Steht die geplante Nachtzugverbindung nach Malmö vor dem Aus?

Bereits im April 2026 hätte die geplante Verbindung von Basel über Kopenhagen bis ins schwedische Malmö starten sollen. Doch nun hat die ständerätliche Finanzkommission die Fördergelder gestrichen.
Die Öresundbrücke verbindet die beiden Metropolen Malmö und Kopenhagen. ©Unsplash /Julian Hochgesang

Eigentlich hätte es am 15. April 2026 losgehen sollen: Die SBB plante zusammen mit dem privaten Eisenbahnunternehmen RDC Deutschland eine neue Nachtzugverbindung von Basel nach Kopenhagen und Malmö. Selbst Tickets konnte man schon kaufen, vorbehaltlich Genehmigung des Parlaments. Andernfalls könne man die Tickets zurückerstatten, hiess es bei der SBB (TRAVEL INSIDE berichtete).

Subventionen aus dem CO2-Gesetz des Bundes 

Nun scheint genau dieses Szenario eingetreten zu sein. Letzte Woche hat die ständerätliche Finanzkommission die Fördergelder für die geplante Verbindung gestrichen. Für den Nachtzug, der Euronight 472 heissen soll, waren 47 Millionen Franken Subventionen bis 2030 aus dem CO₂-Gesetz des Bundes vorgesehen. Ohne diese Subventionen ist die Nachtzugverbindung gemäss der SBB nicht möglich. Nachtzüge seien zwar beliebt, aber nicht rentabel.

Sollen Gelder für Flüge oder Züge eingesetzt werden? 

Wie SRF berichtet, hätten die Gelder aus den Emissionszertifikaten der Fluggesellschaften via CO₂-Gesetz den Nachtzügen zugute kommen sollen. Jakob Stark, Ständerat der SVP, spricht sich für den Entscheid aus, schliesslich gebe es auch keine direkte Flugverbindung von Zürich nach Malmö. «Also der Effekt, dass man durch Züge Flüge ersetzen möchte, ist sehr, sehr tief», kommentiert er gegenüber SRF.

Direkte Flüge nach Kopenhagen, die erste Station des geplanten Nachtzuges, gibt es hingegen viele. Kopenhagen und Malmö liegen unweit voneinander entfernt: Über die Öresundbrücke, die beide Städte miteinander verbindet, fahren regelmässig Züge, in rund 35 Minuten ist Malmö von Kopenhagen aus zu erreichen.

Werden die Gelder für den Nachtzug gestrichen, sollen sie im Flugverkehr eingesetzt werden: «Die Gelder werden für die Entwicklung von synthetischen Treibstoffen gebraucht. Für den Flugverkehr eine ganz wichtige Massnahme, weil irgendwann soll auch der Flugverkehr CO₂-frei fliegen», kommentiert Stark.

National- und Ständerat werden entscheiden 

Grünen-Nationalrätin Franziska Ryser spricht sich gegenüber SRF für die geplante Nachtzugverbindung aus: «Der Flugverkehr bekommt heute an Subventionen etwa 1.6 Milliarden für die Ausnahme der Kerosinsteuer, sie ist von der Mehrwertsteuer befreit, dazu externe Kosten in Umfang von 4 Milliarden – dann sieht man, dass diese paar Millionen für die Förderung des Nachtzuges doch kaum in einem Verhältnis stehen.»

National- und Ständerat sollen im Dezember entscheiden, wie es mit der geplanten Verbindung weitergeht. (TI)