
Die Nahostkrise treibt die Energiepreise – nicht nur, aber auch – in der europäischen Flusskreuzfahrt in die Höhe. Mehrere Veranstalter in Europa geben die Mehrkosten mit Zuschlägen an ihre Kundschaft weiter, wie Thurgau Travel informiert.
Der Schweizer Flussreiseanbieter aus dem gleichnamigen Kanton, mit 19 Schiffen auf über 50 Gewässern in mehr als 25 Ländern unterwegs, will die erwarteten Mehrkosten in Millionenhöhe allerdings nicht an die Kundschaft weitergeben. Stattdessen sollen optimierte Betriebsabläufe, die moderne Flotte und ein wachsendes Erlebnisangebot die Kosten ausgleichen. (TRAVEL INSIDE berichtete)

«Die gestiegenen Treibstoffkosten betreffen die gesamte Branche und auch uns», sagt Daniel Pauli-Kaufmann, Geschäftsführer von Thurgau Travel. Für das Familienunternehmen mit rund 30 Mitarbeitenden belaufen sich die erwarteten Mehrkosten 2026 auf einen siebenstelligen Betrag.
«Thurgau Travel hat sich aber bewusst entschieden, diese Mehrkosten aktuell nicht an seine Kundinnen und Kunden weiterzugeben.»
Zwar seien Treibstoffzuschläge beim Unternehmen in den AGB als Instrument verankert, das Unternehmen arbeite mit seinen Reederei-Partnern allerdings daran, die Kosten tief zu halten. Man setzt auf die Optimierung von Reiseplanung und Flottenauslastung und treibt Effizienzverbesserungen im gesamten Betriebsablauf voran.
Operative Herausforderung und neue Formate
Zu den erhöhten Treibstoffkosten kommen operative Herausforderungen: Da die Schiffe jeweils im Februar und März in die Saison starten und die Crew zu einem grossen Teil aus Asien anreist, waren die geopolitischen Verwerfungen auch logistisch spürbar.
Thurgau Travel konnte jedoch alle Schiffe planmässig und mit der vorgesehenen Crew ausstatten – auch die fünf Schiffe in Asien, wo Flussreisen in Indien zum Teil Anflüge über Dubai erfordern.
Während Thurgau Travel auf der Kostenseite Stabilität gewährleistet, investiert das Unternehmen in neue Reiseformate. Die IG-Rivercruise-Marktstudie vom März 2026 bestätigt den Trend zu thematisch profilierten Flussreisen, bei knapp 1,5 Millionen Passagieren und einem Branchenumsatz von 3,7 Milliarden Euro in Europa. (TI)








