
Der Fahrplanentwurf 2027 der SBB liegt vor. Er zeigt, welche Angebotsanpassungen mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2026 vorgesehen sind.
Neue Internationale Verbindungen
Neu profitieren Reisende von zwei statt bisher einer täglichen Direktverbindung pro Richtung zwischen Zürich und Venedig: Eine bisherige Verbindung nach Lugano wird neu nach Venedig verlängert. Dafür endet der heutige Zug Basel–Luzern–Mailand neu in Lugano, da nicht genügend Trassen zur Verfügung stehen. In der Gegenrichtung bleibt die Direktverbindung Mailand–Basel via Luzern bestehen.
Der tägliche Zug von Zürich nach Florenz fährt künftig nur noch bis Bologna und verkehrt während der Sommersaison bis Rimini. Die Verbindung von Zürich über Genua nach La Spezia verkehrt neu täglich, die saisonale Verlängerung am Wochenende nach Livorno entfällt hingegen.
Ab dem 5. April 2027 gibt es wieder drei tägliche TGV-Verbindungen pro Richtung von Lausanne über Genf nach Paris. Dank eines neuen TER-Angebots von SNCF zwischen Genf und Lyon entsteht ab April 2027 eine Verbindung mit einer zehn Minuten kürzeren Fahrzeit als bisher. Die neue Verbindung verkehrt unter der Woche täglich einmal, am Wochenende zweimal pro Richtung und ermöglicht attraktive Umsteigeverbindung nach Südfrankreich.
Zwischen Zürich und Stuttgart erhalten die IC-Züge auf dem deutschen Abschnitt mehr Fahrzeitreserve, was zu mehr Pünktlichkeit führen soll. Ergänzende Massnahmen zur Verbesserung der Pünktlichkeit prüfen DB und SBB laufend.
Der IR75 wird nicht mehr durchgehend bis Konstanz geführt; in Zürich HB ist neu ein Umstieg nötig. Zwei Verbindungen pro Richtung bleiben wochentags weiterhin direkt. Am Wochenende verkehren die Züge wie bisher ohne Umstieg zwischen Boden- und Vierwaldstättersee. Mit dem IR70 besteht für die Reisenden weiterhin eine Direktverbindung zwischen Luzern und Zürich Flughafen.
Ab dem Fahrplanwechsel ist nun nebst Wien und Hamburg auch auf der Strecke Zürich–Amsterdam der Einsatz der Nightjets der neuen Generation geplant.
Die S5 von Thurbo von Weinfelden nach St. Margrethen verkehrt stündlich als S3 weiter bis nach Bregenz. So ist die österreichische Bodenseestadt auch ohne Umstieg erreichbar.
SBB plant Nacht-Flug-Anschlüsse
Die letzte Nacht-S-Bahn SN22, welche in der Nacht Freitag / Samstag und Samstag / Sonntag von Heerbrugg über St. Gallen, Wil und Winterthur verkehrt, fährt neu weiter bis Zürich Flughafen. Reisende erreichen so den Zürich Flughafen um 4.39 Uhr für Abflüge in den frühen Morgenstunden.
Seit Dezember 2024 testet die SBB das Marktpotenzial für nationale Nachtverbindungen für Nachtschwärmerinnen und Flugreisende. Bei weiterhin guter Nachfrage sollen die Nachtverbindungen an den Wochenenden auf den Strecken Bern–Olten–Zürich HB (–Zürich Flughafen) sowie Fribourg/Freiburg–Lausanne–Genève-Aéroport, Sion–Lausanne–Genève-Aéroport und Biel/Bienne–Lausanne mit Anschluss nach Genève-Aéroport weiterbetrieben werden.
Zudem ist testweise eine Erweiterung des Nachtangebots geplant. Im Rahmen eines Pilotprojekts soll in den Nächten von Freitag auf Samstag und Samstag auf Sonntag der neue IRN3 von Zürich HB (Abfahrt um 1.20 Uhr) bis nach Chur (Ankunft 2.48 Uhr) verkehren. In Gegenrichtung ist von Chur um 2.55 Uhr ein IRN3 nach Zürich HB mit Anschluss nach Zürich Flughafen geplant, so dass Reisende dort pünktlich für die ersten Abflüge ankommen.
Fahrplan 2027: Vernehmlassung
Das Bundesamt für Verkehr (BAV) legt vom 22. Mai bis 9. Juni 2026 den Fahrplanentwurf 2027 auf der öv-info.ch-Webseite ‘Fahrplan-Entwurf’ zur Vernehmlassung auf. Änderungen gegenüber dem nun publizierten Fahrplanentwurf sind möglich. Der definitive Fahrplan wird vor dem Fahrplanwechsel im Dezember 2026 publiziert. (TI)








