
An der gemeinsamen Jahresmedienkonferenz mit Allianz Partners Schweiz präsentierten SRV-Präsident Martin Wittwer und Geschäftsführerin Andrea Beffa die aktuellen Zahlen und Trends der Branche.
Jährlich verzeichne die Schweiz Ferienreisen ins Ausland im Betrag von 10 Milliarden. 2,5 Milliarden davon seien organisierte Ferienreisen über einen Reiseveranstalter oder eine Reiseagentur, so der Branchenverband.
«Jede vierte Reise wird in der Schweiz in der Reisebranche gebucht», kommentiert Martin Witter.
Die folgenden Trends und Zahlen beziehen sich folglich auf die 25% der gesamten Ferienreisen in der Schweiz.
Erwartetes Umsatzplus von 5% gegenüber Vorjahr

Trotz den geopolitischen Unsicherheiten und Wirtschaftslage scheinen Schweizerinnen und Schweizer auch 2025 weiterhin reisefreudig zu sein: Der Schweizer Reise-Verband (SRV) erwartet für die Reisebranche ein Umsatzplus von 5% gegenüber dem Vorjahr – bei leicht höheren Preisen und gestiegenen Dossier-Werten.
«Auch die Rekordzahlen an den Schweizer Flughäfen zeigen die derzeitige Reiselust von Schweizerinnen und Schweizern», erklärt Andrea Beffa.
Schlechtes Wetter sorgte für kurzfristige Sommerferien-Buchungen
Während sich die Buchungen für die Sommerferien im Frühjahr etwas verhaltener entwickelten als im Vorjahr, sei die Nachfrage nach Bade- und Städtereisen zwischen Mitte Juli und Anfang August sprunghaft angestiegen.
Grundsätzlich bestehe ein Trend zur Frühbuchung, ordnet Andrea Beffa ein: Durchschnittlich buchen Schweizerinnen und Schweizer ihre Ferien 6 Monate im Voraus. Aufgrund des schlechten Wetter seien diesen Sommer aber viele kurzfristige Ferienbuchungen eingegangen.
Badereisegeschäft stark bei Generalisten
Besonders Badeferien sowie beratungsintensive individuelle Rund- und Fernreisen stehen hoch im Kurs und treiben das Wachstum an. Das Badereisegeschäft sei vor allem bei den Generalisten-Veranstalter stark, es sei weiterhin ihr Kerngeschäft. Da immer mehr Kunden ihre Badeferien online buchen, setzten die Generalisten auf eine Verknüpfung von Online- und Offline-Angeboten.
Beratungsintensivere Reisen als Hauptgeschäft der Reisebüros
Trotz wachsender Onlinebuchungen bei den Reiseveranstaltern bleiben Reisebüros die wichtigste Vertriebsform. Beratungsintensivere und spezialisierte Reisen stellen das Hauptgeschäft von Schweizer Reisebüros dar. Dabei wollen Kunden vor allem individuelle Reisen buchen. Individualität beginne oft schon im kleinen Rahmen, erklärt Andrea Beffa. So könnten etwa auch klassische Angebote nach den individuellen Bedürfnissen der Kunden angepasst werden.
Die Top-Destinationen 2025
Spanien, Griechenland und die Türkei führen die Sommer-Rangliste an. Skandinavien gewinne als Destination zwar weiterhin an Beliebtheit, doch der Trend zur «Coolcation» gehe nicht zulasten klassischer Mittelmeerziele – nordische Länder machen nur rund 8-9 % der Gesamtnachfrage aus, betont der SRV .
Im Herbst ist Ägypten, vor Griechenland und Spanien, die meistgebuchte Feriendestination, während im Winter 2025/26 die Malediven und Thailand an der Spitze stehen. Generell boomt Asien, auch mit Rekordnachfragen nach Japan und Sri Lanka.
Globale Krisen als grösste Herausforderung der Branche 2025
Die SRV-Mitgliederumfrage mit 172 Teilnehmenden zeigt: Globale Krisen sind 2025 die grösste Herausforderung für die Branche. Gleichzeitig nehme dadurch das Bedürfnis nach kompetenter Beratung und Sicherheit zu: «Reisende suchen heute mehr denn je professionelle Beratung, und das Bedürfnis nach Hilfestellung nimmt spürbar zu», betont Andrea Beffa.
USA-Rückgang von 10% erwartet
Die aktuelle US-Politik zeige Auswirkungen: «Da können wir nichts mehr schönreden», kommentiert Andrea Beffa. Die Halbjahreszahlen für Reisen in die USA liegen derzeit bei minus 6%, bis Ende Jahr rechnet der SRV mit einem Rückgang von 10%. In die Ferien wollen die Kunden aber trotzdem und manche würden nach Kanada oder Australien ausweichen.
Rückgänge aufgrund geopolitischer Unsicherheiten seien jedoch nur temporär nach einzelnen Ereignissen zu beobachten. So ging die Nachfrage nach Zypern- oder Ägypten-Reisen kurzfristig leicht zurück, beziehungsweise verlagerte sich auf andere Regionen, als sich die Lage im Nahen Osten verschärfte.
Martin Wittwer kommentiert Fusion von Dertour und Hotelplan
«Wir bedauern, dass die Migros Hotelplan verkauft hat. Die Option, die nun eingetreten ist, ist die bestmögliche, weil es ein Partner ist, der auch in die Schweiz und Veranstaltermarken investiert und die französischsprachige Schweiz mitführt», stellt Martin Wittwer klar.
KI als bedeutendster Zukunftstrend
In der Mitgliederumfrage wurde Künstliche Intelligenz (KI) als bedeutendster Zukunftstrend identifiziert, welche das Reisegeschäft verändert: Von Chatbots über dynamische Preise und Besucherlenkung bis hin zu Umweltmonitoring. Der SRV sieht KI im Zusammenhang mit dem Menschen im Hintergrund als Chance: Die Reisebranche werde dadurch effizienter und kundenorientierter.
Künstliche Intelligenz wurde in der Mitgliederumfrage als bedeutendster Zukunftstrend identifiziert – und sie verändert das Reisegeschäft bereits heute: Von Chatbots über dynamische Preise und Besucherlenkung bis hin zu Umweltmonitoring. Mit KI wird die Reisebranche effizienter und kundenorientierter.
Nebst dem Trend zur Individualisierung bleibe der Klimaschutz ein weiteres Kernthema. Mit der Nachhaltigkeitsinitiative KlimaLink, an der der SRV als Gründungsmitglied beteiligt ist, soll der Klimafussabdruck transparent gemacht werden. (AL)








