So erklärt Rolf Meier Reisen ihren Austritt bei den TPS Specialists

Walter Fink, Mitinhaber und Co-Geschäftsführer von Rolf Meier Reisen in Neuhausen am Rheinfall, geht im ‚Guten‘ sagt er gegenüber TRAVEL INSIDE.
Mit-Inhaber von Rolf Meier Reisen: Walter Fink (links) und Christian Sigg. ©Rolf Meier Reisen

Das überrascht die Branche: Das Reiseunternehmen Rolf Meier Reisen hat für 2024 den Austritt aus der TPS Specialists Gruppe angekündigt. Die Firma feierte dieses Jahr im grossen Stil sein 50-Jahr-Jubiläum und Firmengründer Rolf Meier war einer der ersten Mitglieder in der TTS AG, einer quasi Vorgängerin der TPS.

Der Entscheid sei im Verwaltungsrat einstimmig gefallen, erklärt Walter Fink auf Anfrage von TRAVEL INSIDE. Sowohl Thomas Bolliger, Christian Sigg und er selbst – sie halten je 30% der Aktien – hätten sich für den Austritt entschieden. Einzig VR-Mitglied und Treuhänder Daniel Rieser habe Stimmfreigabe erteilt.

«Der TPS ist eine Erfolgs-Story»

«Wir treten absolut im Guten aus der TPS Specialists aus, und wir verbleiben selbstverständlich als Genossenschaftsmitglied innerhalb der TPS-Familie. Die TPS ist eine Erfolgs-Story, und die Genossenschaft wird sensationell geführt», sagt Fink. «Der Entscheid ist absolut emotionsfrei und hat einen rein wirtschaftlichen Hintergrund. Wir haben unsere Kosten/Nutzen-Rechnung gemacht und dies hat zum Austritt geführt.»

Rolf Meier Reisen Co-Chef Walter Fink an der TPS Academy Ende September 2023. ©TRAVEL INSIDE

Noch Ende September war Rolf Meier Reisen ein gefragter TO im Rahmen der neu lancierten TPS Specialists Academy Ende September in Zürich. Der Austritt war dannzumal noch nicht entschieden, bestätigt Fink. Im Anschluss an die gleichzeitige GV der TPS-Mitglieder wurde offenbar anlässlich einer Sitzung der TPS Specialists beschlossen die Kommissionierung weiterzuführen. Daraufhin habe Rolf Meier Reisen früh informiert, dass sich es nicht mehr rechne.

«Wir sind als TO dafür zu klein»

Fink will nicht auf konkrete Zahlen eingehen, jedoch scheint es klar, dass die Kosten für die ‚eigenen‘ TO innerhalb der TPS zu hoch sind. «Wir sind als TO dafür zu klein», räumt Fink ein. Anscheinend wurde die Basiskommission auf rund 13% festgesetzt, was Fink allerdings nicht kommentieren will. Und zwar für alle buchenden Reisebüros innerhalb der TPS gleich. Fink räumt ein, dass er persönlich bei der Provisionierung gegen das sogenannte ‚Giesskannen-Prinzip‘ ist. Er bevorzugt die Honorierung auf einem Stufenanstieg.

Man habe die Situation während den ersten zwei Jahren geprüft und komme deshalb zum Entscheid des Austritts. Hinzu kommen für die TPS Specialists als Pflichten zusätzlich Initial- und auch Marketingkosten hinzu. Da habe der Pay Back nicht mehr gestimmt, gibt Fink zu.

Geschätzte fünf Millionen Franken Umsatz

Rolf Meier Reisen erbringt 50% des Umsatzes im Tour Operating, dies entspricht etwa geschätzten fünf Millionen Franken jährlich. Davon sind 50% Agentenanteil, also rund 2,5 Mio. Franken.

Von den fünf Mio. TO-Umsatz entfielen laut Walter Fink rund 700‘000 Franken auf vier TPS-Reisebüros. Mit diesen loyalen und gut buchenden Agenten werde Rolf Meier Reisen einen eigenen separaten Deal anbieten. Die jetzt entstehende Massnahme treffe einzig die TPS-Mitglieder ohne Performance, dies entspricht rund 300‘000 Franken.

Rund 1,5 Mio. Franken werden von ‚fremden‘ Agenten erbracht, darunter auch Kuoni, TUI und Hotelplan-Filialen. Fink rechnet aufgrund der Massnahme lediglich mit einer kleinen Abwanderung. Rolf Meier Reisen bleibe jedoch weiterhin ein stolzes TPS-Mitglied. (TI)