
Der IT- und Kommunikationsspezialist SITA übernimmt das Unternehmen Big Blue Analytics, das hinter der KI-Plattform OCC Assistant Manager (Occam) steht. Ziel der Übernahme ist es, Fluggesellschaften weltweit ein leistungsfähigeres Instrument zur Bewältigung von Betriebsstörungen bereitzustellen.
Gemäss SITA gehören Betriebsunterbrüche zu den teuersten ungelösten Problemen der Luftfahrtbranche und verursachen jährlich Kosten in Milliardenhöhe. Die KI-basierte Plattform Occam soll Airlines dabei helfen, Störungskosten um bis zu 30% zu senken.
Die Plattform analysiert bei Unregelmässigkeiten gleichzeitig verschiedene Faktoren wie Flugzeugeinsatz, Crew-Planung, Passagierrouten und Wartung. Daraus erstellt das System innerhalb weniger Minuten einen umfassenden Wiederherstellungsplan.
Bei einer mittelgrossen Fluggesellschaft mit rund 100 Flugzeugen können sich die jährlichen Störungskosten laut SITA auf 70 bis 80 Millionen US-Dollar belaufen. Dennoch sind viele bestehende Systeme weder in der Lage, diese Einsparpotenziale tatsächlich zu realisieren, noch, deren Wirkung nachvollziehbar nachzuweisen. Dies soll Occam ermöglichen.
Ein weiterer Vorteil der Lösung sei die Nachvollziehbarkeit der Entscheidungen. Occam dokumentiert laut Unternehmen sämtliche Massnahmen und ermöglicht so eine genaue Auswertung von Kosten, Pünktlichkeit, Passagierauswirkungen und regulatorischen Vorgaben.
«Fluggesellschaften haben Störungen traditionell als feste Geschäftskosten behandelt, aber es gibt eine klare Gelegenheit, sie anders anzugehen. In einer zunehmend volatilen und schnelllebigen Umgebung wird die Fähigkeit, sich mit derselben Agilität zu erholen, entscheidend. Die Fluggesellschaften, die dies zuerst umsetzen, werden sich schneller erholen, mehr fliegen und mehr Einnahmen sichern als diejenigen, die warten, und KI-gestützte Tools wie Occam machen das möglich», sagt David Lavorel, CEO von SITA.
Mit der Technologie von Big Blue Analytics will SITA künftig Systeme entwickeln, die Störungen frühzeitig erkennen und gewisse Wiederherstellungsprozesse automatisiert durchführen können. Langfristig soll daraus ein sogenanntes «Intelligent Operations Control Center» entstehen, das Planung, Überwachung und operative Steuerung in einem System vereint. (TI)








