Frauen-WM 2027 soll Brasiliens Wirtschaft beflügeln

Eine Studie im Auftrag von Embratur zeigt das Potential des Grossevents.
2027 findet die Frauen-Fussball-WM in Brasilien statt ©Fifa

Die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2027 wird Brasilien voraussichtlich einen wirtschaftlichen Schub von rund 1,73 Milliarden US-Dollar bringen.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von FGV Projetos, die im Auftrag der brasilianischen Tourismusförderungsagentur Embratur erstellt wurde.

Gemäss der Untersuchung soll das Turnier rund 73’700 direkte und indirekte Arbeitsplätze schaffen beziehungsweise sichern. Zudem werden zusätzliche Einkommen von 884 Millionen US-Dollar sowie Steuereinnahmen von rund 182 Millionen US-Dollar erwartet.

Das brasilianische Bruttoinlandsprodukt könnte um 747 Millionen US-Dollar beziehungsweise 0,03% steigen.

Embratur verweist darauf, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen des Turniers jene der grössten wiederkehrenden Sportveranstaltungen des Landes deutlich übertreffen würden. Während Brasiliens zehn wichtigste regelmässige Sportevents im Jahr 2025 zusammen rund 896 Millionen US-Dollar generierten, soll die Frauen-WM allein fast doppelt so viel bewegen.

Den grössten Beitrag leistet gemäss Studie der Besucherstrom. Für den Turniermonat werden rund zwei Millionen Besucherinnen und Besucher erwartet. Die dadurch ausgelösten Ausgaben werden auf 923 Millionen US-Dollar geschätzt.

Dieser Bereich könnte 45’700 Arbeitsplätze sichern, Einkommen von 472 Millionen US-Dollar generieren und rund 101 Millionen US-Dollar an Steuereinnahmen einbringen.

800 Mio Dollar Budget

Weitere wirtschaftliche Impulse entstehen durch die Organisation des Turniers. Ausgehend vom FIFA-Budget von 800 Millionen US-Dollar sollen nach Abzug der internationalen Preisgelder rund 452 Millionen US-Dollar direkt in den brasilianischen Markt fliessen.

Investitionen in Bereiche wie Logistik, Sicherheit, Gesundheitswesen und Übertragungstechnik sollen einen gesamtwirtschaftlichen Effekt von 806 Millionen US-Dollar auslösen und rund 28’000 Arbeitsplätze stützen.

Die Studie sieht darüber hinaus langfristige Chancen für den internationalen Tourismus. Nach der Männer-WM 2014 und den Olympischen Spielen 2016 werde Brasilien mit der Frauen-WM 2027 zu den wenigen Ländern gehören, die alle drei globalen Sportgrossveranstaltungen ausgerichtet haben. Dies stärke die internationale Positionierung des Landes als Gastgeber für Megaevents.

Auch das Konsumverhalten internationaler Gäste spricht laut der Untersuchung für positive touristische Effekte. Fast die Hälfte der internationalen Reisenden nach Brasilien sind Frauen.

Sie bleiben im Durchschnitt elf Tage im Land und geben pro Reise rund 1317 US-Dollar aus – insbesondere für Strandferien, Gastronomie, Einkäufe und kulturelle Angebote. Dadurch dürften auch kleine und mittlere Unternehmen in den Austragungsregionen profitieren. (TI)