Globetrotter verrechnet Kunden Bearbeitungsgebühr bei Storno

Als Retailer zahlt das Unternehmen nicht den ganzen Reisepreis zurück.
Globetrotter-Filiale. ©Globetrotter

Umbuchen und stornieren von längst gebuchten und inzwischen wegen der Covid-19-Pandemie abgesagten Reisen ist derzeit die Haupttätigkeit in den Reisebüros. Das gibt viel zu tun, bringt aber kaum Geld. In dieser Situation hat Globetrotter Travel Service GTS) beschlossen, eine Bearbeitungsgebühr bei stornierten Reisen zu verlangen.

Konkret heisst das: Wenn Globetrotter als Retailer eine Reise eines anderen Veranstalters verkauft hat und diese Reise wegen der Corona-Krise storniert wird, gibt Globetrotter dem Endkunden nur den Reisepreis der nicht bezogenen Leistungen vollumfänglich, aber unter Abzug einer Bearbeitungsgebühr zurück.

«Wir stellen einen Teil unserer Beratung und Arbeit in Rechnung, denn diese Leistungen wurde ja bezogen», bestätigt Nick Gerber, Head of Products und Manager Flights bei Globetrotter Travel Service, Informationen von TRAVEL INSIDE. Diese Gebühr könne je nach Dossier-Preis und Aufwand ein paar hundert Franken betragen, liege aber immer noch unter dem Betrag, den die Provision ausgemacht hätte. «Gedeckt sind unsere Aufwände mit dieser Gebühr aber nicht», fügt Gerber an. Die Kunden, so Gerber, hätten mehrheitlich Verständnis dafür.

Eine Bearbeitungsgebühr zu verlangen, bzw. bei der Rückerstattung für eine Pauschalreise an den Endkunden einzubehalten, ist nach gängiger Auffassung auch unter dem Pauschalreisegesetz zulässig. Ein Betrag von CHF 200 galt bisher als angemessen. Eine Bearbeitungsgebühr in dieser Grössenordnung hat auch der Ombudsman der Reisebranche gegenüber den Endkunden auch schon verteidigt und dafür mehrfach Schelte von den Konsumentenschützern bezogen, die in der Regel auf eine vollständige Rückzahlung einer stornierten Reise bestanden.

In der Corona-Zeit zeigen viele Kunden Verständnis für die Reisebüros, andere hingegen gewöhnen sich an kulante Gratis-Dienstleistungen bei Corona-bedingten Stornos und Umbuchungen. Die Diskussion über die Abgeltung für die Arbeit im Reisebüro wird für die Zeit nach Corona neu geführt werden müssen.

(Christian Maurer)