Mayday Call: «Bin von den Herren der LHG sehr enttäuscht»

TRAVEL INSIDE Leser Wolfgang Boschung ärgert sich über den Mayday-Call vom 6. Juli mit den Vertretern von Swiss und Edelweiss Air.
Leser-Zuschrift als Feedback.

Wolfgang Boschung, Para Travel, Freiburg/Fribourg:

Wolfgang Boschung

«Ich finde die ‚Aktion Mayday‘ eine gute Sache und die verschiedenen Branchen Calls sehr informativ. Was aber gestern mit den Herren der LHG abgelaufen ist, war eher ein Werbeauftritt als etwas anderes. Ich bin sehr enttäuscht!

Zwar gab es ein paar halbherzige kritische Fragen, welche aber viel zu lieb gestellt wurden. Die Antworten der Herren Christen und Limacher waren, wie ich es nicht anders von den Airlinebranche gewohnt bin, standardisiert und nicht vielsagend. Es wurde nicht noch einmal nachgehakt oder klarere Antworten verlangt. Am Ende musste man schon bald Bedauern mit der Fluggesellschaft haben.

Beim Thema der Rückerstattung, kam ein lapidares, ‚…wir sind dran diese zu tätigen…‘. Ich bezweifle diese Aussage sehr. Warum habe ich für die vom 20. März stornierten Flüge noch keine Rückerstattung erhalten. Diese wären, nach Aussagen von Herrn Christen und Herrn Limacher, eigentlich datumsmässig die allerersten auf der Liste! Wenn man in der Presse die Aussage der LHG liest, sie haben schon mehr als die Hälfte der Rückerstattungen getätigt, frage ich mich, an wen? Ich habe noch keinen einzigen Rappen gesehen! Der Rest der Branche vermutlich auch nicht.

Bei der Frage, was passiert wenn ein Flug kurzfristig annulliert wird, kam die Antwort von höherer Gewalt. Was soll das heissen: ist Covid-19 höhere Gewalt, wenn ja, dann wird es in den nächsten 18 Monaten immer höhere Gewalt sein und die Airlines können machen was sie wollen!

Warum ist es so kompliziert, die Rückerstattung der gebuchten Zusatzleistungen wie Sitzplätze, Gepäck etc. zu beantragen? Wenn man es online bucht, sind das ein paar Klicks und die Kreditkarte ist belastet. In dieser Richtung geht es sehr schnell, aber andersrum ist es so kundenunfreundlich, dass die meisten darauf verzichten, die Anfrage überhaupt zu senden. Auch so kann man einfach Geld verdienen.

Bei der Aussage, dass die Helpline effizient ist, muss ich nur den Kopf schütteln. Herr Christen, haben sie diese schon einmal angerufen? Es ist keine Gratis-Nummer sondern kostenpflichtig und verursacht Zusatzkosten. Dies war vorher so und wird in der Zukunft auch so bleiben.

Wie gesagt, es war von der ‚Aktion Mayday‘ gut gemeint. Hand aufs Herz, Herr Christen und Herr Limacher, hätten Sie sich den kritischen Fragen auf dem ‚Heissen Stuhl‘ gestellt?»