TI-Umfrage: Das fordert die Reisebranche von Swiss und Edelweiss

Mehr als 1200 Antworten wurden abgegeben.

Letzte Woche hat der National- und Ständerat die Staatshilfe für die Swiss und Edelweiss genehmigt. Darüber hinaus sind die beiden Airlines gesetzlich dazu verpflichtet, den Reisebüros bis am 30. September 2020 das bezahlte Geld für nicht durchgeführte Flüge zurückzuerstatten.

Die Spannungen zwischen Reisebüros und Airlines wurden durch die Coronavirus-Krise nicht weniger. Im Gegenteil: Mit den gewährten Kreditbürgschaften des Bundes für die Airlines ist einigen in der Branche der Kragen geplatzt. Aus diesem Grund wollte TRAVEL INSIDE anhand einer Umfrage von seiner Leserschaft wissen, welche Forderungen die Branche an Swiss und Edelweiss stellt.

Die Auswertung zeigt, dass das Thema «Staatshilfe für die Swiss und Edelweiss» in der Branche polarisiert. Bei über 1200 Antworten (mehrere Antworten waren möglich) standen vor allem drei Forderungen hoch im Kurs.

  1. Der grosse Aufreger während der Krise, als die Swiss auf einmal die «Automatic-Refund»-Funktion in den Buchungssystemen ausgeschaltet hat, hat deutliche Spuren hinterlassen. Dreiviertel der Teilnehmenden fordern, dass diese Funktion in Zukunft nicht mehr ausgeschaltet werden darf.
  2. Rund 67% fordern gleiche Flugpreise für Direktbucher und Reisebürokunden.
  3. Und 61% wünschen sich ein Kommissionsmodell, damit die Reisebüros mit dem Flugticketverkauf wieder Geld verdienen können.

Etwas überraschend ist es, dass nur gerade 46% der Antwortenden eine Entschädigung für die Corona-bedingte Mehrarbeit im Zusammenhang mit stornierten Flügen verlangen. Dies deshalb, weil sich im Vorfeld viele lauthals über diese zusätzliche Arbeit aufgeregt haben. Anscheinend gehört die Vergütung dieses Mehraufwands aber nicht zu den grössten Anliegen an die Swiss und Edelweiss. Nur rund ein Viertel fordert zudem einen Sitz im Verwaltungsrat der beiden Airlines.

Das Resultat der Umfrage zeigt, dass der Branche in Bezug auf die Schweizer Airlines vor allem ein finanziell fairer Umgang am Herzen liegt. Vergütung von Mehraufwand oder Mitspracherecht stehen klar an zweiter Stelle. (YS)

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