Hamburg will sein Flusskreuzfahrt-Potenzial ausschöpfen

Die Elbmetropole soll vermehrt auch bei den River-Cruisern in den Fokus rücken.
Der Hamburger Hafen ©Cruise Gate Hamburg

Während Hamburg als Hub für die Hochseekreuzfahrt längst in der obersten Liga spielt, fristete die Flusskreuzfahrt an der Elbe bislang eher ein Nischendasein. 

Das soll sich nun ändern: Wie die deutsche ‘Zeit’ berichtet, haben Regierungsfraktionen von SPD und Grünen in der Hamburger Bürgerschaft eine Initiative gestartet, um die Hansestadt als attraktiven Start-, Ziel- und Zwischenhafen für Flussschiffe zu etablieren.

Fokus auf kaufkräftige Klientel

Hinter dem Vorstoss steht die Strategie, den Tourismus in Hamburg qualitativ weiterzuentwickeln. Laut Arne Platzbecker, Tourismusexperte der SPD, seien Flusskreuzfahrtgäste «eine äusserst attraktive Zielgruppe für die Destination». Sie gelten als kulturinteressiert, verweilen oft länger in der Stadt und weisen eine überdurchschnittliche Wertschöpfung in den Bereichen Gastronomie, Einzelhandel und Kultur auf.

Ein entscheidender Vorteil für die Stadtentwicklung: Die Flusskreuzfahrt ist weniger saisonabhängig. Davon erhofft sich die Politik eine Belebung der Innenstadt auch in der Nebensaison, ohne die touristischen Hotspots in den Sommermonaten zusätzlich zu überlasten.

Infrastruktur in Bestlage gesucht

Um den Anschluss an die europäischen Mitbewerber zu finden, fordert die Politik nun die Identifizierung geeigneter Standorte für moderne Anleger in Innenstadtnähe. Die Anforderungen der Branche sind klar definiert:

Zentralität: Fussläufige Erreichbarkeit der City.
Konnektivität: Direkte Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr (ÖV).
Nachhaltigkeit: Landstromanschlüsse sowie strenger Lärm- und Emissionsschutz.

Schweizer Flussschiffe in Steinwerder

Auch die beiden Schweizer Anbieter, Excellence Cruises und Thurgau Travel, laufen Hamburg in diesem Sommer an und nutzen dabei den Kronprinzkai am Cruise Center Steinwerder.

Nachhaltiges Wachstum als Ziel

Insbesondere die Grünen betonen, dass der Ausbau der Infrastruktur im Einklang mit der Umwelt und den Anwohnern erfolgen muss. «Wir setzen bei der Planung konsequent auf Landstromnutzung», unterstreicht Dominik Lorenzen von den Grünen. 

Damit würde sich Hamburg als zukunftsorientierte Destination positionieren, welche die hohen ökologischen Standards moderner Flussreisen erfüllen will.

Für Retailer und Veranstalter bedeutet dieser Vorstoss mittel- und längerfristig eine potenzielle Erweiterung des Portfolios in Hamburg – weg vom reinen Transit hin zu einer verstärkten Einbindung der Stadt in Elbe-Routen. (TI)