Sicherheitstraining hinter den Kulissen

Cabin Crew Members von Swiss trainieren regelmässig Evakuationen und andere Notfallsituationen unter realistischen Bedingungen. So sieht das Training aus.
So trainiert die Swiss Notfallsituationen ©Swiss

An Bord der Swiss-Maschinen kümmern sich Cabin Crew Members täglich um das Wohlbefinden der Passagierinnen und Passagiere. Weniger sichtbar bleibt dabei ihre wichtigste Aufgabe: die Sicherheit an Bord. Damit die Crews auch in aussergewöhnlichen Situationen schnell und professionell handeln können, absolvieren sie regelmässig intensive Notfalltrainings im Lufthansa Aviation Training Switzerland (LAT CH) beim Flughafen Zürich.

«Im LAT trainieren angehende aber auch erfahrene Cabin Crew Members regelmässig Situationen, die im Alltag selten vorkommen, im Ernstfall aber über Leben und Tod entscheiden können», erklärt Bettina Alborghetti, Verantwortliche für die Qualität der Ausbildung bei Lufthansa Aviation Training Switzerland. Gemeinsam mit ihrem Team begleitet sie die Ausbildung neuer Crewmitglieder sowie die obligatorischen Wiederholungstrainings im Auftrag von Swiss.

Ein zentraler Bestandteil der Schulung ist das sogenannte Safety-Training. Dabei stehen Themen wie Feuerbekämpfung, medizinische Erstversorgung, Human Factors und die Evakuation eines Flugzeugs im Fokus. Trainiert wird in realitätsnahen Kabinenmodellen im Massstab 1:1. Dunkelheit, Lärm und Zeitdruck gehören dabei bewusst zum Szenario.

Besonders bei einer Evakuation verändert sich die Rolle der Crew grundlegend. «Die Cabin Crew Members verlassen bei einer Evakuation ihre übliche Gastgeberrolle. Klare, laute und präzise Kommandos sind dann entscheidend, um Passagier*innen sicher und schnell aus dem Flugzeug zu bringen», so Alborghetti.

Handgepäck bleibt an Bord

Auch für Reisende gelten im Ernstfall klare Regeln. Besonders wichtig sei, das Handgepäck an Bord zurückzulassen. Taschen oder Rollkoffer könnten Fluchtwege blockieren oder andere Personen verletzen. Ebenso entscheidend sei die richtige Haltung beim Rutschen über die Evakuationsrutsche: Hände nach vorne nehmen und den Oberkörper leicht vorbeugen.

Filmen bringt Menschen in Gefahr

Zunehmend beschäftigen die Instruktorinnen und Instruktoren zudem Smartphones in Notfallsituationen. Wer bei einer Evakuation stehen bleibt, um zu filmen, gefährdet nicht nur sich selbst, sondern behindert auch andere Personen bei der Flucht. Gerade in solchen Situationen könne jede Sekunde entscheidend sein.

Die regelmässigen Trainings gehören zu den hohen Sicherheitsstandards der Luftfahrt und bleiben für Passagierinnen und Passagiere meist unsichtbar. Sie zeigen jedoch, wie intensiv sich Crews auf Situationen vorbereiten, die im Idealfall niemals eintreten. (TI)