Knecht Reisen wächst langsamer

Für 2019 erwartet das Aargauer Reiseunternehmen ein durchzogenes Jahr.
Roger Geissberger (l.) und Marcel Gehring. ©TI

Das Umsatzwachstum der Knecht Reisegruppe hat sich deutlich abgeflacht: Nach zwei Jahren mit jeweils zweistelligem Plus wuchs die Gruppe 2018 noch um 1,89% auf CHF 209,6 Mio. Knecht Reisen sei mit «deutlich mehr als 2% Netto-Ertrag auf dem Umsatz» eines der ertragsstärksten Unternehmen der Branche, sagt Gruppen-CEO Roger Geissberger im Gespräch mit TRAVEL INSIDE. Knecht Reisen hatte allerdings auch schon einen höheren Netto-Ertrag erwirtschaftet, hier zeigen sich die im 2018 getätigten Investitionen in die Digitalisierung. Auf Basis DB1 (Deckungsbeitrag) konnte die Marge, so die Knecht-Chefs im 2018 jedoch um 0,3 Prozent gesteigert werden, was die operativ gute Leistung unterstreiche.

Leicht stärker gewachsen als der Umsatz ist die Zahl der Kunden: Rund 100000 Gäste reisten 2018 mit Knecht. Daraus folgt, dass die durchschnittliche Reise ein bisschen günstiger war als im Jahr zuvor. Rund ein Drittel des Umsatzes (CHF 76,8 Mio.) kommt aus dem Retailgeschäft der Knecht Reisen AG, etwas mehr stammt aus dem Tour Operating (CHF 88,4 Mio.). Den Rest steuern Baumeler, KN-Travel, Arcatour, EWT, RHZ und Swissexpress bei.

Die beiden Spezialisten Kira und Glur mit zusammen knapp CHF 20 Mio. Umsatz wurden 2018 in die Knecht Reisen AG integriert und trugen mit einem Umsatzanteil von 9,2% wesentlich zum Umsatzwachstum bei. Ebenso das Sportsegment, das mit CHF 18 Mio. rund rund 7% des Umsatzes bringt. Bei den 18 Mitarbeitern im House of Sports in Kloten ist neu auch das Heliskiing angesiedelt, neben Fussball, Golf und Sport Live. Gut gelaufen ist Baumeler mit einem Umsatzplus von 6,5% und einem Gewinn «auf Rekordniveau», wie Geissberger sagt. Neu bei Knecht am Bleicherweg in Zürich integriert wurden die Zürcher Reisebüros Lamprecht und Leibacher.

Viel Traffic auf der Website soll Kunden bringen

Im Web hat das Unternehmen 2018 stark investiert. Die über 300 Mitarbeiter haben auf der Firmen-Website ein Profil, in dem sie ihre eigenen Reiseberichte und Blogs hinterlegen. «Der Traffic auf unserer Website hat sich verdoppelt, die Verweildauer der User verdreifacht», freut sich Marcel Gehring, CEO der Knecht Reisen AG. Rund 8% erwirtschaftet Knecht mittlerweile mit Internet-Buchungen. Die Reisedokumente stellt Knecht ebenfalls elektronisch zur Verfügung, so dass sie die Kunden auch unterwegs stets in der App auf dem Smartphone zur Verfügung haben.

«Der digitale Raum wird aber nie ein Ersatz für das Reisebüro sein», hält Gehring fest. 2018 erwirtschaftete die gesamte Firmengruppe 44% des Umsatzes in den Filialen. Zur Hälfte werden dort Produkte der Knecht-Gruppe verkauft. Das Retail-Verkaufsnetz von Knecht umfasst total 27 Filialen, inklusive der vier Basler Reisebüros unter dem Brand Swissexpress/Ferieninsel, welches seit diesem Jahr neu von ex Kuoni-CEO Marcel Bürgin geleitet werden. Ein Drittel des Retail-Umsatzes werde mit Warmwasser Destinationen gemacht, trotz der Konkurrenz des Internets, sagen die beiden Manager. Insgesamt hätten die Segmente Städtereisen und Badeferien wieder zugelegt. Sämtliche Filialen schreiben gemäss Knecht Reisen schwarze Zahlen.

Bei den Fernreisen zugelegt haben 2018 laut Marcel Gehring Südafrika und Südamerika, Ozeanien,und USA/Kanada haben leicht verloren. Am schnellsten gewachsen sei der Bereich Kreuzfahrten.

2019 wird schwierig

Für das laufende Jahr erwarten Geissberger und Gehring ein durchzogenes Ergebnis. Der Buchungsstand per April liege rund 1,9% unter dem Vorjahr. «Dieses Minus können wir gar nicht mehr reinholen», sagen sie. Für das laufende Reisejahr 2019 seien bereits rund 72% des Umsatzziels verkauft. Auf der anderen Seite lägen bereits viele Buchungen für 2020 vor. (CM)

 

 

 

 

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