Mallorca Pilotversuch startet am 15.6.

Die Balearen empfangen im Pilotversuch vorerst deutsche Gäste – Lockerungen und ausführliche Massnahmenkataloge für den Tourismussektor vorgestellt.
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Am 15. Juni ist es soweit: Die Balearen empfangen wieder ausländische Besucher. Den Anfang soll im Pilotversuch eine kleine Gruppe von deutschen Gästen machen, die mindestens fünf Nächte und höchstens 14 Tage bleiben. Den Startschuss zum Projekt hat die spanische Regierung am gestrigen Dienstag 9.6. gegeben. Mit dem Pilotversuch, das von der balearischen Regierung gemeinsam mit dem Privatsektor entwickelt wurde, sollen sichere Reisekorridore für die Inseln erstellt werden.

Grund, warum deutsche Gäste den Start machen dürfen, ist die Tatsache, dass die epidemiologische Situation der Balearen der von Deutschland ähnelt. Damit wird die Effizienz der auf den Balearen geltenden Sicherheits- und Hygieneprotokolle geprüft, damit der Beginn der Wiederherstellung der Touristenströme unter hohen Sicherheitsmassnahmen erfolgen kann.

Insgesamt werden während dieses Pilotversuches maximal 10’900 Touristen auf Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera erwartet, was 0,91 Prozent der Gesamtzahl der Besucher aus dem Juni 2019 ausmacht. Dabei wird die Ankunft der Flüge über mehrere Tage gestaffelt sein, um die Kontrolle der Touristen durch die Behörden zu erleichtern und Rückschläge zu vermeiden. Die Tests beginnen mit kleinen Gruppen auf Mallorca in zwei verschiedenen Gebieten (Playa de Palma und Alcúdia), wobei die Regierung die Gesamtkoordination übernimmt.

Der Minister für Wirtschaft, Tourismus und Arbeit, Iago Negueruela, sagt: «Es ist ein Impuls, die Normalität wiederherzustellen, und zwar nicht nur für den Tourismussektor, sondern auch für unsere Arbeitnehmer, die ihre Jobs wieder aufnehmen können.» Die Vorbereitungen für einen sicheren Wiedereinstieg in den Tourismus laufen auf Hochtouren. Die Balearen gehören zu den Regionen Spaniens, die sich der ’neuen Normalität‘ nähern. So haben die Inseln Anfang der Woche die fortgeschrittene, dritte Stufe des Wiederöffnungsplan Spaniens erreicht.

Dritte Lockerungsstufe

Die dritte Stufe des Wiederöffnungsplans bringt Lockerungen für die Bewohner der Balearen mit sich. So können sie beispielsweise ohne Zeitlimit ihr Haus verlassen oder im Freien trainieren. Zudem dürfen Bars, Restaurants und die Aussengastronomie mit einer Kapazität von 75 Prozent öffnen, solange zwischen den Tischen zwei Meter Abstand eingehalten werden. Tourismusunterkünfte können 50 Prozent ihrer Kapazitäten belegen, öffentliche Bereiche 60 Prozent.

Auch Geschäfte haben die Möglichkeit ab sofort, unabhängig von ihrer Grösse, wieder Kunden zu empfangen, solange das Social Distancing eingehalten wird und die Kapazität auf 50 Prozent reduziert ist. Das Gleiche gilt für Open-Air-Märkte, ebenso wie für Museen, Kinos und Theater. Letztere müssen sie ihre Sitzplätze um die Hälfte verringern; maximal sind sie auf bis zu 80 Personen innen und bis zu 800 Personen draussen begrenzt. Und auch Sonnenanbeter haben Grund zur Freude. Denn an den Stränden der Insel dürfen sich Gruppen von maximal 20 Personen treffen, solange die Abstandsregeln eingehalten werden. Freizeitsegeln innerhalb eines Radius von 12 Seemeilen ist zudem zulässig und auch das Reisen zwischen den Inseln ist wieder erlaubt.

Vor diesem Hintergrund hat das balearische Touristboard ein neues Tool eingeführt. Vicent Torres, stellvertretender Direktor des Touristboard sagt: «Damit Besucher ihren Aufenthalt auf unsere Inseln vorbereiten können, haben wir einen neuen Reiseplaner für diejenigen entwickelt, die jetzt zu Hause sitzen und sich auf ihren nächsten Balearen-Urlaub freuen.» https://www.illesbalears.travel/en/baleares/planner.

12 Leitfäden für die Tourismusindustrie

Um den Restart zu erleichtern, gibt es zudem 12 Leitfäden mit Anweisungen und Empfehlungen für die verschiedenen Anbieter der Tourismusindustrie. Darunter sind beispielsweise Hotels, Ferienwohnungen, Golfplätze, Restaurants, Spas oder Museen. Die Richtlinien enthalten Spezifikationen für Service, Reinigung und Desinfektion, Wartung und Risikomanagement sowie Vorgaben für verschiedene Aktivitäten. Zu den wichtigsten Maßnahmen zählen das Abstandhalten und die Vermeidung von direktem Kontakt sowie das gründliche Desinfizieren aller Bereiche. (TI)