Rückreise-Quarantäne praktisch aufgehoben

Belgien, Tschechien, Andorra und Armenien: Der Bundesrat stuft nur noch diese vier Staaten sowie drei Gebiete in Frankreich als Regionen mit erhöhtem Coronavirus-Ansteckungsrisiko ein.
©Jeyaratnam Caniceus, Pixabay

Der Bundesrat hat wie erwartet am Mittwoch (28.10.) weitere schweizweite Massnahmen gegen die schnelle Ausbreitung des Coronavirus ergriffen. Diese sollen zur Eindämmung der Epidemie führen und umfassen die Einführung von Schnelltests und die Ausweitung der Maskenpflicht. Neben weiteren Einschränkungen wurde auch die Rückreise-Quarantäne neu geregelt. Die Schnelltests kommen ab Montag zum Einsatz, sind allerdings vorerst noch nicht für die Flughäfen vorgesehen, welche die gesamte Reiseindustrie fordert.

Belgien, Tschechien, Andorra und Armenien: Der Bundesrat stuft nur noch diese vier Staaten sowie drei Gebiete in Frankreich als Regionen mit erhöhtem Coronavirus-Ansteckungsrisiko ein. Der Bundesrat hat am Mittwoch die «CH+60»-Lösung angenommen. Die neuen Bestimmungen gelten ab Donnerstag. In Frankreich gelten die Regionen Hauts-de-France und ÎIe de France/Paris sowie das Überseegebiet Französisch-Polynesien als Risikozonen.

Radikaler Kurswechsel wegen starker Fallzahlen

Angesichts der starken Fallzahlen in der Schweiz entschied sich der Bundesrat nun zu einem radikalen Kurswechsel. Bisher galt die Regel: Ein Land mit mehr als 60 Neuinfektionen pro 100’000 Einwohner in den letzten 14 Tagen landete auf der Liste. Ausnahmen gab es für Grenzgebiete.

Der Bundesrat passte die Regel nun an, wonach jetzt nur noch Staaten oder Gebiete auf der Risikoliste stehen, deren 14-Tage-Wert pro 100’000 Einwohner um mehr als 60 als in der Schweiz liegt. In der Schweiz liegt der aktuelle Wert gemäss den Zahlen des Bundesamts für Gesundheit (BAG) um ein Vielfaches höher als in anderen Ländern, nämlich bei rund 763.

Gesundheitsminister Alain Berset hatte vor einer Woche erklärt, es mache keinen Sinn, Regionen auf der Risikoliste zu führen, wenn die Schweiz im Vergleich erheblich mehr Ansteckungsfälle aufweise.

Angepasst wird nebenbei auch die Ausnahmebestimmungen für Geschäftsreisende und für jene, die aus medizinischen Gründen reisen. Die Regel, dass solche Reisen höchstens fünf Tage dauern dürfen, hebt der Bundesrat auf.

  • Umgekehrt steht die Schweiz immer noch in zahlreichen Staaten auf der Risikoliste. Und diese könnte aufgrund der Fallzahlen hierzuland gar noch ausgedehnt werden. Reisebüros und Kunden sind gut beraten, sich weiterhin über die Einreisebestimmungen zu informieren. Insbesondere ist die Reisebranche jetzt gefordert bei gebuchten Dossiers von Kunden, welche nun aufgrund der Quasi-Aufhebung der Quarantäne nicht mehr kostenlos annullieren können und ihre gebuchte Reise antreten ‚müssen‘.

Deutschland und Frankreich haben wesentlich stärkere und Lockdown-ähnliche Massnahmen ergriffen. Die neuen Regeln für die Schweiz sind im Vergleich noch «harmlos».

Die angepassten Massnahmen für die Schweiz im Überblick:

(TI)