Heute könnte der Bundesrat etwas für die Reisebranche tun

Fällt die Risikoländerliste mit der Rückreisequarantäne?
Der Gesamtbundesrat 2021 © Markus Jegerlehner

Geimpfte mit Schweizer Wohnsitz sollen nach der Rückkehr aus einem Risikogebiet nicht mehr in Quarantäne müssen. Dies könnte der Bundesrat heute Mittwoch (12.5.) im Rahmen von neuen Lockerungen der Covid-19-Regeln den Kantonen vorschlagen.

Ob damit die Risikoländerliste des Bundesamts für Gesundheit (BAG) grundsätzlich fällt, ist damit noch nicht gesagt. Bliebe sie besehen, müsste definiert werden, für wen und in welchem Zeitraum eine allfällige Aufhebung der Quarantänepflicht gilt – nur für Geimpfte oder auch für Getestete und  Genesene. Auch ob die generelle PCR-Testpflicht für Flugpassagiere in die Schweiz zur Streichung ansteht, ist noch ungewiss.

Der Lockerungs-Druck auf den Bundesrat ist in den letzten Tagen massiv gestiegen. Und Bundesrat Alain Berset soll laut Insidern Einlenken signalisiert haben. Entschieden wird voraussichtlich allerdings noch nichts. Frühestens in einer Woche ist mit einem Entscheid der Regierung zu rechnen, nach Anhörung der Kantone.

Beide Beschränkungen, die Quarantänepflicht für Reisende aus Risikoländern und die Testpflicht für sämtliche Flugreisende aus allen Ländern, vergällen den Schweizerinnen und Schweizern die Ferien im Ausland und treffen so die Reisebranche hart. Der Schweizer Reise-Verband (SRV) hat bei einem Besuch bei Bundesrat Alain Berset intensiv darauf hingewiesen und deren Aufhebung verlangt. Berset versprach:«Wir suchen Lösungen»

Mit den Lockerungen würde ein wesentliches Hindernis für Ferienreisen wegfallen. Derzeit stehen mehrere klassische Sommerferiendestinationen wie die Türkei, Ägypten und Zypern sowie grosse Teile Frankreichs und Italiens auf der Risikoländerliste des BAG. Für Ferien kommen diese Länder derzeit kaum in Frage.

Die Forderungen der Reisebranche dürften davon profitieren, dass auch die volkswirtschaftlich wichtige Gastro-Branche ultimativ nach Lockerungen verlangt. Die Reise-Erleichterungen könnten damit quasi im Windschatten anderer Anliegen durchgehen.

Und schliesslich macht neben der Outgoing-Branche auch die wirtschaftlich ungleich gewichtigere Incoming-Branche heftig Druck für die Lockerungen der Reisehindernisse, die auch ausländische Touristen von Ferien in der Schweiz abhält. (TI)