Nach VUSA-Aus: Asia Workshop und Arabian Souk auch?

Die VUSA Events verschwinden, das passiert mit den anderen Anlässen von Topline.
Im Jahr 2018: Werner Wiedmer (links, VUSA Gründer) erhält von seinem Nachfolger Heinz Zimmermann die Urkunde zur Wahl zum Ehrenpräsidenten des Visit USA Committee Switzerland.

Die ‘Breaking News’ von TRAVEL INSIDE vom Aus der traditionellen Visit USA Events in der Schweiz hat die Branche betroffen gemacht. TRAVEL INSIDE berichtete.

Das VUSA Komitee wird noch bis Ende Jahr vom ehemaligen Touristiker Heinz Zimmermann präsidiert, dann ist Schluss. Zimmermann ist Inhaber und CEO der auch in der Touristik bekannten Marketingfirma Topline Marketing. Und diese hat die USA-Anlässe jeweils organisiert.

Zimmermanns Topline ist indes auch für den einmal jährlich stattfindenden Asia Workshop AW zuständig und auch für den Arabian Souk, welcher aus den bekannten Krisen-Gründen in diesem Jahr kurzfristig abgesagt werden musste. Nun stellt sich die Frage, ob Topline auch bei diesen beliebten und bekannten Workshops die Reissleine zieht.

Heinz Zimmermann auf Anfrage von TRAVEL INSIDE: «Gute Frage, aber da kann ich beruhigen, sowohl den Asia Workshop und auch den Arabian Souk muss man differenziert zum Visit USA betrachten.»

«Viel zu viele Events, für USA aber auch generell»

Im Gegensatz zum Arabian Souk und zum Asia Workshop gäbe es auf dem Schweizer Markt für den USA-Bereich relativ viele Events für die gleiche Zielgruppe, also Reisebüro-Mitarbeitende, welche ihren eigenen Event organisieren mit US-Destinationen und TO. Oder der TO organisiert eine eigene Plattform, wo ebenfalls bereits einige US-Partner mitmachen.

Diese würden dann meist an den Grossevents ‘VUSA Island Hopping’ und ‘VUSA Roadshow’ vom VUSA Komitee fehlen, da das Budget schlicht nicht reiche für mehrere Events im Schweizer Markt präsent zu sein und zu investieren, so Zimmermann.

«Ich habe volles Verständnis für die Eigeninteressen der Marktplayers, nur kannibalisieren wir uns gegenseitig, es gibt zu viele Events und der einzelne Event kann so nur schlecht auch auf Break Even Ebene finanziert werden. Für die einzelnen Marktplayer habe ich da volles Verständnis – dass sie die eigene Destination, das Produkt, die eigene Firma separat vermarkten wollen – wenngleich am Grossevent vermutlich viel mehr Teilnehmende erreicht werden und es unter dem Strich kostengünstiger ist.»

Diese Kannibalisierung finde nur mit USA statt. Die Asiatische Region, sowie der Middle East würden sich für diese Events von Topline und deren unabhängigen Komitees aussprechen und sie unterstützen, anerkennen. Der AW und der Souk würden für diese beiden Regionen als optimale Aus- und Weiterbildung-Plattformen, sowie auch für das  Networking, als notwendig betrachtet. Da gebe es keine Probleme im Schweizer Markt.

«Reisebüro-Mitarbeitende vor Events schützen»

«Ziel dieser kompakten Plattformen ist ja genau, die Reisebüromitarbeitenden vor zu vielen Events zu schützen. Nebst ihrem bereits sehr fordernden Job mit einem enormen Arbeitspensum können sie einfach nicht jeden Abend oder tagsüber an Events. Dies haben wir in den verschiedenen Komitees realisiert und genau aus diesem Grund – kompakte, effiziente Ausbildungs- und Networking-Plattformen realisiert.»

Eine physische Event-Form würde auch im digitalen Zeitalter geschätzt, da der Direktkontakt bei Bedürfnissen oft Türen öffne und die Anzahl angebotener Webinare einfach das Mass und den Zeitrahmen eines Reisebüromitarbeiters bei weitem übersteige, ist Zimmermann überzeugt.

«Gäbe es diese Plattformen nicht mehr, so würden sich die Anzahl der Events multiplizieren, denn jeder einzelne Partner plant Marketingmassnahmen, vor allem, weil die Schweiz ein sehr hochwertiger, potenter Markt ist. Zu hoffen ist, dass sich die Reiseberatenden bewusst sind, was Sinn und Zweck dieser Plattformen wie Asia Workshop und Arabian Souk ist und diese auch besuchen. Ansonsten werden sie mit Event-Einladungen überschwemmt.»

AW und Souk soll es weiterhin geben

AW und Souk werde es weiterhin geben; die Komitees würden zur Zeit aber intensiv an diversen Konzeptänderungen, welche im 2027 implementiert, arbeiten.

Hintergrund für das Aus beim VUSA dürften indes auch finanzielle Gründe haben, wie TRAVEL INSIDE vermutet. Darauf angesprochen gibt sich der VUSA Schweiz Präsident bedeckt. «Ich will, kann und darf dazu nichts sagen.» Tatsache ist, dass das Deutsche VUSA Organisation sich der Schweiz annehmen wird.

Ob nun für den Schweizer Markt mehr Geld fliessen wird als bis anhing bleibt zu bezweifeln. Kommt hinzu, dass im USA Tourismus auch die Brand USA Organisation eine eigene Linie fährt und in der Schweiz durch die deutsche Agentur Lieb betrieben wird. Das sind insgesamt betrachtet keine wirklich guten News für die Schweiz. Einzig die wenigen USA-TO-Spezialisten dürften sich freuen. Sie haben jetzt (noch) mehr Spielraum. (TI)