Jeder fünfte Schweizer nutzt KI für die Reiseplanung

Eine Studie von YouGov Schweiz zeigt: Künstliche Intelligenz gewinnt bei der Reiseplanung an Bedeutung.
©Unsplash / Markus Spiske

Künstliche Intelligenz beginnt, die Reiseplanung in der Schweiz spürbar zu verändern. Laut einer im Januar 2026 durchgeführten Studie von YouGov Schweiz nutzen bereits 21% der Schweizer Bevölkerung KI-gestützte Tools wie ChatGPT, Google Gemini oder Microsoft Copilot für Reiseinspiration und -planung. In der Altersgruppe unter 45 Jahren liegt der Anteil mit 29% deutlich höher.

Die Daten dieser Befragungen basieren auf Online-Interviews mit Mitgliedern des YouGov Schweiz Panels, die der Teilnahme vorab zugestimmt haben. Für diese Befragung wurden zwischen dem 14. bis 20. Januar 2026 im Rahmen einer Omnibus-Studie von YouGov Schweiz insgesamt 1239 Personen in der Schweiz befragt.

Die Erhebungen wurden nach Alter, Geschlecht und Sprachregion quotiert und die Ergebnisse anschliessend entsprechend gewichtet (inkl. Randsummengewichtung nach Haushaltsgrösse und Erwerbstätigkeit). Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Wohnbevölkerung in der Schweiz zwischen 15 und 79 Jahren, erklärt YouGov.

So wird KI eingesetzt

Aktuell dient KI vor allem als Inspirations- und Orientierungshilfe. Zwei Drittel der Nutzenden lassen sich von den Tools Aktivitäten vorschlagen, 45% Destinationen und 43% mögliche Routen. Klassische Planungsschritte wie Flugsuche oder Preisvergleiche werden hingegen noch vergleichsweise selten über KI abgewickelt.

Die Studienergebnisse deuten darauf hin, dass sich insbesondere die frühe Phase der Reiseplanung verändert. Informationen werden vermehrt über generative Systeme bezogen, während traditionelle Quellen wie Reiseführer, Blogs oder Tourismusorganisationen an Relevanz verlieren könnten, so YouGov.

Gleichzeitig zeigen sich deutliche Unterschiede im Nutzungsverhalten: Während jüngere Zielgruppen KI bereits aktiv nutzen, bleiben 79% der Gesamtbevölkerung bislang zurückhaltend. Gründe dafür sind laut Studie vor allem Gewohnheit, mangelnde Bekanntheit oder Misstrauen gegenüber der Technologie.

Michelle Koller, Research Consultant bei YouGov Schweiz, ordnet die Entwicklung wie folgt ein: «Reiseplanung als Kulturtechnik wird kürzer und stärker automatisiert. Individuelle Recherche tritt zurück, denn Entscheidungen erfolgen zunehmend auf Basis kuratierter Vorschläge. Damit wächst die Nachfrage nach hyperpersonalisierten, interessensbasierten Erlebnissen und begünstigt die Fragmentierung des Angebots hin zu modularen, AI-gestützten Individualreisen.»

Bei den eingesetzten Anwendungen zeigt sich eine klare Konzentration: Mit 88% Nutzung dominiert ChatGPT deutlich. Spezialisierte KI-Lösungen für Reisen spielen in der breiten Bevölkerung derzeit noch eine untergeordnete Rolle.

Mit der Nutzung von KI-Tools verändert sich auch der Planungsprozess selbst. Anstelle umfassender Eigenrecherche wählen Nutzer*innen zunehmend aus vorgegebenen Vorschlägen aus. Entsprechend steigen die Erwartungen an einfache, schnelle und individuell zugeschnittene Abläufe.

Trotz der aktuellen Zurückhaltung ist das Potenzial hoch. 71% der bisherigen Nutzer*innen möchten KI künftig häufiger für die Reiseplanung einsetzen. Zudem geben 20% der bisherigen Nicht-Nutzer*innen an, KI-Tools bei zukünftigen Reiseplänen ausprobieren zu wollen. (TI)