
Mehr Schweizer Gäste und eine bessere Auslastung über das ganze Jahr: Garda Trentino Tourismus will die Region hierzulande stärker positionieren und gleichzeitig Frühling und Herbst fördern.
Eine Pressereise ins Ledrotal zeigte, womit das gelingen soll: viel Natur, attraktive Aktivangebote, italienischer Genuss und ein interessantes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Seit rund einem Jahr betreut Aviareps Switzerland Trentino Tourismus auf dem Schweizer Markt.
Für Sandro Schaaf, General Manager Switzerland von Aviareps, ist das Mandat mehr als einfach ein weiterer touristischer Auftrag. «Es ist ein Herzensprojekt», sagt Schaaf. Das hat auch persönliche Gründe: Der Halbitaliener hat familiäre Wurzeln im Trentino, seine Mutter stammt aus der Region. Schaaf ist überzeugt, dass das Trentino im Schweizer Markt noch erhebliches Potenzial besitzt.
Wie vielfältig die Region ist, konnten Medienschaffende kürzlich auf einer viertägigen Pressereise erleben. Ausgangspunkt war das Ledrotal westlich des Gardasees. Im Zentrum liegt der Lago di Ledro mit seinem klaren, türkisfarbenen Wasser. Wälder, Berge und kleine Ortschaften prägen die Landschaft und trotz der Nähe zum bekannten Gardasee geht es hier vielerorts erstaunlich ruhig zu.
Die Schweiz im Visier
Während der Reise boten sich zahlreiche Gelegenheiten zum Austausch mit Vertretern von Garda Trentino Tourismus. Mit dabei war auch Roberto Leonardo Bertagnolli vom International Travel Trade & Media PR Team. Für ihn ist klar: Der Schweizer Markt ist für die Region interessant.
«Wir glauben, dass wir den Schweizern ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten können», sagt Bertagnolli. Neben attraktiven Preisen seien es insbesondere die Ruhe, die Natur und das vielfältige Angebot, die Schweizer Gäste überzeugen könnten. Vor allem für aktive Feriengäste bietet das Trentino einiges. Mehr als 400 Kilometer ausgebaute Radwege durchziehen die Region. Hinzu kommen zahlreiche Routen für Rennvelofahrer, Mountainbiker und E-Biker.
Kneippen auf dem Weg zum Rifugio
Nicht weniger wichtig ist das Wandern. Ein weitläufiges und gut unterhaltenes Wegenetz führt durch Täler, Wälder und in die Bergwelt. Dabei wird Wert auf Details gelegt. Stefanie Oradini aus dem Trentino-Team weiss, was Wanderer schätzen: Rast- und Picknickplätze sowie Möglichkeiten für kleine Pausen gehören ebenso dazu wie Kneippanlagen.
Wie angenehm sich Aktivität und Genuss verbinden lassen, zeigte eine Wanderung durch das Val Concei. Der Weg führt durch Wälder und Wiesen in Richtung Rifugio al Faggio. Unterwegs wartet eine Kneippanlage – eine willkommene Erfrischung für die Wanderbeine.
Ziel ist das Rifugio al Faggio, wo nach der Bewegung die regionale Küche wartet.
Das Erlebnis steht exemplarisch für das Angebot, mit dem das Trentino punkten möchte: Bewegung in der Natur soll nicht zum sportlichen Selbstzweck werden, sondern mit Erholung, regionaler Küche und authentischen Erlebnissen verbunden sein.
Frühling und Herbst sollen wichtiger werden
Damit verfolgt Trentino Marketing gleichzeitig ein strategisches Ziel: Die Saison soll verlängert werden. Die Region möchte sich stärker als Ganzjahresdestination etablieren und insbesondere Frühling und Herbst fördern.
Diese sogenannten ‘Belle Stagioni’ machen mittlerweile rund 20% der touristischen Übernachtungen im Trentino aus. Dieser Anteil soll weiter wachsen. Wandern, Bike, Naturerlebnisse und Kulinarik eignen sich besonders gut, um Gäste auch ausserhalb der klassischen Sommermonate anzusprechen. Auch segeln auf dem Gardasee ausserhalb der Hochsaision wird gefördert. Für Schweizer Gäste dürfte das durchaus interessant sein.
Genuss gehört dazu

Bei so viel Bewegung darf allerdings eines nicht fehlen: das Essen. Denn Aktivferien werden im Trentino selbstverständlich italienisch interpretiert. Regionale Produzenten spielen dabei eine wichtige Rolle.
Während der Pressereise standen unter anderem Besuche bei der Satori Organic Farm und bei Domus Olivae auf dem Programm. Sie zeigen, wie eng Landwirtschaft, regionale Produkte und Tourismus miteinander verbunden sind.
Zu den bekanntesten Genussbotschaftern der Region gehört der Trentodoc. Der Schaumwein wird nach der klassischen Methode mit zweiter Gärung in der Flasche hergestellt. Der ‘Spumante di montagna’ ist längst zu einem Aushängeschild der Region geworden.
Auch Olivenöl gehört zum kulinarischen Erlebnis – insbesondere im südlichen Trentino rund um den Gardasee, wo das milde Klima den Olivenanbau ermöglicht. Dazu kommen Käse, Wurstwaren, Polenta und zahlreiche weitere regionale Spezialitäten.
Der etwas weitere Weg lohnt sich
Aus Schweizer Sicht gibt es allerdings einen kleinen Haken: Das Trentino liegt nicht gerade vor der Haustür. Je nach Ausgangsort ist die Anreise länger als zu manch anderer norditalienischer Destination.
Doch wer die zusätzlichen Kilometer in Kauf nimmt, findet eine überraschend vielseitige Region, die vielerorts noch angenehm entspannt wirkt. Massentourismus begegnet einem zumindest im Ledrotal kaum.
Genau darin liegt eine Chance für das Trentino auf dem Schweizer Markt: attraktive Preise, viel Natur, hervorragende Möglichkeiten für aktive Gäste und dazu jene italienische Lebensart, bei der Essen und Wein mindestens so wichtig sind wie die zurückgelegten Kilometer. Der Weg ins Trentino ist vielleicht etwas weiter. Lohnen kann er sich allemal.
Silvia Mettler, Trentino








