
Die Bilanz von Europas grösstem Billigflieger für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026/27 (April bis Juni) fällt ernüchternd aus: Der Gewinn nach Steuern ging im Vorjahresvergleich um 34% auf 538 Millionen Euro zurück. Dies vermelden deutsche Medien.
Damit verfehlte Ryanair die von Analysten im Schnitt prognostizierten 579 Millionen Euro deutlich. Der Gesamtumsatz legte lediglich um 1% auf 4,4 Milliarden Euro zu – und das trotz eines Passagierwachstums von 6% auf 61,3 Millionen Fluggäste.
Sinkende Ticketpreise und teures Kerosin
Als Hauptgrund für die Gewinneinbussen nennt die Fluggesellschaft durchschnittlich um 6% gesunkene Ticketpreise. Ryanair-Chef Michael O‘Leary führt dies auf die Konsumzurückhaltung und spätere Buchungstrends der Verbraucher zurück, ausgelöst durch den seit fünf Monaten andauernden Iran-Konflikt sowie die allgemeine wirtschaftliche Unsicherheit.
Auf der Kostenseite schlugen vor allem die Treibstoffausgaben zu Buche: Während 80% des Kerosinbedarfs abgesichert waren, verdoppelte sich der Preis für die verbleibenden ungesicherten 20% im abgelaufenen Quartal. In der Folge kletterten die Gesamtbetriebskosten um 11% auf 3,81 Milliarden Euro.
Getrübte Sommeraussichten, Hoffnung auf Winter-Konsolidierung
Für das wichtige Sommerquartal (Juli bis September) dämpft O‘Leary die Erwartungen weiter: Statt stagnierender Flugpreise rechnet die Airline nun mit leicht sinkenden Durchschnittserlösen im Vorjahresvergleich.
Eine Ganzjahresprognose traut sich das Management derzeit nicht zu. Das Finanzergebnis hänge stark von der weiteren Entwicklung im Nahen Osten und der Ukraine, den ungesicherten Treibstoffkosten sowie potenziellen Streiks der Flugsicherung ab.
Konkurrenten stünden «am Abgrund»
Finanzchef Neil Sorahan blickt hingegen optimistischer auf den kommenden Winter und das Jahr 2027. Er rechnet mit einer bevorstehenden Branchenkonsolidierung und Pleiten kleinerer Konkurrenten («Einige stehen nah am Abgrund»), was das Flugangebot am Markt verknappen und die Ticketpreise wieder anziehen lassen dürfte.
Eine mögliche Übernahme von Easyjet durch US-Finanzinvestoren könnte zudem einen Dominoeffekt in der europäischen Airline-Landschaft auslösen. Keine negativen Buchungseffekte verzeichnet Ryanair bislang durch die Hitzewellen in Südeuropa; die Nachfrage bleibe bestehen, verlagere sich jedoch auf kurzfristigere Buchungsfenster. (TI)








