
Neue Schiffe, neue Zielgruppen, aber auch immer mehr Rabatte: Luxuskreuzfahrten boomen derzeit. Es droht jedoch auch Gefahr einer Angebotsübersättigung.
40 Prozent Rabatt oder 500 Euro Bordguthaben sind inzwischen auch im Luxussegment keine Seltenheit. Reedereien wie Ritz-Carlton, Explora Journeys, Silversea und Scenic bauen ihre Kapazitäten aus und werben zunehmend mit Promotions um Kunden.
Die deutsche FVW hat dazu mit Vertriebsexperten gesprochen. Matias Moldenhauer von Vista Travel warnt insbesondere vor dem rasanten Kapazitätsausbau bei Expeditionen: In nur sechs Jahren habe sich die Zahl der Betten dort nahezu verdoppelt. Samira Salih von Kreuzfahrtberater.de sieht zwar weiterhin enormes Potenzial, entscheidend sei jedoch, mehr klassische Luxusurlauber für Kreuzfahrten zu gewinnen.
Bei Airtours wiederum liegt die Zahl der Luxus-Kreuzfahrtgäste laut Direktor Steffen Boehnke bereits 26 Prozent über dem Vorjahr.
Der Knackpunkt ist die Auslastung
Aufgrund der hohen Investitionen müssen Luxusreedereien ihre Schiffe sehr gut füllen. Dass dies nicht selbstverständlich ist, zeigt Ritz-Carlton: Die Yacht Collection soll laut Financial Times inzwischen Verluste von fast 700 Millionen US-Dollar angehäuft haben.
Gleichzeitig kann Luxus-Kreuzfahrt beim Preis-Leistungs-Verhältnis punkten. Je nach Reederei sind Getränke, WLAN, Trinkgelder, Gastronomie und teilweise Ausflüge bereits enthalten. Damit kann das Produkt preislich durchaus mit einem Fünf-Sterne-Hotel konkurrieren – insbesondere bei kurzfristigen Buchungen.
Für die neuen Hotelmarken auf See reicht der bekannte Name allerdings nicht aus. Entscheidend sind laut Vertrieb auch Routing und Erlebnis. Gerade kleinere Luxusschiffe können Destinationen anlaufen, die grossen Kreuzfahrtschiffen verschlossen bleiben.
Das Fazit
Die Nachfrage wächst, neue Kundengruppen kommen hinzu. Doch gleichzeitig drängen immer mehr Kapazitäten auf den Markt. Promotions können dabei helfen, neue Kunden zu gewinnen – werden hohe Rabatte aber dauerhaft zur Voraussetzung für eine gute Auslastung, könnte der Luxus-Kreuzfahrtboom für die Anbieter teuer werden. (TI)








