Optimismus und gute Stimmung auf der ITB

Vom 4. bis 6. März fand die internationale Tourismusmesse in Berlin statt und begrüsste über 100’000 Besucher. TRAVEL INSIDE war vor Ort und gibt Einblick in die Highlights.
©Messe Berlin GmbH

Der weltweite Tourismus hat es geschafft, das Vor-Corona-Niveau ist erreicht. Der weltweite Umsatz lag nach den Angaben des UN Tourism Barometer for 2024 bei 103% gegenüber 2019. Und die ITB verzeichnet mit 5800 Ausstellern einen neuen Rekordwert und expandiert weiter: Im November 2026 findet erstmals die ITB Americas statt.

Die diesjährige ITB war von Optimismus geprägt, die Stimmung in den Hallen war durchweg gut. Die Besucher freuten sich nicht nur über drei Tage strahlenden Sonnenschein, auch der Verlauf der Messe sorgte für zufriedene Gesichter und gute Laune.

Dabei war nicht nur die Zahl der Aussteller von denen 87% aus dem Ausland stammten – insgesamt waren es mehr als 170 Länder – ein Top-Resultat. Die Zahl der Besucher lag 2025 bei über 100’000, im vergangenen Jahr wurde die Marke noch knapp verfehlt.

Die positive Entwicklung des globalen Tourismus und der Weg der Branche zurück zu alter Stärke war auf der ITB zu spüren, die Terminlisten waren voll, an den Tischen der Stände der Dienstleister und Destinationen befanden sich die Ein- und Verkäufer in Gesprächen und Verhandlungen.

Die ITB spricht von rund 80’000 relevanten Geschäftskontakten während der drei Messetage. Die Hallen waren nicht nur auf der Ausstellerseite ausgebucht, die Stände waren gut besucht, in den Gängen herrschte geschäftiger Betrieb. Bislang haben die geopolitischen Krisen diese gute Atmosphäre nicht beeinträchtigt, doch sie und ihre Auswirkungen waren eines der beherrschenden Themen.

Ohne Technologie geht nichts

Der bislang nur wenig getrübte Optimismus war unter anderem an den Ständen der Technologieunternehmen zu spüren. Die Branche lebt und geht mit hohem Tempo voran. Seit Corona kommen zahlreiche neue Anbieter aufs Feld, die wachsende Bedeutung der Digitalisierung setzt sich kontinuierlich und stärker als in den Jahren vor 2019 fort.

Jedes Jahr tauchen auf der ITB neue Anbieter auf, die ITB Innovators präsentierten insgesamt 35 neue Produkte, Apps und Services. Auf dem Kongress diskutierten die Teilnehmer unter der Überschrift ‘The Power of Transition lives here’ auf rund 200 Veranstaltungen die Transformation der Branche. Zu den Themen gehörten unter anderem die Folgen der FTI Insolvenz.

Oben auf der Tagesordnung stand auch in diesem Jahr die Künstliche Intelligenz, die, wie praktisch in allen Branchen, natürlich auch in der Touristik eines der beherrschenden Themen ist. Einige Anbieter stufen die Diskussion darüber aber auch als Hype ein, in neuen Produkten und Innovationen müsste einfach der Begriff KI auftauchen, so ihre Einschätzung.

Ohne Technologie geht nichts ©Messe Berlin GmbH
Nachhaltigkeit steht weit oben

Auch Nachhaltigkeit und ihre Integration in die Touristik haben nicht an Bedeutung verloren, der Kongress bot diverse Podiumsdiskussionen und Vorträge, in Halle 4.1 waren mehr als 80 Aussteller aus 26 Ländern im Bereich ‘Responsible Tourism’ vertreten.

Der Markt an nachhaltigen Reisen und Angeboten wächst, es kommen neue Unternehmen dazu, viele der Etablierten bauen ihre Produkte auf oder aus. Immer wieder wird deutlich, dass sich niemand ein Nachlassen bei Aktionen und Massnahmen leisten kann und die Touristik hier auf allen Ebenen gefordert ist.

Wenn auch beim Thema Nachhaltigkeit die Klimakrise ein bisschen in den Hintergrund gerutscht ist. Klimaforscher Stefan Rahmstorf klang bei seinem Vortrag über die zehn Jahre seit dem Klimaabkommen von Paris zeitweise wie der einsame Rufer in der Wüste.

Der Nahe Osten wächst

Die positive Entwicklung in den einzelnen Destinationen zeigte sich an deren Auftritten in den jeweiligen Hallen. Zahlreiche Länder hatten die Standflächen vergrössert, auch Neulinge wie Dschibuti waren in Berlin vertreten.

Saudi-Arabien vergrösserte seine Präsenz ©Messe Berlin GmbH

Saudi-Arabien hatte den Stand, der schon im vergangenen Jahr eine bemerkenswerte Grösse aufgewiesen hatte, noch einmal ausgebaut. Das Königreich hat sich in den vergangenen Jahren mit grossen Schritten in den globalen Reisemarkt geschoben und investiert riesige Summen in den Aufbau der touristischen Attraktionen und Dienstleistungen. In den nächsten Jahren stehen diverse grosse Sportereignisse im Kalender. Dabei stehen einige der Nachbarn nur wenig nach.

Die Vereinigten Arabischen Emirate lassen in ihrer Strategie nicht nach, Emirates vermeldet neue Kooperationsverträge gleich mit mehreren Veranstaltern. Ihre Präsenz auf der ITB hatten auch der Oman, Bahrain, Marokko und Ägypten ausgebaut. Mehr Platz gab es zudem für Vietnam, China und Thailand, bei den afrikanischen Ländern unter anderem für Uganda, Sierra Leone, Kenia und Tansania.

Albanien strebt weiter nach vorne

An der Schraube für eine höhere Aufmerksamkeit und Bekanntheit dreht mit Albanien eines der kleineren Länder in Europa, das jahrzehntelang kaum wahrgenommen wurde und als Tourismusdestination praktisch keine Rolle gespielt hat.

Das Land auf dem Balkan hat die Chance als Gastland der ITB genutzt, auf der Eröffnungsfeier präsentierte es sich mit einem Showprogramm unter der Überschrift ‘Albanity’.

Das Land im Südosten Europas ist eine der Destinationen mit den höchsten Zuwachsraten, die Verantwortlichen wollen diese positive Entwicklung auf jeden Fall fortsetzen und legten den Schwerpunkt in Berlin auf Kultur, Natur und nachhaltige Tourismusentwicklung.

Albanien präsentiert sich an der Eröffnungsfeier der ITB Berlin 2025 ©Messe Berlin GmbH
ITB Americas startet 2026

Und die ITB selbst macht auch keine Pause. Nach dem Start der Messen in Schanghai, Singapur und Mumbai in den vergangenen Jahren folgt 2026 nun die ITB Americas. Mit der neuen Messe im mexikanischen Guadalajara im November will die weltgrösste Fachmesse auch den Ländern Nord- und Südamerikas eine eigene Plattform bieten.

Wolfram Marx, Berlin