Gute Aussichten für 2026

China war das Gastland des diesjährigen Asia Pacific Workshop APW von 17. November in Glattbrugg. An einer Medienkonferenz informierte das Fremdenverkehrsamt der Volksrepublik über die neusten Entwicklungen und Trends im Tourismus.
Die Delegation des Fremdenverkehrsamts China in Zürich am APW: (v.l.) Yuan Qin, Manager Marketing und Kommunikation, Haisheng Liu, Direktor, Yangyang You, Direktionsassistent. ©TRAVEL INSIDE

Das Fremdenverkehrsamt von China war an der diesjährigen Ausgabe des Asia Pacific Workshop zum ersten Mal seit der Corona-Pandemie wieder mit dabei. Grund dafür war die späte Öffnung des Landes nach der Pandemie. Wie auch Japan wurde die Volksrepublik erst im Laufe des Jahrs 2023 wieder für auswärtige Besucher vollständig zugänglich. 2024 zählt daher als das erste normale Tourismusjahr seit 2019. 

Am Workshop waren Haisheng Liu, der Direktor der Zürcher Vertretung, anwesend sowie Yangyang You, der seit knapp zwei Wochen als Direktionsassistent in Zürich tätig ist, und die Marketing- und Kommunikationsmanagerin Yuan Qin – sie führte durch die Präsentation.

Seit 2021 hat sich in China viel getan. Vor allem in die Infrastruktur wurde enorm viel investiert. Heute sind fast alle der Städte mit über 100’000 Einwohnern an das Bahnnetz angeschlossen. Das Schienennetz der Hochgeschwindigkeitszüge ist unglaubliche 160’000 Kilometer lang. Und allein 2024 wurden 36 neue Flughäfen eröffnet. Darum ist das Reisen in diesem riesigen Land, das 233 Mal grösser als die Schweiz ist, viel bequemer. Fern der grossen Metropolen gelegene Regionen können teilweise direkt vom Ausland aus angeflogen werden. Endlos lange Autofahrten sind Vergangenheit.

Visumsfrei zu den Avatar-Bergen

Doch nicht nur darum boomen China-Reisen derzeit. Als ‘game changer’ agiert die Befreiung vom Visum. Seit dem 1. Januar 2025 und noch mindestens bis zum 31. Dezember 2026 brauchen Schweizerinnen und Schweizer sowie Bürger von zahlreichen anderen Ländern kein Visum mehr, sofern sie nicht länger als 30 Tage in China bleiben. Diese Lockerung der Einreisebestimmungen hat China ein enormes Tourismuswachstum beschert.

In der Gunst der Besucherinnen und Besuchern stehen die Megastädte weiterhin vorn. Aber auch Regionen wie Hunan, deren Berge im Zhangjiajie-Nationalpark als Drehschauplatz für den Film ‘Avatar’ dienten, sind international begehrt. Die Berge gehören seit 2012 zum Weltkulturerbe der UNESCO. 

Generell gibt es laut Yuan Qin aktuell 4 Reisetrends. Dazu gehört der Agritourismus, also Reisen in dörfliche Regionen, wo Kooperativen touristische Infrastruktur und Erlebnisse anbieten. 70 Prozent der Einkünfte fliessen dabei in die Gemeinschaften und wirken so der Landflucht entgegen.

Auch Outdoor-Aktivitäten werden immer beliebter, vor allem der Wassersport. Dazu kommen City Walks und immersive Erlebnisse in den Tausenden von Licht-Shows im ganzen Land.

Die Schweiz ist einer der grössten und wichtigsten Fernmärkte für den Tourismus in China. Die Pro-Kopf-Ausgaben der Schweizer Besucherinnen und Besucher liegen laut Stefan Römer, Inhaber von Tourasia und APW-Beirat, ganz zuvorderst. Er bestätigte den von Yuan Qin erwähnten Boom aus der Schweiz und prognostizierte für das Jahr 2026 eine markante Steigerung der Besucherzahlen.

Ausserdem wiesen sowohl er als auch Yuan Qin auf die weit fortgeschrittene Digitalisierung von China hin: Bargeld ist da heute nicht mehr nützlich. Ohne eine App wie WeChat Pay oder Ali Pay, den Pendants zum schweizerischen Twint, kann man selbst auf den Gemüsemärkten nichts mehr kaufen. Die Apps lassen sich aber einfach mit einer Kreditkarte verbinden. Auch ein Taxi lässt sich nicht mehr einfach herbeiwinken. Fahrdienste werden ausschliesslich über DiDi, den chinesischen Uber, angeboten.

Gabrielle Attinger