Norweger lancieren günstige Covid-Impfreisen

Gespritzt wird der russische Impfstoff Sputnik V.
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Es ist ein umstrittenes Geschäft, dennoch gibt es sie: Corona-Impfreisen – jetzt auch relativ günstig. Der norwegische Reiseveranstalter World Visitor bietet unter dem Namen «Meine Impfreise» solche Trips nach Moskau mit Covid-19-Impfpiks für weniger als EUR 2000 an. Den vermittelnden Reisebüros winken 10% Vermittlungsprovision.

Entgegen den Angaben auf der Website von «Meine Impfreise» könnten nicht nur Russen, sondern auch Staatsangehörige anderer Länder, auch der Schweiz, die Reise mit Piks buchen, heisst es bei der Presseagentur des Anbieters. Russische Privatkliniken hätten die Erlaubnis erhalten, auch Nicht-Russen zu impfen.

Für EUR 1499 gehts laut der Website zweimal zum Impfen in die Transitzone eines Moskauer Flughafens, das erste Mal mit einem Ausflug nach Istanbul nach dem Piks. Damit brauche es kein Visum für Russland, das allerdings für Schweizer relativ einfach erhältlich sei, so das Pressebüro.

Ab EUR 1999 fliegt man zweimal für vier Tage nach Moskau und lässt sich dort den lokalen Impfstoff Sputnik V spritzen. Für den Dolmetscher, den Arzt und den Impfstoff fallen laut der Website noch ein paar hundert Euro Nebenkosten an.

Nicht zugelassen, aber nicht unwirksam

Das russische Vakzin ist in der Schweiz nicht zugelassen, was aber nicht heisst, dass es nichts nützt. Und es ist auch nicht verboten, sich damit impfen zu lassen. Auch in der EU ist er nicht zugelassen, das EU-Land Ungarn verwendet ihn trotzdem. Und ein paar andere Länder ebenfalls.

Ob mit Sputnik V Geimpfte dereinst von Impfprivilegien in der Schweiz oder in der EU profitieren können, ist unsicher. Offen ist nämlich, welche Impfstoffe etwa in den künftigen digitalen Impfpässen überhaupt aufgeführt werden.

Impfreisen wurden bisher vor allem für Superreiche angeboten, die fünf- oder sechsstellige Summen für eine Spritzentour etwa in einen Golf-Staat bezahlten. Sie erhielten dafür allerdings in der Regel international anerkannte Vakzine verabreicht.

In Deutschland hat sich jüngst eine heftige Diskussion entwickelt, ob Impfreisen überhaupt moralisch und ethisch vertretbar seien. Die deutsche Reisebranche selber ist gespalten. (TI)