
Im vergangenen Jahr waren erneut mehr Menschen mit der SBB unterwegs: Täglich setzten 1,43 Millionen Reisende auf die Bahn (2024: 1,39 Millionen). Die gestiegene Nachfrage sorgte für mehr Erträge im Personenverkehr. Demgegenüber standen höhere Betriebs‑ und Instandhaltungskosten, ein höherer Energieaufwand sowie die rückläufigen Erträge im Güterverkehr. SBB Immobilien konnte erneut ein solides Ergebnis erzielen.
Das Jahresergebnis fällt mit 496 Millionen Franken (2024: 275 Millionen Franken) vermeintlich hoch aus. Rund die Hälfte dieses Betrags entfällt aber auf Einmaleffekte – sie resultieren primär aus einer Reduktion der Vorsorgeverpflichtung aufgrund des geringeren Risikos einer künftigen Sanierung der Pensionskasse. Da diese Einmaleffekte keine Cashflows erzeugen, tragen sie nicht zur Reduktion der Verschuldung bei. Operativ liegt die SBB auf Vorjahresniveau.
Schulden zu hoch
Die Verschuldung ist dank des einmaligen Kapitalzuschusses des Bundes zur teilweisen Kompensation der Corona-bedingten Ertragsausfälle im Fernverkehr (850 Millionen Franken) und den konsequenten Spar- und Effizienzmassnahmen der SBB gesunken. Sie beträgt 11,3 Milliarden Franken (2024: 12,1 Milliarden Franken). Trotzdem sind die Schulden nach wie vor zu hoch.
Die SBB hat angesichts steigender Kosten zu wenig erwirtschaftet, um die notwendigen Investitionen – wie beispielsweise in Rollmaterial oder Energieanlagen – aus eigener Kraft zu finanzieren. Mittelfristig ist hierfür ein jährlicher operativer Gewinn von rund 500 Millionen Franken notwendig. Deshalb will die SBB weiter sparen und effizienter werden.
Pünktlichkeit nimmt zu, Sicherheit nimmt ab
Trotz über 20’000 Baustellen konnte die Pünktlichkeit 2025 im Personenverkehr auf 94,1% weiter verbessert werden (2024: 93,2%). Der neue Fahrplan in der Westschweiz wirkte sich positiv auf die Pünktlichkeit aus. Grosse Totalsperren wurden genutzt, um Bauarbeiten zu bündeln. Zugleich bestehen weiterhin Herausforderungen: Züge aus dem Ausland treffen häufig verspätet in Grenzbahnhöfen wie Basel und Schaffhausen ein.
Auch die Sicherheit bleibt ein zentrales Thema. Besorgniserregend ist zudem, dass die Aggressionen gegenüber Mitarbeitenden in der Tendenz gröber werden und die Zahl von Cyberangriffen zunimmt. Die SBB hat die Präsenz der Transportpolizei verstärkt, Bodycams eingeführt, Sicherheitskampagnen lanciert und in die Resilienz des Bahnsystems gegen Cyberbedrohungen investiert.
Zufriedenheit bei Reisenden und Mitarbeitenden
Der Wochenendverkehr und internationale Verbindungen zu über 120 Destinationen werden immer beliebter. Deshalb baut die SBB dieses Angebot gemeinsam mit ihren Partnerbahnen gezielt aus, erhöht die Frequenzen und vereinfacht Ticketing und Service.
Die Kundenzufriedenheit bei SBB Cargo Schweiz sank auf 65 von 100 Punkten (2024: 67,6 Punkte). Gründe sind unter anderem die laufende Transformation sowie Preis- und Angebotsanpassungen.
Erfreulich ist die nach wie vor hohe Personalmotivation (2025 und 2024: jeweils 80 von 100 Punkten). Die SBB beschäftigt 35’770 Mitarbeitende, etwa gleich viele wie im Vorjahr (2024: 35’569 Vollzeitstellen). In den Vorjahren hat die SBB Stellen aufgebaut, zum grössten Teil im operativen Bereich, beispielsweise beim Lok- und Zugpersonal.
Güterverkehr richtet sich neu aus
Die Neuausrichtung des Güterverkehrs ist im vergangenen Jahr gestartet. Der Bund unterstützt mit einer befristeten Förderung des Einzelwagenladungsverkehrs, Kund*innen tragen mit kostendeckenden Preisen und die SBB mit Investitionen, Effizienzsteigerungen und Kostensenkungen dazu bei.
2025 hat die SBB den kombinierten Verkehr (KV) neu ausgerichtet: Anfang 2026 startete die erste KV-Verbindung gemäss ‘Suisse Cargo Logistics’ auf der Nord-Süd-Achse. Die Unterzeichnung der Leistungsvereinbarung für den Einzelwagenladungsverkehr mit dem Bund war ein weiterer, wichtiger Meilenstein für die im Jahr 2026 bevorstehende Neuausrichtung. Wie viele Stellen von der Transformation im Einzelwagenladungsverkehr betroffen sein werden, wird sich im Frühling 2026 zeigen.
Substanzerhalt als Basis für den Ausbau
Das Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) hat Ende Januar 2026 die Eckwerte zur Botschaft über den Bahnausbau (‘Verkehr ’45’) bekannt gegeben. Detaillierter wird sich die SBB im Rahmen der Vernehmlassung äussern, die voraussichtlich im Juni 2026 startet.
Wie die SBB betont, ist der Ausbau der Bahn notwendig, weil Engpässe absehbar seien. Ausbauprojekte müssen schrittweise und gezielt dort umgesetzt werden, wo sie zeitnah den grössten Nutzen bringen. Grossprojekte entfalten ihre Wirkung nur, wenn ergänzende Infrastrukturen realisiert werden. (TI)








