Gibts bald die deutsche Antwort auf ‘The Palm’?

Helgolands Bürgermeister hat Vergrösserungspläne für seine Insel.
Helgoland und die Helgoländer Düne ©Pixabay/olleaugust

Deutschlands einzige Hochseeinsel Helgoland liegt rund 60 Kilometer entfernt vom Festland in der Nordsee.

Im Jahr 1721 trennte eine Flut Helgoland, sodass seitdem zwei Inseln aus dem Wasser ragen: eine Hauptinsel mit Dorf und Klippenweg, sowie eine Nebeninsel, die Helgoländer Düne, wo auch der Flugplatz des Eilands liegt. Den einen Kilometer Seeweg dazwischen legt eine Fähre zurück.

Nun will Bürgermeister Thorsten Pollmann ‘sein’ Helgoland «wieder zukunftsfähig machen», wie er sagt. Der Platz für die rund 1300 Bewohner*innen werde knapp. Viele ziehen weg, und die Hafenmole der Fähre müsse teuer ersetzt werden.

Die Inselwirtschaft ankurbeln mit Sand

Die Lösung sieht der Bürgermeister in einem Vorschlag, der bereits 2010 von der Bevölkerung abgelehnt wurde: Er will durch eine Landaufschüttung mit Sand die Landfläche vergrössern und die beiden Inseln wieder verbinden.

Die Aufschüttung soll mehrere Probleme auf einen Schlag lösen: zusätzlichen Wohnraum schaffen, und die Sanierungskosten für den Hafen einsparen. Ausserdem könnte man den Tourismus ausbauen, zusätzliche Hotels auf dem gewonnen Land bauen und somit Arbeitsplätze schaffen. So Pollmanns Vision. Im Jahr 2025 besuchten 290’000 Tourist*innen Helgoland.

Laut ersten Rechnungen wären die Kosten einer Aufschüttung (rund 250 Millionen Euro) nur halb so hoch wie die benötigten Kosten für die Molen (rund 500 Millionen Euro), wie Pollmann argumentiert. Durch den Verkauf der neuen Hotels an Investor*innen könnten die Kosten zumindest teilweise abgedeckt werden.

Die Entscheidung liegt aber beim Volk. Pollmann ist überzeugt, dass das Projekt gute Chancen hat, angenommen zu werden. Die Zeiten hätten sich seit der letzten Abstimmung geändert. Zunächst wird der Bürgermeister die Idee der Gemeindevertretung präsentieren. (AT)