«Schweiz weltweit drittgrösster Quellmarkt für Deutschland»

Die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) und Visit Berlin präsentierten News und Trends für 2025 in der Zürcher Hiltl Academy.
Höhenflüge in der Schweiz – nicht nur auf der Rooftop-Terrasse des Hiltl (v.l.n.r.): DZT Schweiz-Chef Stefan Mieczkowski mit Petra Neye (Kulturprojekte Berlin), Caroline Breitmoser (Junior Managerin Public Relations & Events, DZT) und Catarina Erceg (Market & Media Manager, Visit Berlin). ©TRAVEL INSIDE

TRAVEL INSIDE besuchte die jährliche Pressekonferenz der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) in der Hiltl Academy im Herzen von Zürich.

DZT-Schweiz-Chef Stefan Mieczkowski präsentierte mit seinem Team aktuelle Zahlen, touristische Trends sowie ein Ausblick auf neue Impulse in unserem nördlichen Nachbarland.

Auch wenn Mieczkowski mit einem Augenzwinkern «das Wort ‘Recovery’ im Kontext mit der Pandemie langsam aber sicher ‘out’» findet, «und lieber nach vorne schauen möchte», durfte er mit Freude verkünden, dass  2024 das internationale Übernachtungsvolumen in Deutschland 95% des Vor-Corona-Jahres 2019 erreichte.

Schweiz weltweit die Nummer drei im Deutschland-Incoming

Die Schweiz platziert sich als drittwichtigster Quellmarkt, hinter den Niederlanden und den USA, mit 6,9 Millionen Übernachtungen. «Die Tatsache, dass die Schweizer 2024 noch Rang zwei belegten, ist insofern damit zu erklären, dass offenbar die Reiselust der US-Amerikaner*innen erheblich gestiegen ist – zudem lässt das Schweizer Plus von 2,3% gegenüber dem Vorjahr diesen knappen Rang-Verlust ja gut verschmerzen», kommentierte der DZT-Chef das Ranking.

Bei Schweizer besonders beliebt: die Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Nordrhein-Westfalen und neu in den Top 5: Hessen. Gleichzeitig zeigt sich laut der Statistik ein wachsendes Interesse an weniger bekannten Reisezielen: 30% der Schweizer Gäste planen Aufenthalte abseits der klassischen Pfade, 21 % reisen gezielt in «off the beaten track»-Regionen.

Viele Wege führen nach Deutschland

Mitverantwortlich für den steigenden Trend ist sicherlich die Nähe und die permanent erweiterte Mobilität: Neue Flugverbindungen an die deutsche Küste nach Rostock und Usedom sowie über 40 tägliche Direktverbindungen mit der Bahn stärken die Mobilität der Anreise ins Nachbarland.

Auch auf dem Luftweg sind die beiden Länder Schweiz und Deutschland ‘well connected’: Ganze 78 mal pro Woche kann man beispielsweise ab Zürich nach Berlin fliegen. Auch die bayerische Metropole München ist wöchentlich ab Zürich, Basel und Genf kumuliert 111 mal allein via Flugzeug erreichbar.

So freut sich Mieczkowski, «dass in den ersten vier Monaten dieses Jahres bereits über 1,6 Mio. Schweizer Übernachtungen in statistisch erfassten Beherbergungsbetrieben in Deutschland registriert wurden». 

 

Kultur, Natur und Nachhaltigkeit im Fokus 

Caroline Breitmoser widmete sich den deutschen Themenkampagnen 2025: Dabei hat das Thema ‘Wald’ einen grossen Stellenwert im deutschen Themenjahr – man will mit verschiedenen Aktivitäten dem Bedürfnis nach «immersiven Erlebnissen» gerecht werden.

Der Gast soll sich «mittendrin, statt nur dabei» fühlen und den Wald oder die Natur mit allen Sinnen erleben. So werden auch die Natur-Kampagne «Embrace German Nature» und die Nachhaltigskeitskampagne «Simply Feel Good» 2025 fortgeführt. 

Kulturland Deutschland

Deutschland bleibt das beliebteste Kulturreiseziel der Europäer: Stolze 21% aller internationalen Urlaubsreisen nach Deutschland sind kulturell motiviert. Das Jahr 2025 markiert diesbezüglich zahlreiche Jubiläen und Anlässe: 100 Jahre Bauhaus in Dessau, der 275. Todestag von Johann Sebastian Bach sowie der 150. Geburtstag von Thomas Mann werden in verschiedenen Destinationen mit Sonder-Events gefeiert.

Weitere Jubiläen feiert die 50-jährige Deutsche Märchenstrasse, der Nationalpark Wattenmeer (40 Jahre). Deutschlands grösster Freizeitpark in Rust erfreut sich bei Schweizern nach wie vor grösster Beliebtheit: Der Europa-Park wird dieses Jahr bereits 50 Jahre alt – auch ein Faktor, der ein namhaftes Volumen an Übernachtungszahlen generiert.

Petra Neye von ‘Kulturprojekte Berlin’ übernahm schliesslich und vertiefte das kulturelle Topic – mit speziellem Fokus auf die Hauptstadt. Ihre 2006 gegründete Gesellschaft kooperiert mit nahezu allen Berliner Museen und Gedenkstätten und arbeitet eng mit Politik, Wirtschaft und den Künstlern selbst zusammen.

Mit 200 Museen, 400 Galerien, 150 Theatern, 3 Opern, 7 grossen Orchestern, 3 Unesco-Weltkulturerbestätten, 6’000 in Berlin tätigen Künstlern und über 2’000 Events täglich darf man Berlin getrost als multikulturellen Schmelztiegel bezeichnen.

Berliner Kulturhöhepunkte als ‘Appetizer’

Anschliessend an die Pressekonferenz lud Visit Berlin zu einem Presse-Lunch ein, bei dem Catarina Erceg, Market & Media Manager der Tourismusorganisation, vorab die touristischen Höhepunkte der Hauptstadt präsentierte: ein Ausblick auf neue Ausstellungen, Festivals und nachhaltige Stadterlebnisse, die Berlin als weltoffene, vielfältige und zukunftsorientierte Destination weiter stärken. 

Eines der Highlights ist das 200-jährige Jubiläum der Museumsinsel Berlin. Über fünf Jahre hinweg steht jeweils eines der fünf Museen der Insel im Mittelpunkt. Ein weiteres Highlight ist das 35-jährige Jubiläum der East Side Gallery – der längste erhaltene Mauerabschnitt Berlins als Open-Air-Galerie mit über 1’300 Metern und 118 Kunstwerken. (CF)