Internationale Bahnreisen bei SBB im Plus

Im ersten Halbjahr 6,02 Mio. Reisende.
©SBB CFF FFS

Das erste Halbjahr 2026 zeigt die operative Stärke der SBB mit anhaltend steigender Nachfrage, hoher Pünktlichkeit und einem verbesserten finanziellen Ergebnis.

Die SBB fährt 2026 pünktlich

Das erste Halbjahr 2026 ist für die SBB operativ und finanziell erfreulich ausgefallen, so das Unternehmen. Die Nachfrage nach Mobilität habe im ersten Halbjahr 2026 zugenommen. Täglich waren durchschnittlich 1,45 Millionen Reisende in Zügen der SBB unterwegs, das sind 4% mehr als im ersten Halbjahr 2025 (1,39 Millionen).

Die Pünktlichkeit im Personenverkehr lag bei 94,1% und damit 0,4 Prozentpunkte unter dem Wert des ersten Halbjahres 2025. Als Gründe für die hohe Pünktlichkeit nennt die SBB hohe Zuverlässigkeit der Infrastruktur und des Rollmaterials sowie eine gute Planung der Baustellen. Negativ wirkten sich technische Störungen, witterungsbedingte Einflüsse und Verspätungen im grenzüberschreitenden Verkehr aus.

Das Sicherheitsniveau konnte trotz Herausforderungen durch Aggressionen, Gewalt und Cyberbedrohungen insgesamt gehalten werden. Schwere Unfälle und ein tödlicher Arbeitsunfall führten der SBB aber deutlich vor Augen, dass sie der Sicherheit weiterhin höchste Priorität beimessen muss. Die SBB verstärkt deshalb Präventionsmassnahmen, Schulungen und technische Schutzsysteme.

Internationale Bahnreisen

Die Nachfrage nach internationalen Bahnreisen ist steigend. Im ersten Halbjahr 2026 waren mehr Reisende unterwegs als im Vorjahr (2026: 6,02 Millionen Reisende, +1,3% gegenüber 2025). Die SBB baut das Angebot gemeinsam mit ihren Partnerbahnen weiter aus.

Finanzielle Lage bleibt anspruchsvoll

Das Halbjahresergebnis hat sich gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert: Die SBB erzielte im ersten Halbjahr 2026 einen Gewinn von 126 Millionen Franken (erstes Halbjahr 2025: 48 Millionen Franken). Dazu trugen die wachsende Nachfrage im Personenverkehr, ein positives Immobilienergebnis sowie eine deutliche Ergebnisverbesserung im Güterverkehr bei.

Die finanzielle Lage bleibt trotzdem angespannt: Um den steigenden Investitionsbedarf für die Erneuerung grosser Flotten und den sich abzeichnenden Ausbau des Angebots zu decken, benötigt die SBB mittelfristig einen Gewinn von jährlich rund 500 Millionen Franken; langfristig muss dieser noch höher ausfallen, um die Verschuldung zu stabilisieren und in die Zukunft zu investieren.

Das erste Halbjahr 2026 in Zahlen

Im Personenverkehr stieg das Ergebnis im Fernverkehr gegenüber Vorjahr um rund 3 Millionen Franken auf 14 Millionen Franken. Dem positiven Effekt aus der höheren Nachfrage im Fernverkehr und im internationalen Personenverkehr standen höhere Wartungskosten und Abschreibungen für die Doppelstockzüge (IR-Dosto) gegenüber.

Im Regionalverkehr betrug der Verlust 16 Millionen Franken und verbesserte sich damit um 23 Millionen gegenüber Vorjahr – dank gestiegener Nachfrage und gleichzeitig tieferer Unterhaltskosten.

Das Generalabonnement blieb konstant auf 419’000 Stück. Bei den Halbtaxabos waren 3,53 Millionen Stück im Umlauf, 3,2% mehr als im Juni 2025. Das Halbtax PLUS bleibt weiterhin gefragt: Zum Halbjahr 2026 waren 202’000 Stück (2025: knapp 170’000) im Umlauf.

Bei Infrastruktur Energie lag das Ergebnis mit 14 Millionen Franken um 24 Millionen Franken unter dem Vorjahr. Gründe sind höhere Zukäufe am Energiemarkt und gestiegene Netznutzungsgebühren infolge geringerer Eigenproduktion. Infrastruktur Netz verzeichnete zum Halbjahr ein um 5 Millionen Franken tieferes Ergebnis, aufgrund höherer Personalkosten, verursacht durch mehr Unterhaltsarbeiten und Grossprojekte.

Das Immobilienergebnis stieg gegenüber 2025 um 29 Millionen Franken auf 176 Millionen Franken, aufgrund von Neuinbetriebnahmen sowie höherer Frequenzen an den Bahnhöfen.

Im Güterverkehr stieg das Ergebnis gegenüber Vorjahr um 49 Millionen Franken auf 2 Millionen Franken; der Güterverkehr erwirtschaftete damit erstmalig seit vielen Jahren ein ausgeglichenes Ergebnis.

SBB will zukunftsfähig bleiben

Die SBB verbindet Menschen, Regionen und Wirtschaft zuverlässig und klimafreundlich. Ausbau bleibt notwendig; ausgebaut werden soll dort, wo der Nutzen für Kundinnen und Kunden sowie für die Schweiz am grössten ist, argumentiert die SBB.

Um die weiter steigende Nachfrage zu bewältigen, wird zusätzliche Infrastruktur allein nicht genügen. Digitalisierung, neue Technologien und neue Mobilitätslösungen sollen helfen, das bestehende System besser zu nutzen, die Zuverlässigkeit weiter zu erhöhen, zusätzliche Kapazitäten zu schaffen und das Reisen für Kundinnen und Kunden einfacher zu machen.

Die SBB nimmt die Vernehmlassung zum Bahnausbau ‘Verkehr 45’ zur Kenntnis und bringt ihre Expertise in die Planungen des Bundes ein. Dabei gilt: Der Erhalt der bestehenden Infrastruktur hat Vorrang. Eine leistungsfähige bestehende Infrastruktur bildet die Grundlage für jeden weiteren Ausbau. Die SBB setzt sich für Lösungen ein, die einen hohen Kundennutzen bieten, tragbare Folgekosten verursachen und eine langfristige Perspektive haben. (TI)