Italien baut antike Pilgerwege aus

Mit dem Projekt ‘Antichi Cammini d’Italia’ will Italien nachhaltigen und entschleunigten Tourismus fördern.
Civita di Bagnoregio ©Catherine Kerr / Unsplash

Das italienische Tourismusministerium hat gemeinsam mit der Italienischen Zentrale für Tourismus (ENIT S.p.A.), die Initiative ‘Antichi Cammini d’Italia’ (Antike Wege Italiens) lanciert. Ziel des Projekts ist die Aufwertung von fünf historischen Pilgerrouten durch das Latium, um nachhaltigen und alternativen Tourismus zu fördern. Gleichzeitig sollen klassische touristische Hotspots entlastet und die Reisesaison verlängert werden.

Im Zentrum stehen fünf traditionsreiche Wege, die sich in Rom treffen: die Frankenstrasse, der Franziskusweg, der Benediktweg, die Via Romea Germanica und die Via Strata. Über Jahrhunderte dienten sie als bedeutende Pilger- und Handelsrouten. Drei dieser Wege sind bereits als Kulturwege des Europarats zertifiziert. Die beiden anderen – der Franziskusweg und der Benediktweg – sind historische Rekonstruktionen der Orte franziskanischer und benediktinischer Spiritualität.

Mit den aufgewerteten Routen will Italien Alternativen zu stark frequentierten Destinationen schaffen und Besucherströme stärker auf weniger bekannte Regionen verteilen. Das Angebot richtet sich an ein breites Publikum, darunter Pilgerinnen und Pilger, Wandernde, Kulturreisende sowie Natur- und Outdoorfans.

Entlang der Wege sollen Reisende ein weniger bekanntes Italien entdecken können, sei es bei Tagesausflügen oder mehrtägigen Wanderungen. Rund 1000 Informationskarten weisen auf Sehenswürdigkeiten wie Kirchen, Plätze oder Denkmäler hin.

Ein zentrales Element des Projekts ist zudem die technologische Infrastruktur entlang der Routen. Insgesamt 60 digitale Anlagen bieten kostenloses WLAN und senden via Bluetooth Informationen zu Etappen, Sehenswürdigkeiten und touristischen Angeboten in der Umgebung direkt auf mobile Geräte der Reisenden. Ergänzt wird das Angebot durch geolokalisierte Karten und multimediale Inhalte zu historischen, kulturellen und landschaftlichen Besonderheiten. (TI)