Feedback: «Wir sind MSC dankbar!»

TRAVEL INSIDE-Leser Andy C. Mosetti fragt sich, was für ein Problem die Schweizer Branche mit Direktinkasso hat. Er findet es genial.
Leser-Zuschrift als Feedback.

Andy C. Mosetti, Geschäftsführer Nextsky (Switzerland), Zürich

«Erlauben Sie mir bitte ein kurzes Feedback zum Artikel ‚Branchenverbände intervenieren bei MSC wegen Direktinkasso‘

Ich glaubte, ich sei im falschen Film als ich diesen Artikel las. Als Kreuzfahrt-Profi, fragte ich mich, was für Probleme unsere Schweizer Branche mit Direktinkasso generell hat? In diversen Ländern wie Deutschland und USA ist es weitverbreite (dann braucht man auch keinen teuren Garantiefonds für Reisebüros! Sondern nur noch für Suppliers!). In den USA kann man sogar einen möglichen ‚upsale‘ auf ein Ticket machen (Ticket 800 Netto plus 200 Upsell, total Belastung auf der Credit Card Kunde durch die Airline 1000), und das Reisebüro bekommt den extra Betrag via Kommissions-Reporting zurück, aber das ist eine andere Geschichte!

Warum Branchenverbände ‚intervenieren‘ bei MSC gegen etwas absolut Geniales? Mir dreht sich der Magen, die gleichen Branchenverbände sitzen auf dem Maul, wenn die feine Swiss/LHG (und andere Airlines) einen weiteren Raubzug auf die Reisebüros vom Stapel lassen, die Reisebüros und GDS zu verdrängen versuchen mit immer neuen Ideen, wie man den Reisebüros etwas wegnehmen und sie dazu zwingen kann, mit Einschränkung von Produkten oder Verfügbarkeiten auf einzig für die einzelne Airline vorteilhafte Lösungen umzusteigen. Unter dem Strich resultiert alles in der Verteuerung des Vertriebskanals Reisebüro (Flexible Pricing, Credit Card Fees, CRS/GDS Distribution Charge, Sitzplatzgebühren etc.).

Aber wenn MSC etwas ganz Tolles macht, was wir seit Jahren bei Royal Caribbean, Celebrity und Azamara geniessen und anwenden, nämlich dass wir uns nicht ums Inkasso und danach das Weiterleiten des Geldes kümmern müssen, sondern direkt die Kunden-Kreditkarte zur Begleichung verwenden können, die Reederei auch die Credit-Card-Gebühren übernimmt (Hallo Branchenverbände, wo wart Ihr, als die Airlines das auf uns abgewälzt haben?), dann laufen alle blitzschnell Sturm.

Kunden vergleichen auf dem Internet, damit gibt es selten was am Preis zu drehen! Und wer immer noch dem Kunden mehr belasten oder ein Paket schnüren will, verwendet halt seine eigene Firmen-Credit-Card und belastet den Kunden selber. Ob sich das lohnt, wenn die Rederei ja die Creditcard Gebühren bezahlt, trotzdem lieber selber eigene Credit-Card-Gebühren auf dem gesamten teureren eigenen Verkaufspreis zu bezahlen? Manchmal ja, manchmal nein.

Sorry, unsere Branche ist einfach krank. Unwissenheit, Unorganisiertheit und Angst vor der allmächtigen Swiss/LHG ist alles, aber dann gegen eine Kreuzfahrtgesellschaft schiessen, die einem noch hilft, als ob das wirklich ein Problem sei.

Wir haben den neuen MSC Vertrag mit Freuden angenommen! Bis jetzt konnte man nur den Nettobetrag bei MSC mit Credit Card bezahlen. Darum haben wir den Kunden jeweils mit unserem eigenen Credit-Card-Terminal eine (angebliche) Anzahlung belastet (im Wert der Kommission) und dann später durch Credit-Card-Belastung von MSC den ‚Restbetrag‘. Mit dem neuen Vertrag bezahlen wir gar keine Credit-Card-Gebühren mehr.

Wir sind MSC dankbar!»