
Das Cruise-Jahr 2026 ist noch jung, sorgt aber bereits für deftige Schlagzeilen. So gab die Royal Caribbean Group kürzlich bekannt, dass sie mit der französischen Werft Chantiers de l’Atlantique eine Vereinbarung über den Bau einer neuen Discovery-Schiffsklasse unterzeichnet hat.
Die Vereinbarung umfasst zwei fest bestellte Schiffe sowie Optionen für vier weitere Einheiten. Das erste Discovery-Schiff wird 2029 in See stechen, die Lieferung des zweiten ist für 2032 geplant.
Details zur Grösse oder Ausstattung der neuen Schiffsklasse gab die Reederei noch nicht bekannt. Auguren gehen aber davon aus, dass die Discovery-Klasse deutlich kleiner ausfallen dürfte als die Icon-Klasse (250’000 BRZ) oder die Oasis-Klasse (236’00 BRZ) von Royal Caribbean.
Denkbar ist deshalb, dass die Reederei mit den neuen Discovery-Schiffen gewisse mittelgrosse Schiffe der in die Jahre gekommenen Vision-Klasse (78’000 BRZ, erbaut 1996-1998) oder Radiance-Klasse (90’000 BRZ, 2001-2004) ersetzten könnte.
Weitere Neubauten für NCL, Oceania und Regent
Der nächste Paukenschlag kommt eben von Norwegian Cruise Line Holdings. Bei der italienischen Fincantieri-Werft wurden drei Neubauten in Auftrag gegeben. Dabei ist je eine Einheit für Norwegian Cruise Line (NCL), Oceania Cruises und Regent Seven Seas Cruises vorgesehen.
Die Meldung erfolgte übrigens nur wenige Tage nach der überraschenden Nachricht, dass der bestbekannte Harry Sommer als President & CEO der Holding durch das bisherige Board-Mitglied John W. Chidsey ersetzt wird.
Zurück zu den Neubauten: Bei dem für Norwegian Cruise Line georderten Neubau handelt es sich um die fünfte Einheit einer ‘New Class’ von 227’000 BRZ-Megalinern für 5000 Pax, die zwischen 2030 und 2037 zur Auslieferung kommen sollen.
Zuvor hat NCL aber noch drei weitere Schiffe der Prima-Plus-Klasse (ca. 170’000 BRZ) in der Pipeline: Bald schon die Norwegian Luna, 2027 die Norwegian Aura und 2028 eine Methanol-fähige Einheit.
Insgesamt wird NCL somit in den nächsten elf Jahren acht grosse neue Schiffe in Betrieb nehmen, wobei auch hier ohne Zweifel mit der Zeit kleinere, ältere Einheiten die Flotte verlassen werden.
Rasant geht auch der Ausbau der Flotte von Oceania Cruises weiter: 2027 wird mit der Sonata eine neue 86’000 BRZ-Bauklasse in Dienst genommen, die 2929 mit der Arietta fortgesetzt wird. Je eine weitere Einheit ist 2032, 2035 und neu nun auch 2037 terminiert.
Die neue Sonata-Klasse (1390 Pax) verspricht den Gästen der Luxusreederei mehr Raum, mehr Auswahl und mehr Ruhe auf See. Das umfasst etwa auch neue Suiten-Kategorien, neu gestaltete Kabinen und eine grössere Vielfalt kulinarischer Konzepte.
Nicht ausgeschlossen ist, dass mit den Sonata-Neubauten bald die Tage der vier kleineren, vor rund 25 Jahren erbauten und einst stilbildenden R-Klasse-Schiffe Regatta, Nautica, Insignia und Sirena bei Oceania gezählt sein dürften.
Schliesslich wird auch die Flotte der Ultra-Luxus-Marke Regent Seven Seas Cruises massiv gestärkt: Ende dieses Jahres wird die Seven Seas Prestige eine neue Bauklasse begründen, weitere Einheiten folgen 2030, 2033 und jetzt neu zudem auch 2036.
Die Prestige-Klasse fällt mit 77’000 BRZ rund 40% grösser aus als frühere Regent-Schiffe, bietet jedoch nur Platz für 10% Gäste mehr (822 Pax plus 630 Crew). Die Schiffe bieten somit eines der höchsten Raum-pro-Gast- und Crew-pro-Gast-Verhältnisse der Kreuzfahrtbranche, schreibt die Reederei.
Bei Regent könnten die Neubauten dereinst die zwischen 1999 und 2003 erbauten Seven Seas Navigator (28’500 BRZ), Mariner (48’000 BRZ) und Voyager (42’300 BRZ) ersetzen.
In der Summe umfasst das aktuelle Orderbuch von Norwegian Cruise Line Holdings mit den drei Marken NCL, Oceania und Regent beeindruckende 17 Neubauten. Das ist nach Schiffseinheiten das umfangreichste Neubau-Programm der Industrie.
Beat Eichenberger








