
André Lüthi, Globetrotter & President, Globetrotter Group:

«Zuerst mal ziehe ich den Hut vor den Mitarbeitenden und dem Kader der Hotelplan Group. Trotz der unglücklichen Kommunikationsstrategie der Migros-Spitze, was den Verkaufsprozess angeht, haben sie zum grössten Teil dem Unternehmen die Treue gehalten – dies spricht für eine gesunde Unternehmenskultur.
Meine provokative grundsätzliche Sicht: Dass renommierte Beratungsunternehmen die Zukunft und das Heil nur noch im Massengeschäft, in Skalierungen, Synergien und Volumen sehen ist zu bedauern. Excel-Tabellen wird mehr vertraut als dem gesunden Menschenverstand.
Wo bleibt der Unternehmergeist, der Mut der Verwaltungsräte, nicht gleich bei etwas Gegenwind das Heil in Beratungsunternehmen zu suchen – im speziellen wenn ein Unternehmen erfolgreich unterwegs ist und eine gewisse Rendite abwirft.
Wo bleibt der unternehmerische Mut ohne Verkauf des Unternehmens die Zukunft zu gestalten? Doch wird die optimale Rendite nicht abgeworfen, lieber weg damit – Verantwortung zu übernehmen, die Herausforderungen anzupacken mit einem tollen Management-Team ist eine Tugend, die leider immer mehr verloren geht. Konklusion: Schade geht Hotelplan nach Deutschland.
Das jetzige Versprechen, dass alles so weiterläuft, kann und muss nur so lauten. Doch es ist davon auszugehen, dass mittelfristig Dertour nicht alle seine rund 70 Reisebüros und die rund 80 von Hotelplan weiterführen wird. Aber auch im Touroperating wird es wohl zu Zusammenschlüssen kommen – Dertour will Kosten sparen; ein logischer unternehmerischer Entscheid.
Spannend wird auch der Knackpunkt IT – Dertour hat in letzter Zeit ein neues System aufgebaut; lässt man Hotelplan parallel fahren oder wird nicht das ganze IT-System von Hotelplan gebraucht?
Und zum Schluss. Die Globetrotter Group als Nummer 4 bleibt in Schweizer Händen.»
Philipp von Czapiewski, CEO, TUI Suisse:

«Der Entscheid schafft Klarheit in der Schweizer Reisebranche und unterstreicht deren Dynamik. Als TUI Suisse und Teil der TUI Group verfügen wir über ein starkes Geschäftsmodell und eine klare Strategie, um Chancen im sich wandelnden Reisemarkt zu nutzen.
In den vergangenen Jahren nach der Pandemie konnten wir im Schweizer Markt erfolgreich wachsen und unsere Marktposition ausbauen. Diese positive Entwicklung bestärkt uns darin, uns konsequent auf nachhaltiges Wachstum aus eigener Stärke zu konzentrieren.»
Markus Kohli, Knecht Reisen:
«Zum Verkauf und möglichen Auswirkungen nehmen wir aktuell keine Stellung.»
Ombudsman der Schweizer Reisebranche:

«Für die Kunden wird sich kurzfristig nichts ändern. Die bekannte und bewährte Produkte-DNA von Hotelplan wird zumindest für die bevorstehende Sommer und Wintersaison erhalten bleiben. Der neue «Owner» wird in naher Zukunft sicherlich die Ausrichtung und Positionierung der einzelnen Brands innerhalb der Gruppe aufeinander abstimmen sowie das Retail Netz prüfen.»








