
Dies ist eine zweiteilige Reportage. Lesen Sie HIER den 1. Teil.
BVI-Inselparadiese Schlag auf Schlag
Die Star Flyer segelt durch den von Inseln und Inselchen gesäumten Sir Francis Drake Channel, dem berühmten Seeweg zwischen Tortola und den südlichen britischen Jungferninseln. Dieses Schauspiel lässt sich niemand an Deck entgehen.
Bald tauchen die Konturen von Norman Island auf, ein unbewohntes, von üppiger Vegetation überzogenes Eiland, bekannt für seine Piratenlegenden und spektakulären Buchten. Die Star Flyer ankert vor The Bight, einem zauberhaften, bei Yachties beliebten Spot mit Infrastrukturen für herrliche Strandstunden.
Gegen Abend begeistert ein weiteres Mal das Setzen der Segel und die Ausfahrt der Star Flyer aus der malerischen Bucht. Langsam nähert sich die Sonnenscheibe dem Horizont und färbt fantasievoll den Himmel ein – unvergessliche Momente auf See.
Am nächsten Tag steht Virgin Gorda auf dem Programm, die Star Flyer ankert vor Spanish Town. Bisher war jede Tender-Anlandung ein Beach-Stopp mit individuellem Strandaufenthalt und Wassersport ohne Ausflugsangebot. Auf Virgin Gorda ist nun erstmals ein Landausflug buchbar – was sich absolut empfiehlt.

The Baths ist ein geschützter Küstenabschnitt, der aussieht, als hätte ein Riese mit Granitblöcken gewürfelt. Zwischen gigantischen Granitfelsen führt eine abenteuerliche Passage durch Höhlen, Tunnels und natürliche Pools zum wild-romantischen Strand von Devil’s Bay – beeindruckend und mystisch zugleich.
Nach einer kurzen Segel-Passage legt die Star Flyer später noch einen kurzen Beach-Aufenthalt auf Beef Island ein, das durch eine Brücke mit Tortola verbunden ist. Dann packt das Schiff die Traverse über rund 100 Seemeilen von den British Virgin Islands ostwärts zurück in Richtung Leeward-Inseln an.
Frühmorgens Yoga, abends eine Steel-Band

Die Anlandungen bestimmen den Tagesrhythmus, an Bord sorgen zudem verschiedene Aktivitäten und eine zurückhaltende Unterhaltung für Kurzweil – von einem eigentlichen «Entertainment» kann aber nicht die Rede sein.
Frühmorgens zelebrieren Aficionados bei Yoga auf Deck den Sonnenaufgang, ein Angebot von Star Clippers auf verschiedenen Fahrten. Andere strecken und recken derweil ihre Glieder bei Morgen-Gymnastik. Auf dem Sportdeck bietet eine versierte Masseurin für 60 Euro die Stunde eine therapeutisch-revitalisierende Massage an.
Mal führen Crewmitglieder die Gäste in die Kunst des Knotenbindens oder ins Lesen einer Seekarte ein, mal referiert die Bord-Ärztin über gesundheitliche Themen. Für Interessierte gibt’s mal eine Führung in den Maschinenraum, und eine Fotosafari ermöglicht das Schiessen fantastischer Bilder des vollgetakelten Schiffs.
Allan sorgt als vielseitiger Könner für musikalische Unterhaltung, und nach dem Diner ist meist in der Tropical Bar Spass angesagt: Mal ein Piratenabend inklusive lokalem Steel-Band-Duo und anschliessender Disco, mal unter dem Motto «Wissen ist Macht, nichts Wissen macht nichts» ein witziger Quizabend nutzloser Fragen.
An einer Talentshow zögern Gäste und Crewmitglieder nicht, ihre «Talente» unter Beweis zu stellen, und die White Party an Deck unter illuminierten Segeln verzaubert bei einem Glas Champagner die laue karibische Nacht, bevor es auf die Kabine geht.
Von den insgesamt 83 Kabinen liegen deren 79 aussen und haben Bullaugen, einige wenige sind oben auf Deck angelegt. Wir befinden uns auf einem waschechten Clipper, entsprechend limitiert ist die Grösse zwischen kuscheligen 12 und 14 m2.
An Komfort mangelt es aber nicht: Ein bequemes Doppelbett (oder zwei Einzelbetten) mit individuellen Leselampen, genügend Stauraum und Ablageflächen, kleines Badezimmer mit Dusche und Föhn, TV, Telefon und EU-Stromanschluss sind Standard. An Bord ist übrigens auch (kostenpflichtiges) Wlan verfügbar
Packende letzte Insel-Highlights

Die Star Flyer steuert St. Barth an – oder St. Barthelemy, wie es korrekt heisst. Denn die kleine Bilderbuch-Insel ist Teil der Französischen Westindies und hat sich einen besonderen Namen als stilvolles tropisches Hideaway für die High Society gemacht.
Der Tender der Star Clipper legt am Hauptort Gustavia an, wo sich an der Hafenstrasse eine edle Designerboutique an die andere reiht. Immobilienfirmen preisen ihre Luxusvillen an, im Hafen mangelt es wie in St. Tropez nicht an tollen Yachten.
Den besten Blick über Gustavia gewinnt man nach einem kurzen Aufstieg vom Leuchtturm, danach empfiehlt sich trotz haarsträubender Preise für die Liegen ein Besuch des malerischen Stadt-Strands Shell Beach. Oder man besucht mit Taxi einen anderen der vielen grossartigen Strände der Insel.
Schliesslich die letzte Station der karibischen Segelreise: St. Kitts. Die grüne, bergige Insel mit ihren Regenwäldern bildet zusammen mit der Nachbarinsel Nevis einen unabhängigen Staat. Ein Landausflug führt von Basseterre zum botanischen Palms Court Garden und weiter über die Küstenstrasse durch Dörfer und Ortschaften mit stimmungsvollen Einblicken in den Insel-Alltag.
Im Regenwald liegt das prächtige Anwesen von Caribbean Batik Studios, und beim hoch über der Küste thronenden historischen Brimstone Hill Fortress, ein Unesco-Welterbe, öffnet sich ein atemberaubender Blick übers Meer und die Nachbarinseln. Die Tour endet in Friar’s Bay – letzte Gelegenheit für einen Schwumm in karibischen Gewässern.
Eine Crew, die Lob verdient hat

Der letzte Abend und es gilt, die Koffer zu packen und die Bord-Rechnung zu prüfen. Die Empfehlung, für die Crew ein Trinkgeld von 10 Euro pro Tag und Gast auf die Rechnung zu setzen, fällt leicht (an der Bar kann man die Tipps auf die Rechnung setzen).
Die ganze Crew aus elf verschiedenen Ländern, darunter etwa das Papa-Tochter-Gespann aus Honduras (Papa Carlos als Sportchef, Tochter Franky als Assistant Purser) haben mit ihrer Aufmerksamkeit und Liebenswürdigkeit wesentlich zu einer aussergewöhnlichen Segelreise beigetragen, die für alle Gäste unvergesslich bleibt.
(Beat Eichenberger)








