«Flugpreise sind explodiert»

Comparis zeigt, wie sich die Kosten in den letzten 5 Jahren veränderten.
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Flugreisen haben sich in den vergangenen fünf Jahren markant verteuert. Gemäss dem aktuellen Comparis-Freizeit-Preisindex liegen die Ticketpreise heute rund 68% über dem Niveau von Juni 2021.

Damit fällt der Anstieg deutlich stärker aus als bei der Hotellerie, deren Preise im gleichen Zeitraum um 13,6% zulegten. Die Parahotellerie – darunter Campingplätze, Ferienwohnungen und Bed & Breakfasts – ist mit einem Preisrückgang von 2,8% gegenüber vor fünf Jahren sogar leicht günstiger geworden.

Im Juni 2026 gingen die Flugpreise gegenüber dem Vormonat zwar um 7,3% zurück. Im Vergleich zum Juni 2025 liegen sie jedoch weiterhin 3,4% höher. Comparis begründet den jüngsten Preisrückgang mit einer nachlassenden Buchungsbereitschaft infolge hoher Ticketpreise, geopolitischer Unsicherheiten und Sorgen um die Kerosinversorgung. Gleichzeitig hätten zusätzliche Kapazitäten und mehr Wettbewerb auf einzelnen Strecken die Preise gedämpft.

Trotz dieser kurzfristigen Entspannung erwartet Comparis keine nachhaltige Trendwende. «Fliegen wird in den nächsten zwölf Monaten wohl noch teurer. Vor allem Tickets für die Business Class dürften anziehen.», sagt Finanzexperte Michael Kuhn.

Als Gründe nennt er unter anderem steigende Treibstoff-, Personal- und Wartungskosten sowie anhaltende Lieferprobleme bei neuen Flugzeugen. Besonders auf Langstrecken bleibe das Angebot begrenzt. Zudem würden Airlines auf wenig rentablen Strecken gezielt ihre Kapazität reduzieren, so Kuhn.

Gleichzeitig wächst das Flugangebot in Europa weiter. Laut Eurocontrol wurden zwischen dem 29. Juni und dem 5. Juli 2026 durchschnittlich 36’055 Flüge pro Tag durchgeführt – 3,4% mehr als im Vorjahr. Auch der Low-Cost-Verkehr legte deutlich zu: Im bisherigen Jahresverlauf wurden 8% mehr Billigflüge registriert als im gleichen Zeitraum 2025. Rund 36% aller Flüge entfallen inzwischen auf dieses Segment.

Neben den Flugpreisen verteuerten sich im Juni auch weitere Reisebereiche. So stiegen die Preise für Parahotellerie gegenüber Mai um 3,9%. Comparis führt dies auf die saisonal hohe Nachfrage während der Ferienzeit sowie gestiegene Betriebs- und Energiekosten zurück.

Der Comparis-Freizeit-Preisindex bildet im Gegensatz zum Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) des Bundesamts für Statistik ausschliesslich die Preisentwicklung in den Bereichen Freizeit, Reisen, Gastronomie und Kultur ab. Damit zeigt er gezielt auf, wie sich die Kosten für Ferien und Freizeitaktivitäten entwickeln. Im Juni stieg der Freizeitindex gegenüber dem Vormonat um 0,2% und damit erneut stärker als der LIK, der im gleichen Zeitraum unverändert blieb. (TI)

Der Comparis-Freizeit-Preisindex im Vergleich zum Landeskindes der Konsumentenpreise, stand Juli 2026 ©Comparis