Feedback: «Wie kann die Reisebranche Kunden wieder zurückgewinnen?»

TRAVEL INSIDE Leser Dieter Bretscher, Gründer der Reisefachschule Aarau, stellt sich die Frage der Kundenrückgewinnung.
Leser-Zuschrift als Feedback.

Dieter Bretscher, Gründer Schweizerische Reisefachschule Aarau und Arline Tourist Services, Phnom Penh, Kambodscha

Dieter Bretscher

«Die Reisebranche, Fluggesellschaften, Schiffsreedereien, Hotels usw. haben Mühe Kunden zurückzugewinnen. Auf der einen Seite schliessen die Regierungen die Grenzen und erlassen neue Zwangsmassnahmen wie obligatorisches Arztzeugnis, Maskenpflicht, Quarantäne, Covid-Tests und später sicher Zwangsimpfungen.

Die Schweizer Regierung erlässt ein Gesetz, dass eine Maskenpflicht auf allen Flügen von/nach der Schweiz obligatorisch macht. Dies quasi zum Schutze der Bevölkerung vor einer Grippe. Nun ich bin der Meinung, dass eine Grippe nicht mit solchen wirtschaftsschädigenden Massnahmen bekämpft werden kann. Wir sind im 21. Jahrhundert und unsere Wissenschaft/Medizin hat es noch nicht fertiggebracht die jährlich wiederkehrende Grippe auszurotten. Und diese Massnahmen werden die Grippe nicht ausrotten, sondern die Wirtschaft permanent schädigen.

Die Reisebranche ist leider längerfristig nicht mehr zu retten, wenn beim Reisen weiter solche Zwänge bestehen. Es ist nicht verwunderlich, dass der Kunde und Passagier endlich genug hat von diesen vielen Regelungen und eben nicht mehr so reisen will. Vor vielen Jahren hatte ein einziger Flugzeugentführer versucht flüssigen Sprengstoff in Plastikflaschen in ein Flugzeug zu schmuggeln. Daraufhin gab es ein neues striktes weltweites Verbot und Limitierungen von Flüssigkeiten an allen Sicherheitskontrollen an Flughäfen. Wieviele sozusagen gefährliche Flaschen werden täglich harmlosen Passagieren abgenommen? Inzwischen sind die Scanner am Flughafen so gut geworden, dass sie Wasser von Sprengstoff unterscheiden können. Aber die Regelung bleibt und das ärgert die Passagiere seit langem.

Bei den kleineren Propellerflugzeugen war es wichtig das Gepäck zu wiegen. Jedes Kilo zählte. Bei den heutigen Flugzeugtriebwerken ist dies anders. Dort spielen ein paar Kilos mehr oder weniger keine Rolle. Früher konnte man auch immer ein paar Kilos über die Gepäckslimite mitnehmen und das Check-in Personal war meistens kulant. Es hatte Spass gemacht zu fliegen. In meinen jungen Jahren war ich sogar im Eintagesfliegerclub von Club Escolette und war damals mal da und dort und hatte an Bord immer gut gegessen.

Bei einem kürzlichen Flug der British Airways von London Healthrow nach Nizza war ich mit dem automatischen Check-in im Terminal 5 konfrontiert. Ich hatte 21kg statt 20kg. Das System hatte mir gesagt, mein Koffer wäre zu schwer und ich solle Sachen entfernen. Mit einer Maschine kann man nie diskutieren. Es gab kein Personal welches helfen konnte. Ausser bei der Sicherheitskontrolle musste ich den Gürtel, die Uhr und die Schuhe ausziehen, meine Taschen mussten geleert werden und mein Kabinengepäck wurde auseinander genommen. Allerdings schmuggle ich eine leere Petflasche durch die Sicherheitskontrolle und man kann sie dann im Transitbereich bei vielen Flughäfen auffüllen.

Auf dem 2,5 stündigen Flug gab es keinen Inflightservice. Es war auch nicht möglich ein Glas Wasser oder Fastfood mit Bargeld zu kaufen. Es wurden nur Kreditkarten akzeptiert, welche ‚contaktless‘ waren. Man kann auch keine normale gute, gesunde und heisse Mahlzeit kaufen. So macht Reisen wirklich kein Spass mehr. Der Passagier bezahlt ja die Reise und will keine solchen negativen Erlebnisse mehr.

Jetzt ist der Passagier gezwungen vor einer Reise den Arzt zu besuchen. Ist dies wirklich nötig? Dann muss man eine Maske tragen und auch auf Langstreckenflügen auch damit schlafen. Die Fluggesellschaften machen sogar Reklame, dass sie die Passagiere vor den bösen Erregern damit und mit einer besseren Lüftung schützen wollen. Die Mahlzeiten an Bord wurden gänzlich abgeschafft oder weiter verschlechtert. Die Fluggesellschaften haben einen Grund angeben weiter zu sparen. Wie lange nimmt dies ein Passagier in Kauf? Vielleicht nur weil er unbedingt reisen muss? Die Reisebranche sollte sich einsetzen das Reisen wieder einfacher und schöner zu machen. Wir sollten uns doch wieder auf eine Flugreise freuen können!

Bei den Kreuzfahrten gibt es ebenfalls ungute Änderungen. Wird das Buffet abgeschafft? Es drohen Covid-Schnelltests. Wissen unsere Leser überhaupt wie solche unangenehme Covid-Tests funktionnieren? Entweder wird Einem weit hinten im Mund mit einem Spachtel eine Speichelprobe entnommen. Die Grenze zum Erbrechen wird erreicht. Oder man stösst ein Wattstäbchen weit hinauf in die Nase, was sehr schmerzhaft ein kann.

Nun bei Ankunft droht heutzutage eine Quarantäne und später eine Covid Zwangsimpfung. Aber bis dann wird wieder einen andere Grippe kommen und die ganze Panik und Angst kann wieder von neu beginnen. Man soll unsere Kunden nicht mehr mit weiteren Zwangsmassnahmen drangsalieren, sondern grünes Licht geben um wieder zu buchen.

Wenn Sie die Reisebranche retten möchten, dann machen Sie das Reisen wieder zum Vergnügen und ohne Zwänge und Schikanen! Nur so können Sie längerfristig wieder viele Kunden bekommen.»


Dieter Bretscher wohnt seit über 20 Jahren in Kambodscha, wobei er viele Jahre bis zum Schengenabkommen im Sommerhalbjahr in der Schweiz gearbeitet hatte. Jetzt arbeitet er noch im Homeoffice für ein Zürcher IATA Reisebüro. Er war der Gründer der Schweizerischen Reisefachschule in Aarau und von Arline Tourist Services AG in den 80iger Jahren.