HRS: Kettenhotels sind meist die teurere Lösung

Privat geführte Häuser haben oftmals ein besseres Preis-Leistungsverhältnis und zufriedenere Kunden als Kettenhotels, wie eine HRS-Studie zeigt.

Individualhotels sind in Europa mit 88% Marktanteil das Rückgrat der Hotellerie und haben oftmals ein besseres Preis-Leistungsverhältnis als Kettenhotels. Dies hat eine Analyse von HRS ergeben, für die im Zeitraum von Januar 2015 bis September 2016 die Top-50-Geschäftsreisedestinationen in Europa, Naher Osten und Afrika untersucht wurden. So sei die Übernachtung in einem Drei-Sterne-Individualhotel mit durchschnittlich EUR 84 rund 15% günstiger als in einem Kettenhotel derselben Kategorie. Im Vier-Sterne-Segment sind unabhängig geführte Häuser 10% günstiger. Im Bereich der Luxushotels macht der durchschnittliche Preisunterschied laut HRS 8% aus.

Zufriedenere Gäste bei geringerem Übernachtungspreis
Kettenhotels kalkulieren oft eine Gebühr für das Marketing und das Franchise in die Rate mit ein, heisst es bei HRS. «Durch schlankere Strukturen sind unabhängig geführte Hotels häufig effizienter aufgestellt, was sich positiv auf die Kosten auswirkt. So können sie in der Regel mehr in Ausstattung und Service investieren und trotz der geringeren Rate ein gleich hohes oder besseres Qualitätslevel gewährleisten.» So liege die Durchschnittsbewertung in Individualhotels bei 7,48 von 10 Punkten gegenüber 7,42 bei Kettenhotels (Drei-Sterne-Segment). Im Vier-Sterne-Segment erzielen Individualhotels trotz der um ein Zehntel günstigeren Rate gleichgute Bewertungen (7,93 Punkte) wie die Kettenhotels (7,92 Punkte). Lediglich im Luxussegment liegen die Ketten mit 8,25 Punkten über den Individualhotels (7,74 Punkte).

Geschäftsreisende bevorzugen Kettenhotels
Im Geschäft mit globalen Unternehmen stehen die privat geführten Hotels häufig noch im Schatten der Kettenhotellerie. Der Grund dafür liege in der Fragmentierung des Marktes. «Die fehlende Übersicht und Transparenz über mittelständische Häuser stellt die Reiseverantwortlichen von Unternehmen bei der Zusammenstellung ihres Hotelportfolios vor grosse Herausforderungen. Um den Aufwand für Verhandlungen gering zu halten, wenden sich daher viele Unternehmen eher an ausgewählte Hotelketten statt mit einer Vielzahl an Individualhotels zu verhandeln. Doch mit dem kategorischen Ausblenden des Grossteils des Marktes entgeht den Firmen ein bislang ungenutztes Potenzial Kosten zu senken.

 

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