
In Rümlang, Gebiet Eichhof, realisiert die Flughafen Zürich AG derzeit den ersten Bauabschnitt der Glattrevitalisierung.
Am 4. Juni 2026 wurden 700 Meter der Glatt in ihr neues, ökologisch gestaltetes Flussbett umgeleitet, im Beisein von Kantons- und Gemeindevertretern. Ehrengäste haben als symbolischen Akt Wasser aus dem alten in den neuen Glattlauf gebracht, um den neuen Flusslauf einzuweihen. Im Anschluss öffneten Bagger bei den Anbindungspunkten die Dämme und die Glatt floss in ihr neues Bett.
Ökologische Ersatzmassnahme in Flughafennähe
Die Flughafen Zürich AG investiert rund 50 Millionen Franken in die Glattrevitalisierung. Das Projekt dient als Kompensation für Bauvorhaben am Flughafen Zürich, bei denen schützenswerte Lebensräume beansprucht werden. Durch die Nähe des Projekts zum Flughafenareal können ökologische Auswirkungen der Flughafenentwicklung direkt in der Region ausgeglichen werden.
«Ein Revitalisierungsprojekt in dieser Grösse ist für uns als Flughafenbetreiberin nicht alltäglich. Es zeigt aber, dass wir ökologische Verantwortung übernehmen und gleichzeitig die Flughafenentwicklung ermöglichen», sagt Stefan Tschudin, Chief Operation Officer, Flughafen Zürich AG.
150 Jahre Glatt-Kanal
Die Glatt wurde im Zuge der Gewässerkorrektionen vor rund 150 Jahren begradigt und kanalisiert.
Das Revitalisierungsprojekt im Abschnitt zwischen Opfikon und Rümlang ist in drei Bauabschnitte aufgeteilt. Auf 3,3 Kilometern Länge entsteht wieder ein vielfältiger Gewässerraum mit Mäandern, Flachwasserzonen und natürlichen Uferstrukturen. Die unterschiedliche Breiten- und Tiefenvariabilität fördert die Strömungsvielfalt und schafft Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Der in Ausführung stehende Bauabschnitt 1 im Gebiet Eichhof hat eine Länge von 1,2 Kilometern, 700 Meter davon wurden nun umgeleitet.
Flache Uferzonen bieten Jungfischen geschützte Entwicklungsräume und steile Prallhänge schaffen Lebensraum für Wildbienen und Eisvögel. Zusätzlich entstehen rund 1,8 Hektaren neue Riedwiesen. Zur Gestaltung des neuen Flusslaufs wurde weitgehend mit vorhandenem Material gearbeitet.
Projekt wird pausiert
Dieser erste Bauabschnitt wird im Frühling 2027 fertiggestellt. Bis dahin werden weitere 200 Meter Flusslauf aufgewertet und die Bepflanzung sowie die Wegführung fertiggestellt. Nach Abschluss des ersten Bauabschnitts wird das Projekt pausiert, bis die Rahmenbedingungen im Umgang mit PFAS-belastetem Boden durch die Behörden festgesetzt sind. (TI)








