Indonesien ersetzt Grenzkontrolle durch biometrische Korridore

Das südostasiatische Land setzt an den Flughäfen Jakarta und Surabaya die ersten Seamless Korridore von Amadeus ein, welche die Identität der Passagiere ohne Papiere überprüfen.
So sehen die neuen biometrischen Korridore aus. ©Amadeus

Reisende, die in Jakarta und Surabaya ankommen und für die Nutzung berechtigt sind, müssen bei der Einreise weder an der Grenzkontrolle stehen bleiben noch ihre Papiere vorlegen.

Stattdessen werden sie anhand biometrischer Gesichtserkennung überprüft, während sie durch den Seamless Corridor von Amadeus gehen. Die indonesische Generaldirektion für Immigration ist die erste Behörde weltweit, die biometrische Korridore mit neuer Biometrics-on-the Move-Technologie eingeführt hat.

Die Technologie nutzt KI-gestützte Biometrie, um die Identität von in Bewegung befindlichen Passagieren zu überprüfen, ohne Papiere einem Grenzbeamten oder an einem Counter vorlegen zu müssen. Dies soll die Einreise beschleunigen.

Zwei Korridore in Jakarta, einer in Surabaya 

Im Rahmen der Initiative ‘All Indonesia’, einer grossen, von der Regierung gesteuerten digitalen Transformation, hat die indonesische Einwanderungsbehörde zwei biometrische Korridore am Flughafen Jakarta und einen dritten in Surabaya eingerichtet. Damit soll der Einreisevorgang für internationale Reisende erleichtert werden.

Korridore zunächst für ältere und beeinträchtigte Reisende vorgesehen 

Aufgrund ihres inklusiven Designs und ihrer Funktionalitäten sind die Korridore zunächst für ältere und beeinträchtigte Reisende geplant. Damit soll die Vision Indonesiens unterstützt werden, welche transformative Technologien für alle zugänglich machen will. Zukünftige Einsatzbereiche sind für alle Passagiere in der gesamten Flughafeninfrastruktur des Landes vorgesehen.

Registrierung über App

Heute können sich Reisende, die besondere Unterstützung benötigen, über die ‘All Indonesia’-App für die Nutzung der neuen biometrischen Korridore registrieren. Diese App vereint Einreise-, Zoll-, Gesundheits- und Quarantäneerklärungen.

Reisende können ihre Passdaten von zu Hause aus übermitteln, so dass die Einwanderungsbehörde bereits vor ihrer Ankunft am Flughafen eine Überprüfung im Hintergrund durchführen kann. Bei der Einreise passieren Reisende einen speziellen Korridor, in dem ihr Gesicht gescannt und mit dem Foto in der Datenbank abgeglichen wird, um ihre Identität zu bestätigen.

Korridore wurden erstmals für Pilger eingesetzt 

Bevor sie für ältere und beeinträchtigte Passagiere eingesetzt wurden, haben die biometrischen Korridore die Ankunft von Hadsch-Pilgern vereinfacht. Indonesien hat die weltweit grösste Quote an Hadsch-Pilgern. Schätzungsweise 220’000 Menschen reisten in diesem Jahr zwischen Indonesien und Saudi-Arabien, um an der Pilgerfahrt teilzunehmen. (TI)