Geplante ESTA-Anforderungen: GBTA verweist auf Risiken

GBTA fordert ausgewogenen Ansatz für neue ESTA-Anforderungen und verweist auf Risiken für globale Geschäftsreisen.
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Die Global Business Travel Association (GBTA) hat im Rahmen der geplanten erweiterten Anforderungen für die ESTA-Beantragung eine formelle Stellungnahme bei der Zoll- und Grenzschutzbehörde der USA eingereicht.

Darin fordert sie die Behörde nachdrücklich auf, bei der Bewertung der vorgeschlagenen wesentlichen Änderungen der Anforderungen des elektronischen Reisegenehmigungssystems (ESTA) einen ausgewogenen und praktischen Ansatz zu verfolgen.

Schwächung der USA als bevorzugtes Reise- und Tagungsziel

In der Stellungnahme legt GBTA die potenziellen wettbewerblichen, betrieblichen und wirtschaftlichen Folgen der vorgeschlagenen Änderungen dar. Übermässig aufwändige Datenerfassungsmassnahmen und restriktive Antragsverfahren könnten den weltweiten Geschäftsreiseverkehr stören, die Mobilität von Unternehmen beeinträchtigen und die Position der USA als bevorzugtes Ziel für internationale Reisen und Tagungen schwächen – ganz zu schweigen von den möglichen negativen Auswirkungen auf Geschäftsreisende und die von ihnen abhängigen Unternehmen.

«Sicherheit und effiziente Geschäftsreisen schliessen sich nicht gegenseitig aus. Die GBTA unterstützt zwar nachdrücklich die Bemühungen zum Schutz der US-Grenzen und zur Verbesserung der Sicherheit von Reisenden, doch die vorgeschlagenen Änderungen bergen erhebliche Risiken und könnten die Vorteile untergraben, die Geschäftsreisen für Unternehmen mit sich bringen, die ihre Mitarbeiter auf internationale Reisen in die USA schicken, sowie für die amerikanischen Reiseziele, die sie willkommen heissen», sagte Suzanne Neufang, CEO der GBTA.

«Ein ausgewogener Ansatz wird die nationale Sicherheit stärken und gleichzeitig sicherstellen, dass die USA ein zugängliches, begehrtes und wettbewerbsfähiges Reiseziel für Meetings und Konferenzen für globale Unternehmen bleiben», führt Suzanne Neufang weiter aus.

Was steht auf dem Spiel?

In den USA und darüber hinaus sind Geschäftsreisen von zentraler Bedeutung für die globale Wirtschaft, da sie Handel, Innovation, Investitionen und die Zusammenarbeit zwischen Menschen ermöglichen.

Allein die Mitglieder der GBTA verwalten schätzungsweise mehr als USD 363 Mrd. an jährlichen Ausgaben für Geschäftsreisen. Darüber hinaus hatten Geschäftsreisen laut Daten der GBTA für 2022 einen wirtschaftlichen Einfluss von USD 484 Mrd. in den USA und sicherten sechs Millionen amerikanische Arbeitsplätze.

Unbeabsichtigte Folgen

Die vorgeschlagenen ESTA-Änderungen könnten unbeabsichtigte Folgen haben, die sich auf das gesamte Reise-Ökosystem auswirken, darunter:

  • Höherer Verwaltungsaufwand aufgrund neuer Anforderungen zur Bereitstellung von Daten für mehrere Jahre für Social-Media-Konten, Telefonnummern, E-Mail-Adressen, erweiterte Familienangaben und mögliche biometrische Daten.
  • Konflikte mit internationalen Datenschutzgesetzen, einschliesslich der Vorschriften der Europäischen Union zu strengen Beschränkungen für die Erhebung personenbezogener Daten, Transparenz und grenzüberschreitenden Datenschutzmassnahmen.
  • Reisebarrieren durch ein ausschliesslich mobiles Antragsverfahren, das im Widerspruch zu den Sicherheitsprotokollen von Unternehmen steht und Reisenden ohne kompatible Geräte den Zugang erschwert.
  • Längere Bearbeitungs- und Genehmigungsfristen, erhöhtes Risiko von Fehlern oder Auslassungen und geringeres Vertrauen in vorhersehbare Reisezeitpläne – insbesondere während der globalen Reisehochsaison.
  • Eine abschreckende Wirkung auf Reisen in die USA, wodurch Meetings, Veranstaltungen und Investitionen möglicherweise auf andere Märkte verlagert werden.
Neue GBTA-Branchendaten zeigen weit verbreitete Besorgnis

Laut einer Umfrage der GBTA vom Januar 2026 unter 571 Fachleuten der Reisebranche aus 40 Ländern sind die Bedenken hinsichtlich der vorgeschlagenen ESTA-Änderungen erheblich und weit verbreitet:

  • 78% der Reisefachleute, die Unternehmen vertreten, die regelmässig Mitarbeiter in die USA entsenden, sind sehr (42%) oder eher (36%) besorgt.
  • 65% geben an, dass die Verwaltung von Reisen schwieriger wird, und 64% nennen die zusätzliche Komplexität bei der Entsendung von Reisenden in die USA.
  • 63% rechnen mit höheren Kosten für Geschäfte in den USA, während 61% sagen, dass Mitarbeiter aufgrund von Datenschutzbedenken oder administrativem Aufwand möglicherweise weniger bereit sind zu reisen.
  • Unter den europäischen Reisefachleuten geben 67% an, dass Mitarbeiter es vorziehen würden, nicht in die USA zu reisen, wenn sie umfangreiche persönliche Daten offenlegen müssten.
  • Die vorgeschlagenen Anforderungen könnten zu einer erheblichen Veränderung der Reisegewohnheiten führen:
    o 43% geben an, dass ihre Unternehmen eher dazu neigen, Meetings ausserhalb der USA abzuhalten.
    o 29% erwarten einen kurzfristigen Rückgang der Geschäftsreisen in die USA, während 25% mit einem langfristigen Rückgang rechnen.
    o 19% planen eine Überarbeitung ihrer Reiserichtlinien, um Reisen in die USA zu beschränken.

(Business Traveltip)

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