
Während Geschäftsreisende überwiegend angeben, dass Geschäftsreisen das Wohlbefinden verbessern und die zwischenmenschlichen Beziehungen stärken, sagen viele auch, dass sich Reisen aufgrund von Sicherheitsbedenken, Störungen und dem zunehmenden Druck im Beruf stressiger und unberechenbarer anfühlt.
«Unternehmen erkennen weiterhin den großen Nutzen von Geschäftsreisen, doch die Erwartungen der Mitarbeiter an diese Reisen verändern sich», so Charlie Sultan, Präsident von Concur Travel bei SAP Concur.
«Geschäftsreisende schätzen den persönlichen Austausch und die Zusammenarbeit, die durch persönliche Treffen entstehen. Sie erwarten ausserdem, dass Reisen reibungsloser, sicherer und einfacher zu organisieren sind. Dies stellt Unternehmen vor neue Herausforderungen und bietet ihnen gleichzeitig neue Chancen bei der Gestaltung ihrer Geschäftsreiseprogramme», erklärt er die Resultate.
Geschäftsreisen sind wertvoll, aber Erwartungen verändern sich
Trotz der anhaltenden Einschränkungen im globalen Reiseverkehr geben Angestellte weiterhin an, dass Geschäftsreisen ihnen sowohl persönlich als auch beruflich einen Mehrwert bieten. 93% der Geschäftsreisenden geben an, dass sich Geschäftsreisen positiv auf ihr mentales oder physisches Wohlbefinden auswirken. Zu den am häufigsten genannten Vorteilen zählen:
- 45% sagen, dass Geschäftsreisen ihnen eine Auszeit vom Büro oder Homeoffice ermöglichen.
- 44% sagen, dass ein Tapetenwechsel ihnen hilft, neue Energie zu tanken.
- 36% sagen, dass sie dadurch die Möglichkeit haben, sich persönlich mit Kollegen auszutauschen, die sie sonst nicht sehen.
- 30% sagen, dass sie dadurch eine kurze Pause von familiären oder persönlichen Verpflichtungen einlegen können.
- 30% sagen, dass sie dadurch die Wellnessangebote des Hotels nutzen können.
- 19% sagen, dass ihnen dadurch neue Möglichkeiten im Bereich Fitness geboten werden.
Einige Vorteile treten bei Geschäftsreisenden mit Kindern stärker hervor als bei Geschäftsreisenden ohne Kinder. So gaben beispielsweise 33% der Eltern an, dass Geschäftsreisen ihnen eine Auszeit von familiären oder persönlichen Verpflichtungen ermöglichen, verglichen mit 26% derjenigen ohne Kinder.
Eltern nannten auch häufiger den Zugang zu Wellness-Einrichtungen im Hotel (33% gegenüber 25%) und Fitnessmöglichkeiten, die ihnen sonst nicht zur Verfügung stehen (22% gegenüber 14%), als Vorteile von Geschäftsreisen.
Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Mitarbeiter Geschäftsreisen zunehmend als mehr als nur eine rein geschäftliche Angelegenheit betrachten. In einer Zeit, die von Burnout und digitaler Müdigkeit geprägt ist, sehen viele Arbeitnehmer Reisen als Chance, wieder in Kontakt mit Kollegen, Kunden und sich selbst zu treten.
Den ROI begründen, aber wie
Finanzverantwortliche erkennen weiterhin den strategischen Wert von Geschäftsreisen an. Fast alle befragten CFOs (97%) geben an, dass Geschäftsreisen für die Wachstumsstrategie ihres Unternehmens wichtig sind, und 82% erwarten in diesem Jahr ein höheres Reisebudget. Doch mit steigenden Investitionen steigt auch die Aufmerksamkeit. Fast neun von zehn CFOs (89%) sind der Meinung, dass ihre Travel Manager besser begründen müssen, wie Geschäftsreisen zum Erreichen der Unternehmensziele beitragen.
Travel Manager beklagen jedoch, dass sie den ROI ohne ausreichende Unterstützung des Unternehmens nachweisen müssen. 84% stimmen zu, dass sie die Unternehmensziele ohne mehr Unterstützung der Finanzleitung nicht vollständig erreichen können. Dazu gehören bessere Daten und Erkenntnisse zum Nachweis des ROI (44%), Schulungen zum effektiven Einsatz von KI (43%), eine stärkere Akzeptanz von Richtlinienänderungen oder neuen Initiativen (42%) sowie aktualisierte Technologielösungen (40%).
Geschäftsreisen werden stressiger und unvorhersehbarer
Auch wenn Geschäftsreisen für Angestellte geschätzt werden, sind viele zunehmend besorgt über die Realität des modernen Reisens. 67% der Geschäftsreisenden geben an, in diesem Jahr mit Geschäftsreisen zu zögern. Ihre Bedenken spiegeln die allgemeine Instabilität im globalen Reiseumfeld wider:
- 31% nennen Sicherheitsbedenken bei Reisen in Gebiete, die von geopolitischen Konflikten oder Spannungen betroffen sind.
- 28% befürchten Reisebeeinträchtigungen wie Flugverspätungen oder -ausfälle.
- 16% äussern Bedenken hinsichtlich Visa, Aufenthaltsstatus und digitaler Ausweise.
Zudem gibt fast jeder Vierte (24%) an, dass Überfüllung oder Massentourismus sich negativ auf eine Geschäftsreise ausgewirkt haben. 87% der Geschäftsreisenden versuchen daher, während ihrer Geschäftsreisen die touristischsten Gebiete zu meiden.
Zu den grössten Ärgernissen zählen:
- 43% bemängeln die höheren Kosten in überfüllten Reisezielen.
- 38% geben an, dass es in überlaufenen Gebieten schwieriger ist, sich fortzubewegen.
- 33% berichten von Schwierigkeiten bei der Suche nach bevorzugten Reiseoptionen aufgrund von Überbuchungen oder begrenztem Angebot.
- 27% fühlen sich unwohl in der Menschenmenge.
- 26% bemerken erhöhte Sicherheitsrisiken oder befürchten Anfeindungen gegenüber Touristen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Mitarbeiter Geschäftsreisen zunehmend schätzen, viele Aspekte jedoch als frustrierend empfinden.
Es wird mehr Unterstützung erwartet
Die diesjährige Umfrage zeigt auch veränderte Erwartungen an die Verantwortung der Arbeitgeber und die Unterstützung von Geschäftsreisenden. Mehr als ein Viertel (27%) der Geschäftsreisenden gibt an, dass ihr Arbeitgeber am meisten für ihre Sicherheit auf Geschäftsreisen verantwortlich ist – ein deutlicher Unterschied zu 18%, als 2020 eine ähnliche Frage gestellt wurde.
37% der Geschäftsreisenden sehen sich selbst am meisten verantwortlich, eine Ansicht, die von älteren Generationen stärker vertreten wird als von jüngeren (Babyboomer: 47%, Generation X: 43%, Millennials: 35%, Generation Z: 33%). Nur 6% sehen die Regierung am meisten verantwortlich.
Gleichzeitig ist das Vertrauen in die Vorbereitung des Arbeitgebers gemischt. Nur 58% der Reisenden geben an, dass sie grösstenteils oder vollständig darauf vertrauen, dass ihr Unternehmen sie erfolgreich evakuieren könnte, falls sie aufgrund einer Gefahrenlage oder eines Notfalls in einem Land festsitzen würden.
Unternehmen sind gesetzlich verpflichtet, angemessene Massnahmen zum Schutz ihrer Mitarbeiter auf Geschäftsreisen zu ergreifen. Dennoch geben 86% der Reisemanager an, dass sie besorgt sind, dass ihr Unternehmen nicht genug für die Sicherheit der Mitarbeiter auf Reisen tut. Lediglich 38% der Finanzchefs geben an, dass ihr Unternehmen die volle Verantwortung für die Sicherheit der Mitarbeiter auf Geschäftsreisen trägt. Die meisten (57%) sehen zwar eine gewisse Verantwortung des Unternehmens, diese liegt aber primär bei den Mitarbeitern.
Die Zukunft der Geschäftsreise, eine Frage des Vertrauens
Es ist ausserdem wichtig zu erwähnen, dass laut Reisemanagern die grösste Bedrohung für Geschäftsreisen in diesem Jahr nicht geopolitische Konflikte (43%), kurzfristige Verspätungen (39%) oder Reisebehinderungen durch Unwetter (39%) sind, sondern das Risiko des Hackens sensibler Daten im Ausland (44%).
Im Hinblick auf die Technologie sind Mitarbeiter bereit, persönliche Daten preiszugeben, wenn dies die Sicherheit und Unterstützung auf Reisen verbessert. 79% der Geschäftsreisenden geben an, dass sie es zumindest einigermassen akzeptieren, wenn Arbeitgeber ihren Standort auf Geschäftsreisen verfolgen, um ihre Sicherheit besser zu gewährleisten.
Vertrauen bleibt jedoch ein entscheidender Faktor: Fast ein Drittel (29%) der Geschäftsreisenden weltweit gibt an, dass die Echtzeitüberwachung von Standort und Ausgaben auf Geschäftsreisen ihr Vertrauen in die Entscheidungen der Unternehmensführung untergraben würde.
Die Ergebnisse verdeutlichen den zunehmenden Balanceakt für Unternehmen: Mitarbeiter wünschen sich während ihrer Reisen immer mehr Sicherheit und Unterstützung von ihren Arbeitgebern und erwarten gleichzeitig Transparenz darüber, wie die Reisedaten verwendet werden. (Business Traveltip)








