Ein Hoch auf die Kreuzfahrten

Über 700 Kundinnen und Kunden besuchten die 13. Kreuzfahrtmesse von Kuoni Cruises im Circle Convention Center am Flughafen Zürich.
Gutgelaute Kuoni-Cruises-Staff mit (v.l.) Messe-Organisatorin Andrea Rast, 'Promo-Pinguin', Chefin Cornelia Gemperle und Patricia Miller als exaltierte Cruiserin. ©Beat Eichenberger

Die Zahl 13 gilt in der chinesischen Kultur als eine ‘glückliche’ Zahl, weil ihre Aussprache der von ‘lebendig’ oder ‘aufsteigend’ ähnelt. Ein gutes Omen, war man bei Kuoni Cruises überzeugt, denn am Samstag 22.2. lud der Schiffsreisespezialist von Dertour Suisse in Zürich zur 13. Kreuzfahrtmesse.

Und tatsächlich: Mit über 700 Besuchenden setzte die diesjährige Kreuzfahrtmesse von Kuoni Cruises im The Circle Convention Center am Flughafen Zürich eine neue Bestmarke und unterstrich auch mit 28 vertretenen Hochsee- und Fluss-Reedereien ihre Bedeutung als grösste Messe für Schiffsreisen in der Schweiz.

Was Geschäftsführerin Cornelia Gemperle besonders freut: «Rund ein Drittel der Besuchenden sind Neukunden, die sich für das Thema interessieren und Informationen suchen». Denn nebst den Ständen der Reedereien und von Kuoni Cruises standen in vier Sälen insgesamt 32 Referate zur Wahl, die verschiedenste Aspekte der Schiffsreisen beleuchteten und Vorurteile abbauten.

Expeditionskreuzfahrten im Trend

Die Expeditionsreisen bildeten an der diesjährigen Messe einen besonderen Schwerpunkt – «ein wichtiges Standbein für uns», sagt Gemperle. Dabei geht es einerseits um «Warmwasser»-Expeditionsrouten wie zum Beispiel der selten befahrene Oberlauf des Amazonas bis Iquitos in Peru – «eine ganz besondere, aber stets wieder nachgefragte Reise», so Gemperle.

Ein populäreres Revier für aussergewöhnliche exotische Expeditionen wiederum sind die Inselwelten der Südsee von den Gesellschaftsinseln (Französisch-Polynesien) über den Samoa-Archipel bis Fidschi. Oder die südostasiatischen Inseln Malaysias und Indonesiens bis Melanesien (mit Papua-Neuguinea) und den Andamanen.

Bei den polaren Expeditionen steht in den (hiesigen) Wintermonaten natürlich die Antarktis im Vordergrund. «Hier werden mehrheitlich etwas längere Fahrten gebucht, die nebst der Antarktischen Halbinsel auch Falkland und Südgeorgien besuchen», sagt Gemperle. Aber auch die mehrwöchige Halbumrundung der Antarktis von der Südspitze Südamerikas bis Neuseeland ist keine Seltenheit.

Im Sommer steht die Arktis im Fokus, wo Gemperle einen gewissen Trend von Spitzbergen hin zu Island und Grönland beobachten kann. Immer öfters werden dabei Routen entlang der wilden grönländischen Ostküste aufgelegt. Erstmals an der Kreuzfahrtmesse von Kuoni Cruises vertreten war übrigens die europäische Swan Hellenic mit ihren drei neueren Expeditionsschiffen.

Aktionen prägen bisher das Jahr

Zum allgemeinen Geschäftsgang hält Cornelia Gemperle fest, dass die Schweiz im Vergleich zu den anderen europäischen Märkten wohl immer noch etwas zurückliegt: «Dieses Feedback kriegen wir auch von vielen Reedereien». In Deutschland etwa konnten die Kreuzfahrten im letzten Jahr um rund 12 Prozent zulegen.

Das bisherige Cruise-Jahr wird gemäss Gemperle durch viele Aktionen geprägt, die von den Reedereien auf den Markt geworfen werden. Nicht nur Massendampfer warten mit Nachlässen auf, sondern auch Premium- und Top-End-Reedereien. «Das dürfte von gewissen Überkapazitäten zeugen», vermutet Gemperle.

Eher problematisch beurteilt sich auch die steigenden Nebenkosten bei – vor allem – amerikanischen Reedereien. Optimistisch stimmt sie auf der anderen Seite ein Trend hin zu langfristigen Buchungen und die wachsende Zahl von Neukunden.

Dass Kreuzfahrten in vielen Reisebüros noch immer nicht den adäquaten Stellenwert geniessen, führt sie auch auf die Komplexität des Produkts zurück: «Wenn ein Schiff 50 verschiedene Kabinenkategorien aufführt oder Getränkepakete stets neu definiert werden, fühlte man sich am Counter oft überfordert».

Zu einer letzten Frage kann und darf sich Cornelia Gemperle noch nicht äussern: Wie soll es nach der Übernahme von Hotelplan durch Dertour mit den Kreuzfahrten von Hotelplan und Kuoni unter demselben Dach weiter gehen? «Der Deal muss erst noch definitiv abgeschlossen werden, dann wird man sehen», sagt sie.

Beat Eichenberger