) immer möglich wird. Heute müssen diese auf Piste 16 oder 34 ausweichen. Daraus resultieren Pistenkreuzung mit Piste 28 plus zeitraubende Anflugumstellung. Daraus resultieren Verspätungen. 

Start: Die Startgewichtsberechnung rechnen ab Pistenanfang!  Die Gewichtsrestriktionen für die Berechnung des Starts resultieren aus Hindernissen im Ausflug der Piste 28. Die Piste wird aber am Ende erweitert. Somit haben die zusätzlichen 400 m keinen Einfluss auf zusätzliche Starts auf dieser Piste. Daraus resultiert, dass auf dieser Piste kein einzelner Start zusätzlich stattfinden kann. Die Hindernisse bleiben für die  Startgewichtsberechnungen ab Pistenanfang, wo sie sind.

Piste 32

Start: Diese Verlängerung erlaubt schwereren Langstreckenflügen als heute den Start. Die Flugzeuge die die Piste 32 wegen zu hohem Abfluggeweicht nicht benutzten können müssen auf die Piste 34 ausweichen. D. h. Kreuzung mit Piste 28 und Verspätung wegen Umstellung Abflug Regime.

Landung: auf dieser Piste wird nicht gelandet.

Fazit: Diese Pistenverlängerungen haben nur Vorteile und sind deshalb anzunehmen!»