
Das Feedback von Martin Fiedler, Geschäftsführer von Zentrum Reisen ‘Was Edelweiss aktuell praktiziert ist Abschöpfung!’ im TRAVEL INSIDE bezüglich überteuerter Preise in Business Class nach Male wollte Edelweiss nicht auf sich sitzen lassen.
In einem Gespräch mit TRAVEL INSIDE erläutert Patrick Heymann, Chief Commercial Officer bei Edelweiss, wie es zu diesen Preisen kommt.
Des einen Leid, des anderen Freud
Offensichtlich verlor der Markt riesige Flugkapazitäten Richtung Malediven und auch an andere Destinationen im Indischen Ozean und in Südostasien wegen des Iran-Konflikts.
Dieser führte zwar nicht zu einer vollständigen Einstellung der Flüge der Golf Carriers, aber doch zu einer massiven Reduktion. Abgesehen davon sind die Reisewarnungen in Kraft, die von Reisen in die VAE abraten.
Gerade Ostern und die Frühlingsferien sind für die Malediven Hochsaison. Aus diesem Grunde hat Edelweiss die Flüge auch aufgestockt. Preise in der Business Class der Edelweiss für Zürich – Male – Zürich im April und Mai liegen nun zwischen gut CHF 12’000 – CHF 14’000. Auch die Economy Class kostet zwischen knapp CHF 2000 bis gut CHF 3000.
Nach Cancun, eine ähnliche Flugdistanz, kostet die Business Class zwischen gut CHF 4000 und knapp CHF 5000 und die Economy Class zwischen knapp CHF 1400 bis knapp CHF 1000.
Patrick Heymann dazu: «Die Diskussion geht nur um die Strecke nach den Malediven. Vorausschicken möchte ich, dass wir nicht wegen der Krise strukturelle Tarifanpassungen vornahmen, sondern die Tarifstruktur, die dann natürlich ausgesteuert wird, so beliessen, auch für die eingeführten neun zusätzlichen Rotationen. Das einzige was änderte ist die International Charge (Treibstoffzuschlag). Damit werden nicht beeinflussbare Kosten wie höhere Treibstoffpreise abgedeckt. Diese belaufen sich seit dem 18. März 2025 auch CHF 50 retour in der Economy Class und CHF 200 retour in der Business Class.»
Die grundlegenden Veränderungen
«Grundlegend hat sich der Markt verändert mit dem Wegfall der Verbindungen der Golf-Carrier, entsprechend hat sich die Kapazität verknappt. Die von uns aufgelegten Zusatzflüge gleichen diese Kapazitätsverlust bei weitem nicht aus», erläutert Patrick Heymann.
«Auf diese stark verknappte Kapazität und die gleichzeitig stark angestiegene Nachfrage spricht das Revenue Management System an und entsprechend erhöhen sich auch die Preise innerhalb der Preisstruktur, wodurch gewisse Flüge tatsächlich die oberen Preispunkte erreichten. Es ist definitiv nicht so, dass wir mit Blick auf die Krise und die Zusatzflüge unsere Preisstruktur anpassten», verteidigt sich Patrick Heymann.
Ferienfluggesellschaft für alle?
Zu diesem Thema sagt Patrick Heymann: «Mir ist das sehr wichtig, denn das sind wir. Es ist nur eine Strecke davon betroffen, aber wir fliegen im Jahr über 100 Destinationen an, weshalb es ganz viele Möglichkeiten gibt mit uns erschwinglich in die Ferien zu fliegen. Die Malediven sind wirklich der Sonderfall, aber insbesondere Richtung Westen, nach USA und Kanada, bieten wir viel Kapazität und Verfügbarkeit. Das selbe gilt für Europa und die neuen Destinationen in Afrika.»
Patrick Heymann: «Dies ist einfach eine ausserordentliche, der geopolitischen Weltlage geschuldete Situation. Was den Preis wirklich treibt ist, dass wir Hochsaisoneinstellungen in beide Richtungen haben. Einerseits die Passagiere die in die Ferien reisen möchten, und andererseits diejenigen die zurückreisen möchten und von anderen Fluggesellschaften ausweichen mussten. Es ist eine absolute Ausnahmesituation die innerhalb unseres Revenue Management Systems die Preispunkte nach oben treibt.»
Auf die Frage ob noch andere Destinationen solche Preisausschläge verzeichnen, erklärt Patrick Heymann, dass die Malediven eine extrem populäre Premiumdestination sind und deshalb weit vorne liegen. Es gibt nun mal nicht so viele Möglichkeiten nach den Malediven zu fliegen. Punktuell sei dies auch bei den Seychellen und Mauritius, die oft auch über die Hubs am Golf angeflogen werden, der Fall, aber dort sei die Nachfragesituation eine ganz andere.
Alternativen
Es zeichnen sich nun Trends ab, zum Beispiel Richtung Kanarische Inseln, bei welchen der Preis an Wochenenden etwas höher, an Wochentagen sehr günstig ist und auch Richtung Karibik mit der Dominikanischen Republik und Cancun an, erklärt Patrick Heymann abschliessen.
Hans-Peter Brasser








