
United Waterways ist in der breiteren Öffentlichkeit kein sehr geläufiger Name, darf sich aber mit über 120 Schiffen (vor allem Fluss) als umfassend aufgestellter, führender europäischer White-Label-Dienstleister für Passagierschiffe bezeichnen.
Gegründet wurde das Unternehmen vor 21 Jahren von Robert Straubhaar, der dem Unternehmen als Präsident vorsteht. Seit einem Jahr leitet Sascha Gill als CEO die Geschäfte. Der deutsche Wirtschaftswissenschafter ist ein erfahrener Hotel- und Cruise-Profi und Nachhaltigkeitsexperte, der u.a. auch für die CLIA tätig war.
Kürzlich präsentierte United Waterways ein ambitioniertes neues und modulares Investitionsprogramm für 12 «grüne» Passagierschiffe, darunter 10 Flussschiffe und zwei Hochsee-Einheiten.
Dual-Fuel und Elektro auf dem Fluss
«Wir streben einerseits eine Erneuerung unserer grossen Flussschiff-Flotte an, die wir selber finanzieren und die unter unserer Geschäftseinheit Starling Fleet und von uns bereedert an verschiedene Kunden verchartert wird», erklärt Sascha Gill.
Dabei geht es um 10 Neubauten, die in Holland entstehen werden und ab 2027 bis voraussichtlich 2032 zur Auslieferung kommen. Mit einer Länge von je 135 Metern dürfte es um Einheiten für rund 180 Passagiere gehen. «Noch können Kunden Einfluss auf die Gestaltung nehmen», sagt Gill.
Vor allem aber: Die neuen Flussschiffe werden alle mit sogenannten Dual-Fuel-Motoren ausgestattet, die nebst Diesel auch HVO-Bio-Fuel als Drop-in sowie E-Methanol nutzen können. Dazu kommen Batterien für den Elektroantrieb zum Einsatz.
«Diese Generation von Flussschiffen kann dank einem Tiefgang von weniger als 1,3 Metern auch in flachen Gewässern verkehren und unterwegs den Kraftstoff wechseln», ergänzt Gill. Energie-Effizienzmassnahmen wirken sich kostensparend aus.
«Die grosse Investition von United Waterways in die Vorleistung markiert einen bedeutenden Schritt in Richtung einer nachhaltigeren und zukunftsorientierten Flusskreuzfahrtbrachen», unterstreicht Gill.
Neue Hochsee-Investitionen
Nebst den Flussschiffen strebt United Waterways auch ein Comeback im Bereich der Hochsee-Passagierschifffahrt an, die unter der Geschäftseinheit Ocean Advice steht. Ein Kunde war hier bis im letzten Jahr die Renaissance der französischen Reederei CFC, die inzwischen mit der britischen Ambassador fusionierte.
«Geplant sind je ein neuer Coastal Cruiser und ein neues Expeditionsschiff, bei denen wir unsere grosse und umfassende Fluss-Expertise auch auf die Hochsee bringen», gibt Gill bekannt. In den Unterlagen wird dabei auch von «Pocket Cruisers» gesprochen.
Der Coastal Cruiser dürfte zwischen 200 und 400 Passagiere aufnehmen, das eisverstärkte Expeditionsschiff deren 200. Ausgestattet werden die Schiffe ebenfalls mit Dual-Fuel-Motoren und Batterien, und sie werden ebenfalls im White-Label-Verfahren an Kunden verchartert.
«Wir rechnen damit, dass wir noch in diesem Jahr die Planung für die neuen Hochsee-Schiffe abschliessen und in Auftrag gegeben können», sagt Gill.
Beat Eichenberger








