Nahost-Krieg erschüttert auch Tourismus

Dies sind die Updates der Krise.
Bis 2. März stehen alle Flugzeuge von Emirates am Boden. ©Emirates

Grosse Konfliktsituation im Nahen Osten: Auch die Reisebranche ist extrem gefordert. Es dürften aktuell und in den kommenden Tagen Tausende von Schweizer Reisenden betroffen sein. Nebst den Schweizer Flughäfen sind insbesondere auch die grossen Hubs in Nahost betroffen.

Die Reisebüros und TO sind voll involviert. «Bis Mitte März sind mehrere Hundert Kundinnen und Kunden von Globetrotter Travel Service betroffen, die via Dubai, Abu Dhabi oder Doha fliegen», wird Globetrotter auf ’20Minuten’ zitiert. Betroffene Kundinnen und Kunden könnten sich an die 24-Stunden-Helpline wenden. In Abklärungen mit den Fluggesellschaften und Versicherungen würde eine Lösung gesucht, so Globetrotter stellvertretend für viele Touristikunternehmen, welche jetzt gefordert sind.

Zahlt die Reiseversicherung?

Nach der ersten Medienmitteilung des TCS entwickelt sich die Situation rund um die Störungen des Flugverkehrs im Nahen Osten weiter, und die Zahlen wurden inzwischen auf 1500 Schweizer nach oben angepasst. Derzeit seien 800 ETI-Mitglieder des TCS in rund fünfzehn Ländern blockiert.

Betreffend Kostenübernahme sagt TCS: «Jeder Fall wird individuell geprüft, unabhängig davon, ob die Reise in ein Kriegsgebiet geplant ist oder ob sie aufgrund der Folgen des Konflikts in andere Länder nicht durchgeführt werden kann.» Grundsätzlich gelte die Versicherung nicht, wenn der Grund für die Reisestornierung ein Krieg ist. Dies sei im Reglement so verankert. Die Versicherungen seien aber «sehr kulant».

Was das EDA rät

Das EDA rät aufgrund der militärischen Eskalation im Nahen Osten von allen touristischen und nicht dringenden Reisen in die Golfstaaten ab. Die Warnung gilt für diverse Länder im nahen Osten: Jordanien, Katar, Bahrain, Kuwait, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate.

Das EDA rät, sich laufend über die Lageentwicklung im betroffenen Land zu informieren und mit dem Reiseveranstalter in Kontakt zu bleiben. Es sollten die Anweisungen der lokalen Behörden befolgt werden.

So reagiert die Swiss

Wegen der Eskalation im Nahen Osten kommt der Luftverkehr in grossen Teilen der Region weitgehend zum Erliegen. Zahlreiche Lufträume wurden aus Sicherheitsgründen geschlossen.

Aufgrund der weiterhin angespannten Lage im Nahen Osten verlängert Swiss die Aussetzung ihrer Flüge nach und von Dubai bis einschliesslich 4. März. Die Flüge nach und von Tel Aviv bleiben bis einschliesslich 8. März ausgesetzt.

Bis einschliesslich 4. März werden die Swiss Flugzeuge den Luftraum der Vereinigten Arabischen Emirate nicht nutzen. «Bis einschliesslich 8. März umfliegen wir die Lufträume von Israel, Libanon, Jordanien, Irak, Iran, Kuwait und Bahrain», teilt die Swiss mit. Die aktuelle Beurteilung der Swiss HIER.

Weiter kommuniziert die Swiss: «Wir wissen, dass diese Entscheide Reisepläne verändern und für Betroffene mit Unsicherheit verbunden sein können. Betroffene Fluggäste können kostenfrei auf ein späteres Reisedatum umbuchen oder erhalten alternativ den vollständigen Ticketpreis zurück.»

Die Lage ist unsicher und es muss mit weiteren Annullierungen gerechnet werden. Die Flugausfälle könnten sich noch verlängern.

Das passiert bei den Golf-Airlines

Die drei grossen Golf-Airlines Emirates, Qatar Airways und Etihad Airways haben ihren Betrieb ebenfalls eingestellt. Dies, weil der Luftraum über Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten geschlossen ist. Emirates als grösste Airline informiert HIER. Qatar Airways HIER. Bei Etihad kann man sich HIER informieren. Wer diese grossen Hubs der Golf-Airlines nutzt dürfte auch Probleme mit Reisen nach Asien und Australien kriegen.

Nebst Swiss und Lufthansa Group reagieren auch andere Airlines mit Flugstopps oder Umwegen, darunter die British Airways, Air France, Norwegian, oder Turkish Airlines, die eine Vielzahl von Zielen in der Region anfliegen.

Die EU-Flugsicherheitsbehörde EASA empfiehlt Fluggesellschaften, den Luftraum über der Konfliktregion in allen Höhenlagen zu meiden. Es bestehe ein hohes Risiko für die zivile Luftfahrt, teilt die Behörde in einem Sicherheitshinweis mit. Im gesamten betroffenen Luftraum bestehe die Gefahr einer Ausweitung der Kämpfe, von Fehlidentifikationen oder Fehleinschätzungen.

Auch die Schifffahrt ist betroffen

Nicht nur der Flugverkehr stockt: Auch für die Schifffahrt ist der Nahe Osten unsicherer geworden. Der Schiffverkehr in der Strasse von Hormus und rund um Yemen kommt nahezu zum Stillstand. Das Logistikunternehmen Maersk kündigte an, Asien nur noch via Südafrika anzufahren. Auch MSC und Hapag stellen die Schifffahrt in dieser Region ein. Diese Krise wird sich auch auf die Weltwirtschaft auswirken, insbesondere wegen den zu erwartenden Preisanstiegen für Erd-Öl.

In Dubai liegt das Kreuzfahrtschiff MSC Euribia mit über 6000 Passagieren fest. Eine geplante Orient-Kreuzfahrt wird abgesagt. Die deutschen TUI-Cruises-Schiffe Mein Schiff 4 und Mein Schiff 5 bleiben ebenfalls im Hafen. Eine planmässige Durchführung der Reisen sei derzeit nicht verantwortbar.

So ist die Lage in Israel

Das Israelische Tourismusministerium informiert Partner der Reiseindustrie über die aktuelle Lage für Touristen, die sich derzeit in Israel aufhalten. Israel handle gemäss festgelegten und vordefinierten Notfallverfahren.

Per 1. März 2026 befinden sich aktuell rund 37’400 Touristen in Israel. Seit Beginn der aktuellen Lage hätten etwa 700 von ihnen das Land verlassen. Das Ministerium ist darauf vorbereitet, Reisende, die ausreisen möchten, bei Bedarf durch die Organisation von Transporten zu den Landgrenzübergängen zu unterstützen. Gleichzeitig steht das Ministerium in kontinuierlichem Austausch mit der Israel Incoming Tour Operators Association, die unter anderem die Koordination von Reisegruppen übernimmt.

Parallel dazu ist das Ministerium für die Unterbringung von Personen zuständig, die aufgrund von Angriffen evakuiert wurden. Bislang wurden mehr als 280 Personen in Hotels untergebracht. (TI)