
Am Dienstag, 9. Dezember, trafen sich Martin Wittwer und André Lüthi mit der Nationalratspräsidentin 2025, Maja Riniker, dem letztjährigen Nationalratspräsidenten Martin Candinas sowie den Nationalräten Lars Guggisberg, Nicolò Paganini und Christian Wasserfallen, zu einem «äusserst konstruktiven Austausch im Bundeshaus», wie der Schweizer Reiseverband informiert.
Kontroversen um Pauschalreise- und CO₂-Gesetz

Wie bereits im TRAVEL INSIDE-Interview im GV-Vorlauf angekündigt, standen dabei die Revision des Pauschalreisegesetzes sowie Artikel 14a des CO₂-Gesetzes im Fokus.
Zustande gekommen war das treffen mit den hochrangigen Politiker*innen während der laufenden Session dank der guten Connections von Globetrotter-CEO André Lüthi.
Nachdem das Trilog Verfahren zwischen Europaparlament, Europarat und EU-Kommission abgeschlossen und erste Beschlüsse bekannt wurden, erläuterten Wittwer und Lüthi den Politikern die Sichtweisen der Schweizer Reisebranche zum weiteren Vorgehen in Bezug auf die Revision des Pauschalreisegesetzes.
Unterstützung zugesichert
Die Politiker zeigten grosses Verständnis und sicherten der Branche ihre Unterstützung zu. Der nächste Schritt wird nun darin bestehen, dass wir Bundesrat Beat Jans, bezugnehmend auf sein Schreiben vom 24. April 2024,um den Einbezug der Branche in die nächsten Schritte bitten.
Bezüglich Artikel 14a des CO₂-Gesetzes hatten Martin Wittwer und Geschäftsführerin Andrea Beffa bereits erfolgreich beim Bundesamt für Umwelt (BAFU) interveniert: Die Einführung der Angabepflicht für CO₂-Emissionen wird um ein Jahr auf den 1. Januar 2027 verschoben. Diese Verschiebung zeigt, dass die Argumente der Branche Gehör gefunden haben – reicht aber nicht aus.
CO₂-Gesetz so nicht umsetzbar
Im Gespräch mit den Politikerinnen und Politikern legten Wittwer und Lüthi dar, weshalb die aktuelle Fassung des Gesetzes in der Praxis nicht umsetzbar ist: Eine nationale Einzelregelung, die nur für die Schweiz gilt, lässt sich aufgrund der international verzweigten Strukturen des Reisegeschäfts kaum praktikabel umsetzen.
Zudem fehlt jede rechtliche Grundlage, um ausländische Anbieter zur Offenlegung oder Darstellung von Emissionsdaten zu verpflichten. Auch existieren derzeit keine einheitlichen, international anerkannten Berechnungsmethoden oder verlässlichen Datenquellen, die für alle Anbieter verbindlich wären.
Zudem könnten Retailer-Reisebüros eine solche Informationspflicht gar nicht erfüllen, wenn die dafür notwendigen Daten von vorgelagerten Anbietern – also Veranstaltern oder Fluggesellschaften – nicht bereitgestellt werden.
Angst vor Wettbewerbsverzerrung bei Pauschalreisen
Aus Sicht der Branche ist ausserdem zentral, dass Pauschalreisen weiterhin als Gesamtprodukt behandelt werden. Eine einseitige Pflicht zur Emissionsausweisung einzelner Leistungen innerhalb eines Gesamtpakets wäre weder konsumentenfreundlich noch transparent und könnte die Struktur des Pauschalreiseprodukts verzerren.
SRV ist zuversichtlich
Aus all diesen Gründen muss die Reisebranche bei der Umsetzung der Vollzugshilfe vom BAFU zwingend mit einbezogen werden. Nach dem lösungsorientierten Austausch mit den Parlamentariern wird nun das direkte Gespräch mit dem zuständigen Bundesrat Albert Rösti im 1. Quartal 2026 gesucht.
Der SRV zeigt sich zuversichtlich, dieses Gespräch mit der Unterstützung von Riniker, Candinas, Guggisberg, Paganini, Wasserfallen sowie von Vertreterinnen und Vertretern aus dem linken politischen Spektrum zu erreichen. Je nach Verlauf könnten weitere Schritte folgen. (TI)








