Neuer Praxis-Guide für SAF im Tourismus

Ein neuer Leitfaden von Futouris zeigt Reiseunternehmen, was mit Sustainable Aviation Fuel bereits heute möglich ist.
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Sustainable Aviation Fuels (SAF) gelten als wichtiger Baustein für die Reduktion der Klimaauswirkungen des Luftverkehrs.

Futouris hat deshalb gemeinsam mit der Dertour Group und Chamäleon sowie den Airline-Partnern Discover Airlines, Edelweiss und Condor einen neuen Praxis-Guide zum Einsatz von SAF im Tourismus erarbeitet. Die beteiligten Unternehmen hatten sich zuvor im Rahmen eines ‘Memorandum of Understanding’ darauf verständigt, den Markthochlauf und die Nutzung von SAF im DACH-Markt gemeinsam zu unterstützen.

Der 24-seitige Leitfaden richtet sich insbesondere an Reiseveranstalter und führt in sechs Schritten durch das Thema. Neben Grundlagen und Qualitätsstandards behandelt er verschiedene Möglichkeiten für den SAF-Bezug, die Kommunikation gegenüber Kundinnen und Kunden sowie die Integration entsprechender Angebote in den Online- und stationären Vertrieb.

Verschiedene Möglichkeiten für Reiseveranstalter

Tourismusunternehmen können SAF laut Guide unter anderem direkt bei Produzenten oder indirekt über Airline-Partner beziehen. Als weitere Möglichkeit werden sogenannte ‘Buyers Alliances’ genannt, bei denen mehrere Unternehmen ihre Nachfrage bündeln. Voraussetzung für gemeinschaftliche Initiativen ist eine entsprechende kartellrechtliche Prüfung.

Als Praxisbeispiele führt Futouris unter anderem Kooperationen von Dertour, Chamäleon und Hotelplan mit der Lufthansa Group auf. Hotelplan hatte zudem einen Rahmenvertrag mit dem SAF-Produzenten Neste abgeschlossen und SAF als freiwillige Zusatzleistung in verschiedenen Vertriebskanälen angeboten.

Der Leitfaden zeigt auch verschiedene Möglichkeiten auf, SAF in den Buchungsprozess einzubinden. Dazu gehören entsprechende Tarife, freiwillig buchbare Zusatzleistungen sowie Reisepakete, bei denen die SAF-Nutzung bereits im Produkt integriert ist.

Fokus auf neue SAF-Generationen

Aktuell ist nach Angaben des Guides vor allem sogenanntes HEFA-SAF aus flüssigen Abfallstoffen wie Altspeiseöl oder tierischen Fetten kommerziell verfügbar. Langfristig sieht Futouris jedoch insbesondere in fortschrittlichen biobasierten SAF aus festen Abfallstoffen sowie synthetischem e-SAF ein grösseres Skalierungspotenzial.

Reiseunternehmen könnten deren Entwicklung etwa durch langfristige Abnahmevereinbarungen, finanzielle Beteiligungen an Projekten oder spezielle Angebote für Kundinnen und Kunden unterstützen. Als Beispiele nennt der Guide unter anderem die Zusammenarbeit der Lufthansa Group und Swiss mit dem Schweizer Unternehmen Synhelion sowie die branchenübergreifende Initiative Project Skypower.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Kommunikation. Aussagen zur Nachhaltigkeitswirkung von SAF müssten transparent, nachvollziehbar und wissenschaftlich fundiert sein. Der Guide empfiehlt deshalb klare Kernbotschaften und weiterführende Informationen für Kundinnen und Kunden.

Der Praxis-Guide soll zeigen, dass Tourismusunternehmen bereits heute über konkrete Handlungsmöglichkeiten verfügen, vom SAF-Bezug bis hin zur Integration von SAF-Angeboten in Buchungsprozesse. (TI)