
Angesichts spürbar gestiegener Dengue-Fälle auf den Malediven nimmt Krisenfrühwarnexperte A3M die Entwicklung zum Anlass, die Lage für Reisende genauer einzuordnen.
Die Malediven gelten für viele Reisende als klassisches Fernreiseziel für Erholung, Strand und Natur. Aktuell zeigt sich dort jedoch, wie schnell sich Gesundheitslagen auch in beliebten Feriendestinationen verändern können. Denguefieber wird durch Mücken übertragen und tritt in zahlreichen tropischen und subtropischen Regionen auf.
Steigende Denguefieber-Zahlen in beliebten Reisezielen
«Die Entwicklung auf den Malediven ist kein Grund zur Panik, aber ein klarer Hinweis darauf, Gesundheitsrisiken bei Fernreisen ernst zu nehmen», findet Samed Kizgin, Chief Content Officer bei A3M. «Viele Reisende informieren sich sehr genau über Einreisebestimmungen, Wetter oder Sicherheitslage. Welche Tropenkrankheiten am Zielort aktuell auftreten können, wird dagegen häufig unterschätzt.»
Ähnliche Entwicklungen zeigen sich derzeit auch in anderen beliebten Fernreisezielen. In Sri Lanka wurden seit Jahresbeginn bereits zehntausende Dengue-Fälle registriert. Besonders betroffen sind unter anderem Colombo, Gampaha und Galle. Das sind Regionen, die auch für Reisende relevant sein können.
Auch in Thailand steigen die Dengue-Zahlen seit 2025 an; betroffen sind unter anderem touristische Zentren wie Phuket und Krabi sowie die Hauptstadt Bangkok.
Risiko für Schwangere und Paare mit Kinderwunsch
In Indonesien, einschliesslich Bali, bleibt Dengue ebenfalls ein relevantes Thema. Je nach Route und Reiseprofil können dort zusätzlich weitere Gesundheitsrisiken wie Japanische Enzephalitis oder Malaria eine Rolle spielen. Auch Vietnam gehört zu den Ländern, in denen Reisende mückenübertragene Erkrankungen wie Dengue oder Chikungunya bedenken sollten.
Neben Asien sind auch die Karibik und Lateinamerika betroffen. In Brasilien, Mexiko, Peru und Kolumbien werden weiterhin hohe Dengue-Aktivitäten gemeldet. Zusätzlich rückt dort das Oropouche-Virus stärker in den Fokus, unter anderem in Brasilien, Kuba, Panama und Bolivien. Für Schwangere oder Paare mit Kinderwunsch bleibt in Teilen Lateinamerikas und der Karibik zudem Zika ein besonders relevantes Thema.
So kann man Ansteckungen vorbeugen
«Ein pauschaler Blick auf ein Land reicht oft nicht aus», so Kizgin. «Für das tatsächliche Risiko macht es einen Unterschied, ob jemand in einem Resort bleibt, eine Rundreise plant oder ländliche Regionen besucht. Auch Regenzeiten, lokale Ausbrüche und regionale Unterschiede können die Lage deutlich verändern.»
Bei einigen Tropenkrankheiten gibt es Impfungen oder vorbeugende Medikamente, bei anderen steht vor allem konsequenter Schutz vor Mückenstichen im Mittelpunkt. Reisende sollten sich deshalb vor Fernreisen individuell ärztlich oder reisemedizinisch beraten lassen.
Unterwegs sind wirksame Schutzmassnahmen relevant: Repellents mit Wirkstoffen wie Deet oder Icaridin, lange und möglichst helle Kleidung, Moskitonetze sowie klimatisierte oder gut geschützte Schlafräume. Da einige übertragende Mücken auch tagsüber aktiv sind, reicht Schutz am Abend allein nicht aus. (TI)








