
Das Event-Lokal Resident im Zürcher Seefeld war gestern Abend gut gefüllt: Rund 35 Vertreter der Reisebranche und der Medien waren der Einladung von Stefan Mieczkowski, Chef der DZT Zürich, zum Deutschland-Workshop 2026 gefolgt.
Die Gäste liessen sich an 14 Tischen von insgesamt 16 Destinationspartnern über Neuheiten und die jüngsten Entwicklungen an den vielfältigen Reisezielen Deutschlands ins Bild setzen.
Bei einer Vorstellungsrunde wurden alle angereisten Destinationsvertreter nach dem jeweiligen USP gefragt. Die meisten hatten darauf zwei, drei oder sogar mehr Antworten. Ein wichtiges Argument für den Besuch warf Caren Bakker von Mecklenburg-Vorpommern Tourismus in die Runde: Die Region mit sagenhaften 2000 Kilometern Küste und 2000 Sonnenstunden pro Jahr lohne sich auch als Reiseziel, weil man den Freunden etwas zu erzählen hat, was diese noch nicht kennen, meinte sie.

Gartenparadies im ehemaligen Industriegebiet
Maike Seedorff von den Atlantic Hotels konnte einen prominenten Neuzugang vermelden: Der Oeschberghof im Schwarzwald stösst auf den 1. Juli 2026 zur Hotel-Gruppe. Die bisherige Besitzerin, die Familie Albrecht von Aldi Süd, hat das Fünfsterne-Resort der Gustav-Zech-Stiftung vom Immobilien- und Bauimperiums Zech verkauft, das hinter den Atlantic-Hotels steht.
Andreas Wietheger von Ruhr Tourismus warb für die IGA, die internationale Gartenausstellung, die 2027 dort stattfindet. Marie Louise Diekmann vom Deutschland Museum in Berlin betonte, dass ihr Haus das erste vierfach immersive Geschichtsmuseum sei: Man kann die Geschichte dort nicht nur anfassen, sehen und hören, sondern auch riechen.
Johanna Nies von Kassel warb für die Ausstellung ‘Rembrandt 1632’, die im Schloss Wilhelmshöhe noch bis zum 9. August zu sehen ist. Und Priska Ruf von Maritim Hotel erinnerte an die legendären Frühstücksbuffets in ihren Häusern.
Vielfalt und Qualität
Beim anschliessenden Abendessen stellte Stefan Mieczkowski zwischen Vorspeise und Hauptgang die neusten Zahlen zum Deutschland-Tourismus sowie die Kampagnen der DZT vor.
Er betonte zunächst, wie gross die Wertschöpfung der Tourismusindustrie in Deutschland sei: Sie macht 11,2% des BIP aus, profitieren würden davon ganz viele Bereiche, vom Transport bis zum Einzelhandel.
Deutschland ist zurzeit das Reiseziel Nr. 1 der Schweizer, knapp vor Italien. International stehen die Schweizer Gäste auf Platz 3 hinter den Niederlanden und den USA.
Nicolás Garófalo, Geschäftsführer und Leiter Pauschalreisen von Eurobus, kennt auch einen gewichtigen Grund dafür: «Vor allem unsere älteren Gäste schätzen es sehr, in den Ferien ihre eigene Sprache zu sprechen», meinte er im Gespräch. Er habe soeben die Prüfung zum Buschauffeur absolviert und aktuell erstmals einen Transfer für eine Reisegruppe durchgeführt. «Ich möchte einfach selber erfahren, was unsere Fahrer täglich leisten», erklärte er dazu.
Marktforschungen zeigen, dass vor allem die Vielfalt des Reiselandes Deutschland und die Qualität des Angebots Schweizer Gäste anziehen. Und 52 % der Befragten möchten weniger bekannte Gebiet bereisen.
Die vier globalen Kampagnen der DZT sind weiterhin:
- «Nächster Halt: Reiseland Deutschland» bewirbt die Kultur und den Städtetourismus.
- «Culinary Germany» widmet sich der Priorität Nr. 2 bei Ausgaben in den Ferien, dem Essen und Trinken.
- «Feel good» bewirbt die umwelt- und klimafreundlichen Seiten des Reisens in Deutschland.
- «Season’s Greetings» widmet sich den vielen Weihnachtsmärkten des Landes.
Unter den gross aufbereiteten Jubiläen im Jahr 2026 sind «125 Jahre Wuppertaler Schwebebahn» und «30 Jahre Bauhaus Unesco Welterbe». Im nächsten Jahr findet unter anderem die Eishockey-WM in Düsseldorf und Mannheim statt, ausserdem die erwähnte IGA und das 10jährige Jubiläum der Elbphilharmonie.
Rotwein holt auf
Vor dem Dessert referierte Katja Simon, die derzeitige deutsche Weinprinzessin und Masterstudentin in Önologie, über den deutschen Wein. In einer 20minütigen Präsentation offenbarte sie einen wahren Platzregen von Informationen, Zahlen und Statistiken – passend zum aktuellen Wetter.
Deutschlands Rebfläche ist gesamthaft nur gerade so gross wie das Anbaugebiet des Bordeaux. Sie gilt als sogenanntes Cool-Climate-Weinland. Die Rotweine nehmen zu. Noch immer aber sind 70 % Weissweine, es gibt deren fünf Sorten gegenüber zwei roten. Und Katja Simon gewinnt der Erderwärmung auch etwas Gutes ab: Sie würde auch das Anbauen von anderen Rebsorten ermöglichen und die Anbaugebiete könnten sich weiter nach Norden ausdehnen.
Mit der traditionellen Auslosung von Reisepreisen für die Gäste schloss die Veranstaltung, Die Preise steuerten diesmal die Deutsche Märchenstrasse, Maritim Hotels, Ulm Touristik und Sachsen bei.
Gabrielle Attinger
Am Deutschland Workshop der DZT Schweiz mit dabei waren:
- Atlantic Hotels – Maike Seedorff
- Deutsche Fachwerkstraße – Elena Kopaschinski
- Deutsche Märchenstrasse – Jessica Kleiner
- Deutschland-Museum – Marie Louise Diekmann
- Kassel Marketing – Johanna Nies
- Maritim Hotelgesellschaft mbH – Prisca Ruf
- Porzellan-Manufaktur Meissen – Daniela Mücke
- MV Tourismus GmbH – Caren Bakker
- Ruhr Tourismus GmbH – Andreas Wietheger
- Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt mbH – Katharina Scholz
- Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen mbH – Chiara Gasparini
- Thüringer Tourismus GmbH – Carolina von Stojentin
- Ulm/Neu-Ulm – Anna Schäfer
- Wald- & Schlosshotel Friedrichsruhe – Alexandra Jungwirth
- Weimar GmbH Gesellschaft für Marketing, Kongress- und Tourismusservice – Serge Strekotin
- Wiesbaden Congress & Marketing GmbH – Yvonne Skala








